Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Dart: Eine Woche vor dem Bundesligaauftakt testet der DV Kaiserslautern seine Form

Konzentriert: Nostra-Routinier Jürgen Steller beim Wurf.
Konzentriert: Nostra-Routinier Jürgen Steller beim Wurf. Foto: portz

Spektakel, Wohlfühl-Show, Form-Barometer: Beim großen Warm-up auf die Bundesligasaison gefiel der DV Kaiserslautern mit passablen Pfeilen. Eine Woche vor Auftakt ein gutes Omen. Im Queidersbacher Sportheim warf der DVK das luxemburgische Nationalteam, eine Saarland-Auswahl sowie den DC Nostra Dart Mus mit 9:3 ab – wobei dem Lauterer Aufsteiger zu viel Personal fehlte, um die Qualität genau zu beurteilen. In DVK-Reihen glänzte besonders ein Mann. Der Neue.

Das Markenzeichen des Andreas Frei ist der stoische Habitus eines Kerls, den nichts erschüttert. Nach außen hin. Denn im Innern, bekannte der wuchtige Typ aus der Vorderpfalz im gemächlichen Rückwärtsschritt vom Board, „bin ich noch ganz schön nervös“. Was man ihm, dem Neuen im Dress des DV Kaiserslautern, den sie in seiner Heimat ehrfürchtig den „Großen Schwarzen Mann“ rufen, nicht ansah. „Mein erster Eindruck ist, dass er eine Verstärkung, nicht nur Ergänzung sein kann. Noch schaut ja jeder auf ihn, da muss Nervosität abgebaut werden“, meinte Teamcaptain Ralf Schehrer später.

Im Derby gegen Bundesliga-Neuling und Stadtrivale DC Nostra Dart Mus stand hinter Frei prompt die rheinland-pfälzische Eins Frank van Ruiten am Oche: Einen 16er und einen 19er legte der DVKler vor, als letztes bolzte er seinen Speer in die Doppel-16 – für einen 13er zum 3:0. 97, 100, 136, 136, Check. Kann man mal machen, gegen den heißen Niederländer.

Die Pfeile schlugen ein

Irgendwie war Frei der Schreck des Tages. Ansonsten: Der DVK, für den auch Star Gabriel Clemens antrat, präsentierte sich eine Woche vor Bundesliga-Beginn beim Deutschen Meister DC Dartmoor Darmstadt in guter, aber nicht in Top-Form. Schwankungen beherrschten das Gesamtbild. Noch. Ein paar Tage bleiben. „Wir haben heute viel Licht gesehen“, wusste Schehrer. „Gerade gegen das luxemburgische Nationalteam, das einfach nicht zur Entfaltung kam. Das ist aber lange kein Grund, abzuheben.“ Solide war ein Testevent, das Schehrer mit Walk-On, dröhnender Aufheiz-Musik und der schillernden Wachablösung von Ex-Captain Uwe Schmitt als riesige Dart-Show inszenierte. Das beeindruckte. Dem 9:3 gegen Luxemburg folgte ein 9:3 über eine Saarland-Auswahl, wiederum ein 9:3 im Derby. Kein Grund zur Beschwerde, die Pfeile schlugen ein. Gegen Dartmoor und das IFP München muss eine Stabilisation her, „eine Schippe mehr drauf“, wie Schehrer fordert, „jeder Einzelne muss einfach mehr machen“.

Im Lager der „Nostras“: Optimismus. Drei, vier Leistungsträger fehlten dem Aufsteiger am Samstag, das Saarland demontierte er dafür eingangs mit 10:2. Erste Marke. „Wir haben ein bisschen getestet, um zu sehen, wie jeder drauf ist, um die Leute besser einschätzen zu können“, bilanzierte Mannschaftsführer Andreas Altmaier. Eine vage Nostra-Sicht – zum Einstand am Samstag in Mölschbach Manko und Segen zugleich. Kein anderes Team kann der DCN wirklich einschätzen. Umgekehrt kann es genauso wenig eingeschätzt werden. Die Bären Flörsheim (12 Uhr) um Top-Werfer Michael Rosenauer könnten auf Augenhöhe sein, das Dartspub Walldorf (17 Uhr) ist haushoher Favorit. Ein ewiger Bundesliga-Gigant. Altmaiers Hoffnung: Ligaverbleib. Egal wie.

Am Samstag schnupperte Nostra erstmals so etwas wie Bundesliga-Atmosphäre. Ungewohnt, aber „angenehm“, so der DC-Chef. „Wir haben ein starkes Team“, betonte er, „wenn jeder an sein normales Pensum kommt, könnte es reichen.“ Von eingeheizten Luxemburgern wurden die Lauterer beim 2:10 überrollt. Altmaier weiß: Da sollte mehr kommen. Nicht, dass das große Abenteuer in einer Odyssee endet.

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