Kaiserslautern BETZE-GEFLÜSTER: Heimkehrer

Ganz vorsichtig setzt Kacper Przybylko den Fuß auf den neuen Rasen im Fritz-Walter-Stadion. Ob dem FCK-Stürmer auf dem neuen Untergrund sein erstes Heimtor gelingt? Ob er seine Ladehemmung endlich besiegt? Fühlt sich jedenfalls gut an, der grüne Teppich, auf dem morgen (13.30 Uhr) gegen den SV Sandhausen die Talfahrt der Roten Teufel beendet werden soll. Nach fünf Niederlagen in Folge hat das Abstiegsgespenst einen Nistplatz auf dem Betzenberg gefunden. Der 1. FC Kaiserslautern muss punkten! „Es wird schwer – wie immer gegen Sandhausen. Da sind ja einige von uns dabei, die sicher besonders motiviert herkommen“, sagt Marius Müller, der im „neuen Derby“ wieder im Tor der Lauterer stehen wird. Mit „einigen von uns“ meint Müller die Ex-Lauterer Marco Knaller (29), Denis Linsmayer (24), Andrew Wooten (26), Steven Zellner (25) sowie Trainer Alois Schwartz (49). Knaller, der sich in dieser Saison als Nummer 1 beim SV Sandhausen etabliert hat, von 2009 bis 2012 das Tor der zweiten Lauterer Mannschaft hütete, einige Male auch im Profikader der Lauterer stand, ist nun sogar in Österreichs Nationalelf Thema. Seinen Vertrag in Sandhausen hat Knaller um zwei Jahre verlängert. „Hier weiß ich was ich habe, hier weiß ich, dass ich spiele“, sagt der Hüne. Schwartz vertraut ihm. „Die drei Jahre in Sandhausen hätten für mich nicht besser laufen können“, sagt Denis Linsmayer, der zum stellvertretenden Mannschaftskapitän wurde, im zentralen defensiven Mittelfeld gesetzt ist. „Ich habe mich auch in der Offensive verbessert“, betont Linsmayer, seit Januar stolzer Papa einer Tochter. Vier Tore hat er in dieser Saison schon geschossen. „Eine gute Quote für einen Sechser“, lobt Trainer Alois Schwartz, der sich wünscht, dass sich Linsmayer „noch mehr als Persönlichkeit zeigt“. Neun Jahre hat Linsmayer, der waschechte Lauterer, beim FCK gespielt, war Balljunge in Bundesligazeiten, Kapitän der Regionalliga-Mannschaft. Als er unter Franco Foda keine Perspektive sah, folgte er dem Ruf seines Förderers Alois Schwartz. Enge Kontakte, „ja eine richtige Freundschaft“, lebt und pflegt Linsmayer mit Jean Zimmer. Gerade in sportlich schwieriger Zeit haben sie sich jetzt regelmäßig ausgetauscht. Zimmer wird in die Bundesliga gehen, folgt „Linsi“ dem Kumpel? „Die Bundesliga ist mein Ziel“, sagt der bis 2017 an den SV Sandhausen gebundene Musterprofi, dessen Herz aber eben auch für die alte Lauterer Liebe schlägt. Viele Tickets muss er für Freunde und Familie nicht besorgen. „Die meisten haben ihre eigenen Karten – sie sind FCK-Fans ...“, erzählt Linsmayer. Nicht so gut läuft es bei dem toll in die Saison gestarteten Andrew Wooten. „Andrew hat ein halbes Jahr nix mehr getroffen“, kritisiert sein Trainer. Dabei begann die Saison so traumhaft. Die Tore öffneten dem Mittelstürmer die Tür ins US-Nationalteam. Wenn Wooten das Phlegma nicht schleunigst besiegt, ist seine Nationalmannschaftskarriere aber schon wieder beendet. Steven Zellner, schon zu FCK-Zeiten der Dauer-Pechvogel, ist nach einem neuerlichen Kreuzbandriss auf dem Weg zurück. Der Verein hatte den Kontrakt mit dem wuchtigen Mittelfeldspieler trotz der neuerlichen Verletzung verlängert – auch weil Alois Schwartz weiß, was Zellner kann, der von 2006 bis Januar 2015 beim FCK spielte.