Fussball
„Bonusspiel“ für Verbandsligist Steinwenden
Wenn man die Bilanz der vergangenen beiden Spiele nüchtern betrachtet, klingt diese überragend: Der SV Steinwenden hat neun Tore geschossen und die Maximalzahl von sechs Punkten geholt. Blickt man etwas genauer auf den Spielverlauf, fällt die Analyse nicht ganz so einfach und eindeutig aus.
Licht und Schatten
Es gab sehr viel Licht und trotzdem auch etwas Schatten. Wenn der SVS daraus die nötigen Konsequenzen zieht, geht das Team von Trainer Daniel Meisenheimer mit realistischen Chancen in das Spiel gegen das Spitzenteam aus Idar-Oberstein. Auf der Habenseite der beiden Heimspiele stehen neun Treffer und vor allem eine jeweils spielerisch überragende zweite Halbzeit.
Genau so positiv war die Defensivleistung. Die Abwehr inklusive Torhüter stand sicher und ließ in beiden Spielen jeweils nur ein Gegentor zu. Doch wenn man genauer hinschaut, war dennoch nicht uneingeschränkt alles Gold, was glänzte. Gegen beide Abstiegskandidaten kam der SVS schwer ins Spiel, geriet jeweils in Rückstand und bei mehr Konsequenz der Gegner hätte die erste Halbzeit auch mit einem Rückstand anstatt mit einer 2:1-Pausenführung für Steinwenden enden können.
Hinzu kommt, dass der SVS gegen Fußgönheim bei totaler Überlegenheit in der zweiten Halbzeit sehr viele Chancen verschwendete und eigentlich schon hätte 8:1 führen müssen, bevor David Höft das erlösende späte 3:1 machte. Bestraft wurde dies nicht, da die harmlosen Gegner nach der SVS-Führung gegen stark aufspielende Steinwendener überfordert waren.
Meisenheimer sieht realistische Chance
Am Sonntag kommt nun mit Idar-Oberstein ein ganz anderes Kaliber. „Es ist ein Bonusspiel. Wir haben bisher noch gegen keine einzige Mannschaft von oben etwas holen können. Wir haben aber mehrfach gezeigt, dass wir fighten und alles reinhauen können. Deshalb rechne ich uns schon auch etwas aus“, sieht Meisenheimer eine realistische Chance. Wenn man sieht, was Steinwenden im bisherigen Saisonverlauf oft spielerisch und kämpferisch auf den Platz bringen konnte und wie die Mannschaft auch nach Rückständen zurückkam, braucht sich das Team von Trainer Meisenheimer vor dem Top-Team aus der Edelsteinmetropole an einem guten Tag definitiv nicht zu verstecken.
Kann man die oft fehlende Effektivität vor dem Tor abstellen, ist auch gegen ein vom Kader her überlegenes Team eine Überraschung möglich. Bei der 1:5-Niederlage im Hinspiel war es eine deutliche Angelegenheit für den SC Idar-Oberstein. „Wir sind von der mannschaftlichen Geschlossenheit und der Robustheit deutlich weiter als im Hinspiel und haben einen großen Schritt nach vorne gemacht“, blickt Meisenheimer gelassen auf das Spiel.