Kaiserslautern Das traurige Ende einer verflixten Saison
„Haste Scheiße am Fuß, haste Scheiße am Fuß!“ Zu kaum einem passt dieses Zitat von Ex-Fußballprofi Andreas Brehme im Moment so gut wie zu Motocrosser Maurice Dorschner. Seine diesjährige Saison scheint verflucht zu sein. Er hatte nur Pleiten, Pech und Pannen und musste sie nun mit einer Verletzung vorzeitig beenden.
Nach vielen technischen Defekten an seinem Motorrad zog sich der Nachwuchsfahrer vor wenigen Tagen nun auch noch im Training eine Verletzung an den Innenbändern und am Meniskus zu, die das vorzeitige Sai-sonaus mit sich bringen. „Sechs bis acht Wochen Pause bedeuten das definitive Aus für mich diese Saison“, ist Dorschner frustriert, dass die harte Arbeit der letzten Wochen nun keine Früchte tragen kann. „Im Herbst werde ich daher mit der Vorbereitung für die Saison 2019 beginnen müssen, in der der Wechsel auf die 125-Kubikzentimeter-Maschine ansteht“, blickt er kämpferisch nach vorne. Nach Traumauftakt auf dem Horxberg im Südwestcup mit zwei ersten Plätzen folgte ein kurzer Auftritt beim Junior Cup in Fürstlich Drehna (Brandenburg). Im tiefen Sand, der deutlich tiefer als auf den bekannten Strecken im Südwesten war, tat sich der Racer mit seiner geliebten Nummer 26 enorm schwer und verpasste im Zeittraining eine Platzierung unter den ersten 40 Startern. „390 Kilometer hin, freies Training, Zeittraining, zusammenpacken und wieder 690 Kilometer heimgefahren“, fasste es Dorschner zusammen, der sich nach dem freien Training und Platz 43 selbst zu viel Druck machte und so zu viele Fahrfehler in den 20 Minuten Zeittraining beging. Der Auftakt im ADAC-Hessen-Thüringen-Cup startete dann nach technischen Defekten und einer Reparatur auf den letzten Drücker mit Verspätung in Gräfentonna. Erst zur Motorradabnahme am Samstagmorgen war Dorschner vor Ort, fuhr schnell die neuen Kolben ein und landete auf Platz zwölf von 35 Fahrern. „Beim Start zu Lauf eins merkte ich dann schon, dass das Moped nicht so wollte wie ich“, erzählte Dorschner, der auf die hinteren Ränge zurückfiel, sich jedoch wieder nach vorne unter die ersten zehn kämpfte, ehe der Kupplungsnehmer versagte. Beim Heimrennen des AMC Frankenthal, wo Dorschner neuerdings den ganz jungen Nachwuchs mittrainiert, sorgte eine heiße Kupplung an seiner 85-Kubikzentimeter-Maschine dafür, dass es lediglich für den dritten statt ersten Platz im ersten Lauf reichte, ehe im zweiten Rennlauf zwei Runden vor dem Ende mit einer halben Runde Vorsprung in Führung liegend das Kettenrad das halbe Motorrad auseinanderriss. Mit gesponserter neuer KTM SX 85 folgte ein Auftritt beim Pfingstcross in Niederwürzbach. Das erste Rennen begann mit einem Crash, in den Dorschner unschuldig verwickelt wurde. Er startete aber eine erneute Aufholjagd, die für Rang drei reichte. Den Sieg im zweiten Rennen schon vor Augen, sorgte ein Plattfuß am Hinterrad für das vorzeitige Ende mit der neuen Maschine. Aus gesundheitlichen Gründen musste der Motocrosser dann die Teilnahme beim ADAC MX Master Junior Cup beim MSC Möllen absagen, sodass er erst wieder beim Hessen-Thüringen-Cup beim MSV Lahnberge und MSC Bruchstedt durchstarten konnte. „Verflixt glücklich“ war der Olsbrücker am Ende, in den beiden Rennen in Lahnberge „mal wieder ins Ziel gekommen zu sein“. Platz sieben und fünf standen auf der ungeliebten Strecke zu Buche. Platz acht in Bruchstedt war dann auch nicht das gewünschte Resultat nach dem ersten Lauf. Und auch der neunte Rang im zweiten Rennen, der nur durch eine erneute unverschuldete Kollision zustandekam, stimmte ihn wenig fröhlich. „Immerhin konnte ich mit meiner besten Rundenzeit mit den Plätzen drei und vier mithalten“, versuchte er, ein positives Fazit zu ziehen. Seinen vorerst letzten Auftritt absolvierte Dorschner beim dritten Rennen der MX Masters. Vor 6800 Zuschauern sicherte sich der Schüler im ersten Rennen einen guten Mittelfeldplatz in dem starken Starterfeld. „Platz 27 war schon mal nicht schlecht“, freute er sich, kämpfte im zweiten Lauf aber verbissen und landete auf Rang 19, was für Freudentänze und die ersten internationalen Punkte sorgte.