Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel David gegen Goliath im Buchenloch

Sie wollen im Pokal für eine Überraschung sorgen: die A-Junioren der TSG Kaiserslautern.
Sie wollen im Pokal für eine Überraschung sorgen: die A-Junioren der TSG Kaiserslautern.

Diesem Spiel fiebern die A-Junioren der TSG Kaiserslautern entgegen. Im Viertelfinale des Jugend-Verbandspokals treffen sie am Mittwoch (19.30 Uhr) daheim auf keinen Geringeren als das Bundesligateam des 1. FSV Mainz 05, das in diesem Jahr auch auf internationaler Ebene für Aufsehen sorgte. Damit steigt im Buchenloch das immer wieder faszinierende Duell David gegen Goliath.

Dass seine Mannschaft als krasser Außenseiter in dieses Pokalmatch geht, darüber ist sich Dominik Oemcke klar, der zusammen mit Noah Schilling die A-Junioren der TSG coacht. „Aber wir rechnen uns schon was aus“, sagt er und bekräftigt dies mit der alten und immer wieder gern zitierten Fußballerfahrung, „dass im Pokal ja alles möglich ist“. Damit will er natürlich seiner Mannschaft Mut machen, die es mit einer Topelf der A-Junioren-Bundesliga Süd/Südwest zu tun bekommt. Aber nicht nur das. Der Nachwuchstruppe des Bundesligisten Mainz 05 gelang auch unlängst in der UEFA Youth League, gewissermaßen die Champions League der U19-Vereinsmannschaften, ein Coup. Im Achtelfinale besiegte sie im Bruchwegstadion die Junioren von Manchester City mit 2:1. Im Viertelfinale war dann aber für die Rheinhessen gegen den FC Porto Endstation.

Höhepunkt der Saison

Die Mainzer reisen also mit vielen Vorschusslorbeeren an. Sie dürften den Pokalauftritt in Lautern als eine nicht allzu schwer zu lösende Pflichtaufgabe ansehen. Bekommen sie es doch nicht mit den ebenfalls in der Bundesliga spielenden FCK-A-Junioren zu tun. Sondern mit einem Underdog, mit dem Verbandsligateam aus dem Buchenloch. Ist es für die Mainzer zwischen ihren Bundesliga-Auftritten ein Spiel mit einem wohl nicht sonderlich hohen Stellenwert, so ist es für die TSGler der Höhepunkt der Saison. „Das haben wir uns hart erarbeitet“, sagt Oemcke, der auf eine große Kulisse hofft und dabei nicht nur an die eigene Anhängerschaft denkt. Sondern auch an die anderen Kaiserslauterer Vereine. „Wir vertreten den Lauterer Fußball“, unterstreicht er die Bedeutung dieser Partie. Neben spannendem Pokalfußball soll den Zuschauern auch ein passendes Ambiente mit reichlich Speisen und Getränken geboten werden.

Ein Markenzeichen der TSG

Dass die U19 der TSG am Mittwoch die Chance hat, sich mit einer Bundesligamannschaft zu messen, ist nicht allein der Auslosung und damit dem Zufall zu verdanken. Die gute Jugendarbeit der Buchenlocher spielt dabei auch eine wichtige Rolle. Ließen doch starke Leistungen das TSG-Team in die Runde der letzten acht einziehen und nun um das Ticket fürs Halbfinale kämpfen. Zu Recht ist Dominik Oemcke stolz „auf die Kontinuität in der Nachwuchsförderung“. Schon seit Langem ein Markenzeichen des großen Lauterer Traditionsvereins. Dabei werde nach dem Motto „Entwicklung vor Ergebnis“ verfahren, sagt Oemcke, der weiß, wovon er spricht. Durchlief er doch selbst alle Jugendteams der TSG.

Der 26-Jährige ist ein in der Wolle gefärbter TSGler. „Seit 15 Jahren bin ich Mitglied“, erzählt er. Zusammen mit seinem Trainerkollegen Noah Schilling ist er auch für die Koordination des gesamten Nachwuchstrainings der TSG zuständig. Eine arbeitsintensive Aufgabe, wenn man bedenkt, dass die Buchenlocher in ihren Reihen rund 250 Jungkicker haben, die in 13 am Spielbetrieb teilnehmenden Teams am Ball sind. „Wir wollen allen die Chance bieten, sich weiterzuentwickeln“, betont Oemcke, dem es aber sehr wichtig ist, dass bei allem sportlichen Ehrgeiz die Freude am Spiel nicht zu kurz kommt. „Jeder soll Spaß am Fußball haben“, sagt er.

Attraktives Jugendkonzept

Dass dieses Jugendkonzept attraktiv ist, zeigen die vielen jungen Fußballer, die unbedingt bei der TSG trainieren und spielen wollen. So schön das ist, so schwierig ist es aber auch für den Verein, der ja nur eine begrenzte Zahl an Trainern, Plätzen und Kabinen hat, um dies alles zu händeln. Gut, dass Dominik Oemcke als International Logistics Manager arbeitet und sich so bestens in Sachen Planen und Organisieren auskennt. Die intensive Jugendarbeit soll Früchte tragen und vor allem der eigenen Herrenmannschaft zugutekommen. Doch das dürfte den A-Juniorenspielern der TSG im Moment ziemlich egal sein. Sind sie doch ganz auf ihr großes Pokalspiel gegen die 05er fokussiert.

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