Kaiserslautern Botschafter der Partnerstadt
Das Guimarães Streichquartett gestaltet ein Kammerkonzert im Theodor-Zink-Museum am Freitag. Dahinter steckt neben einem spannenden Programm eines ebensolche Geschichte.
Die alte portugiesische Hauptstadt Guimarães ist seit 17 Jahren Lauterer Partnerstadt. 2012 war Guimarães Kulturhauptstadt Europas. In der Folge wurde viel in den Ausbau der kulturellen Infrastruktur investiert, etwa ein neues Museum gebaut, als auch in Projekte, da die Wichtigkeit einer starken Kulturszene für eine kreative und innovative Stadt erkannt wurde. Eines dieser Projekte ist das 2016 gegründete Guimarães Streichquartett, das nun erstmals zu Gast in Kaiserslautern ist. Zusammengeschlossen haben sich in diesem Ensemble vier exzellente, international tätige Musiker, die ein konstantes Angebot im Bereich der Kammermusik in und aus der Stadt Guimarães anstreben. Auf der Grundlage einer Reihe von regelmäßigen Konzerten in der Stadt und Grafschaft Guimarães ist das Hauptziel der Formation die Profilierung von Guimarães als Plattform für eigene kulturelle Schöpfungen. Es soll darüber hinaus auch als Botschafter der Stadt sowohl in Portugal als auch im Ausland dienen. Das Guimarães Streichquartett konzertiert bereits international, zum Beispiel auf dem Macau-Festival. Das Quartett spielt in Kaiserslautern Werke von Beethoven, Simic, Freitas Branco und Mendelssohn. Einer unerwiderten und unglücklichen Liebe Beethovens zu einer Arzttochter soll sein Streichquartett Nr. 11 entsprungen sein. Später schrieb er, dieses Quartett sei „nur für einen kleinen Kreis von Kennern … nicht zur öffentlichen Aufführung“ bestimmt. Mendelssohn schrieb sein 6. Quartett kurz vor seinem Tod, getroffen vom Tod seiner geliebten Schwester Fanny. Freitas Branco ist einer der wichtigsten portugiesischen Komponisten. Er studierte unter anderem in Berlin bei Humperdinck, assistierte kurz darauf Debussy in Paris und war stark vom Impressionismus beeinflusst. Der 1973 geborene Aleksandar Simic ist ein serbischer Komponist. Er erhielt bereits Aufträge von den UN und dem Vatikan. Das Konzert wird ergänzt von einer Lesung aus José Saramagos „Reise durch Portugal“ mit Christoph Dammann, Direktor des Kulturreferates, der einige Jahre in Lissabon Intendant der Nationaloper war. Der Text des Literatur-Nobelpreisträgers lädt ein in seine Heimat, die er in den 90ern nach längerer Abwesenheit mit fremdem Blick ganz neu entdeckt. Konzert Freitag, 22. September, 19.30 Uhr, in der Scheune des Theodor-Zink-Museums; Karten in der Tourist-Info und an der Abendkasse.