Kaiserslautern Das Rennen in den Wahlkreisen

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Spannung ist angesagt: Wer gewinnt die Landtagswahl in Stadt und Kreis Kaiserslautern? Wer zieht direkt als Wahlkreisabgeordneter in den Landtag ein? Wie können die politischen Gruppierungen in der Region punkten?

Die Entscheidung über die Zusammensetzung des neuen Landtags in Rheinland-Pfalz fällt in Stadt und Kreis Kaiserslautern am Sonntag in insgesamt drei Wahlkreisen und mit jeweils zwei Stimmen. Die Erststimme entscheidet über den direkt gewählten Wahlkreisabgeordneten, die Zweitstimme über das Stärkeverhältnis der Parteien im Landtag. Der Wahlkreis 43 umfasst die Stadt Kaiserslautern, ohne die Ortsbezirke Dansenberg, Einsiedlerhof, Erfenbach, Erlenbach, Mölschbach, Morlautern und Siegelbach sowie ohne die ehemaligen Ortsbezirke Betzenberg und Lämmchesberg/Uniwohnstadt. Der Wahlkreis 44 umfasst die Kaiserslauterer Ortsbezirke, die nicht zum Wahlkreis 43 gehören, sowie die Verbandsgemeinden Enkenbach-Alsenborn und Kaiserslautern Süd sowie die ehemalige Verbandsgemeinde Otterberg. Der Wahlkreis 45 umfasst die Verbandsgemeinden Bruchmühlbach-Miesau, Landstuhl, Ramstein-Miesenbach und Weilerbach sowie die ehemalige Verbandsgemeinde Otterbach. Besondere Spannung verheißt das Rennen um das Direktmandat in den drei Wahlkreisen. Die besten Chancen, die Wahlkreise zu gewinnen, haben die Vertreter der beiden großen Parteien SPD und CDU. Vor fünf Jahren wurden alle drei Wahlkreise von den Direktkandidaten der SPD gewonnen. Im Wahlkreis 43 gibt es auf jeden Fall einen neuen Abgeordneten, der direkt das Mandat holt. Ruth Leppla, die langjährige SPD-Landtagsabgeordnete aus Kaiserslautern, verabschiedet sich nach 15 Jahren aus dem Plenum. Sechs Kandidaten buhlen um das Direktmandat, darunter der SPD-Kandidat Andreas Rahm und der CDU-Bewerber Sebastian Rupp. Beiden ist gemein, dass sie das Direktmandat holen müssen, um im nächsten Landtag vertreten zu sein. Ein Einzug in den Landtag über die Landeslisten ist unrealistisch. Rahm steht auf Platz 47, Rupp auf Platz 51. Im Wahlkreis 44 treten zum Rennen um das Direktmandat sieben Bewerber an, darunter der einzige AfD-Direktkandidat in Stadt und Landkreis. In dem gemischten Stadt-/Kreis-Wahlkreis kommt es bei SPD und CDU zu einer Neuauflage der Auseinandersetzung von 2011 um den direkten Einzug in den Landtag. Der langjährige SPD-Landtagsabgeordnete Thomas Wansch, Sembach, trifft auf den CDU-Herausforderer Michael Gasiorek, Waldleiningen. Es ist der zweite Anlauf für Gasiorek, um in den Landtag zu kommen. Gasiorek steht unter besonderem Erfolgsdruck. Er muss das Direktmandat holen, um in den Landtag zu kommen. Gasiorek steht auf der Landesliste seiner Partei auch weit hinten, auf Platz 47. Sein Gegenkandidat Wansch kann den Einzug in den Landtag dagegen auf zweierlei Wegen schaffen: über das Direktmandat oder über den guten Listenplatz 18. Im Wahlkreis 45 buhlen sechs Direktkandidaten um die Gunst der Wähler, darunter die beiden Landtagsabgeordneten von SPD und CDU, Daniel Schäffner, Mackenbach, und Marcus Klein, Steinwenden. Der SPD-Kandidat Schäffner ist Anfang 2014 in den Landtag für Margit Mohr nachgerückt, die zu dem Zeitpunkt ihren Rückzug aus dem Landtag antrat. Der CDU-Bewerber Klein ist 2011 über die Landesliste in den Landtag eingezogen. Klein hat einen sicheren Platz auf der Liste erhalten, Platz 24, der ihm die Gewissheit gibt, auch dann im Landtag vertreten zu sein, sollte er im Rennen um das Direktmandat unterliegen. Schäffner sollte hingegen das Direktmandat gewinnen, möchte er sicher sein, auch dem nächsten Landtag anzugehören. Er hat Platz 38 auf der Landesliste, der als wacklig eingestuft wird. In der Stadt Kaiserslautern sind 73.380 Bürger aufgerufen, den neuen Landtag zu wählen. 50.080 Wahlberechtigte entfallen auf den Wahlkreis 43, 23.300 auf den städtischen Anteil des Wahlkreises 44. In Kaiserslautern öffnen am Sonntag 72 Wahllokale. Hinzu kommen 15 Briefwahlstimmbezirke, die ihren Sitz wieder im Burggymnasium haben. Der Landeswahlleiter hat vier Stimmbezirke in Kaiserslautern zu repräsentativen Stimmbezirken erklärt. Sie dienen einer repräsentativen Wahlstatistik, die Auskunft gibt über die Wahlbeteiligung und die Stimmabgabe verschiedener Bevölkerungs- und Altersgruppen. Die Wähler erhalten hier spezielle Stimmzettel, nach Altersgruppen geordnet. Ausgewählt wurden dafür die Stimmbezirke 0810 Stresemannschule, 0910 Bännjerrück, 1320 Erlenbach und 1510 Dansenberg. Daneben gibt es in Kaiserslautern noch Wahllokale, wo nach dem Urnengang vor dem Wahllokal die Meinungsforschungsinstitute von ARD (Infratest) und ZDF (Forschungsgruppe Wahlen) Nachbefragungen vornehmen. Die Forschungsgruppe Wahlen macht ihre Befragungen bei den Stimmbezirken 0410 Rittersberggymnasium, 1230 Morlautern, 0430 Pfalztheater-Werkstätten, 0920 Kindergarten Lukaskirche. Infratest interviewt die Wähler der Stimmbezirke 0120 Luitpoldschule, 0460 Theodor-Heuss-Schule, 0940 DRK-Seniorenzentrum, 1220 Morlautern und 1720 Siegelbach. Wie die Leiterin der Wahldienststelle bei der Stadtverwaltung, Stephanie Fuchs, gestern erklärte, sind in Kaiserslautern in den 87 Stimmbezirken rund 700 Wahlhelfer im Einsatz, um die Landtagswahl über die Bühne zu bringen. Eine hohe Zahl: 12.143 Wahlberechtigte hatten bis gestern Mittag Briefwahlunterlagen im Rathaus in Kaiserslautern beantragt. (rdz) STADTGESPRÄCH

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