Kaiserslautern Bilanzgewinn und Bilanzsumme bleiben stabil
Die Kreissparkasse Kaiserslautern hat einen positiven Strich unter das Geschäftsjahr 2016 gezogen. „Wir sind froh, ohne Blessuren durch das Jahr gekommen zu sein“, erklärte Vorstandsvorsitzender Rupert Schönmehl gestern zufrieden gegenüber der RHEINPFALZ. Zusammen mit dem Vorstandsmitglied Kai Landes legte er die Eckdaten der Geschäftsentwicklung vor.
Bilanzgewinn und Bilanzsumme blieben gegenüber dem Vorjahr stabil. Das größte Geldinstitut in der Westpfalz erwirtschaftete im zu Ende gehenden Jahr einen Bilanzgewinn von 5,6 Millionen Euro (5,5 Millionen Euro im Vorjahr). Die Bilanzsumme, die Addition aller Aktiva oder Passiva in einer Bilanz, summierte sich auf unverändert 3,775 Milliarden Euro. Schönmehl erklärte, die Kreissparkasse habe die Einnahmenseite verbessern und die Ausgabenseite trotz relativ stark gestiegener Personalkosten leicht zurückführen können. Das Ergebnis liege im Rahmen der Planungen und Erwartungen für das Geschäftsjahr. Das sogenannte Betriebsergebnis I, das Ergebnis vor der Bewertung, schloss das Geldhaus am Altenhof mit einem Überschuss von 21,5 Millionen Euro ab. Hiervon gehen Wertberichtigungen auf Kredit- und Wertpapiergeschäft, Zuführungen zu den Vorsorgereserven und Steuern ab. Die Wertberichtigungen im Kreditgeschäft belaufen sich 2016 auf rund eine Million Euro und liegen damit niedriger als im Vorjahr. Schönmehl sagte, man habe kritisch über die Kreditengagements geschaut, sei diese mit eisernstem Besen durchgegangen. In der geringen Höhe an Wertberichtigung spiegele sich die gute Wirtschaftslage und die Nähe der Kreissparkasse zu ihren Kunden wider. Zu den Wertberichtigungen im Kreditgeschäft kommen noch die im Wertpapiergeschäft hinzu. Die Zuführungen zu den Reserven haben die Eigenkapitalquote der Kreissparkasse, die Relation zwischen den Eigenmitteln des Hauses und den risikogewichteten Forderungen gegenüber dem Haus, ausgebaut. Die Quote liegt damit knapp unter 17 Prozent. Das Geldinstitut will die Eigenkapitalquote in den nächsten Jahren weiter steigern, auf 18 beziehungsweise 18,5 Prozent. Dem Betriebsergebnis I liegt ein sogenannter Zinsüberschuss, die Differenz aus Zinsaufwand und Zinsertrag, von 62,7 Millionen Euro zugrunde. Als Folge der aktuellen Niedrigzinsphase ist er gegenüber dem Überschuss im Vorjahr leicht zurückgegangen. Im reinen Kreditgeschäft verzeichnete die Kreissparkasse im Jahr 2016 ein Wachstum. Die Einlagen von Kunden beliefen sich auf 2,798 Milliarden Euro, ein Plus von 14 Millionen Euro. Die Kredite an Kunden gingen zwar um 59 Millionen Euro auf 2,851 Milliarden Euro zurück. Dahinter verbirgt sich aber ein Minus von 79 Millionen Euro bei der Finanzierung öffentlicher Haushalte, auf 618 Millionen Euro. Bei den Kundeneinlagen entfiel mit 1,5 Milliarden Euro mehr als die Hälfte auf Sichteinlagen, kurzfristig angelegte Guthaben. Bemerkenswert: Die Spareinlagen legten mit einem Plus von fünf Millionen Euro auf 1,022 Milliarden leicht zu, trotz Niedrigzinsphase. Bei den Krediten an Kunden lagen Privatpersonen mit 1,307 Milliarden Euro (ein Minus von 17 Millionen Euro) klar vorn, vor Unternehmen mit 853 Millionen Euro (plus 17 Millionen Euro). Das sogenannte Interbankengeschäft zeigt weiterhin die von der Kreissparkasse angestrebte rückläufige Tendenz. Die Einlagen von Banken summierten sich auf 625 Millionen Euro, ein Minus von 33 Millionen Euro. Die Kredite an Banken addierten sich auf 101 Millionen Euro, ein Minus von neun Millionen Euro. Das Interbankengeschäft soll in Zukunft aufgrund mangelnder Ertragskraft weiter schrumpfen. Erste Bilanz zog die Kreissparkasse gestern auch für die zum 1. August dieses Jahres eingeführten Kontogebühren. Schönmehl erklärte, die Gebühren des Geldinstituts seien extrem moderat. Online-Kunden zahlten keine Gebühren. Die Einnahmen, die die Kreissparkasse daraus erzielte, bezifferte Schönmehl auf rund eine Million Euro netto. Es sei ein Tropfen auf den heißen Stein, vor dem Hintergrund der Niedrigzinsphase. Landes betonte, dass die Gebühreneinnahmen den rückläufigen Zinsüberschuss nicht kompensieren können. Schönmehl hob im Gegenzug zu den Gebühren die Leistungen hervor, die die Kreissparkasse nach wie vor ihren Kunden bietet. Sie sei weiterhin sehr stark präsent in der Fläche. Sie biete Kunden einen individuellen Service an, gerade in strukturschwachen Gemeinden. Kunden würden zu Hause mit Bargeld versorgt, würden zu Hause beraten werden. Die Kreissparkasse bietet nach den Worten ihres Vorstandsvorsitzenden eine kostenfreie Beratung im Wertpapiergeschäft, die nicht überall mehr üblich ist. Das Geldinstitut versuche, die Infrastruktur im und rund um ihren Sitz am Altenhof optimal aufrechtzuerhalten. Er verwies auf die günstige Nutzung der Tiefgarage für Kunden des Geldinstituts. Schönmehl kündigte an, dass die Bepreisung von Leistungen 2017 weiter Thema bleibt. Es werde zu prüfen sein, ob bestimmte Leistungen von Kunden unverhältnismäßig stark in Anspruch genommen würden und damit dem Geldinstitut Kosten entstünden. Die Zukunft der Filialen bleibt auch ein Thema bei der Kreissparkasse. Schönmehl erinnerte daran, dass die Kreissparkasse einige Filialen bereits auf Automaten und Beratung umgestellt habe. Er verwies indes auch darauf, dass eine Filialschließung ad hoc nicht eine finanzielle Ersparnis bedeute. Schönmehl nahm gestern die Mitarbeiter des Geldinstituts in besonderer Weise in die Pflicht für eine positive Weiterentwicklung des Geldinstituts. Die Arbeitsplätze seien gesichert, wenn die Kreissparkasse Ertrag erziele. Dazu gehöre eine optimale Bedienung der Kunden. Landes verwies darauf, dass die Kreissparkasse viel in die Ausbildung und Weiterbildung ihrer Mitarbeiter investiere. Die Kreissparkasse geht mit 711 Mitarbeitern in das neue Jahr, deutlich weniger als noch vor einigen Jahren. Landes kündigte für Ende nächsten Jahres die Einführung eines Kundenservicecenters bei der Kreissparkasse an. Das Kundenservicecenter solle in einer höheren Ausbaustufe verwirklicht werden. |rdz