Kusel RHEINPFALZ Plus Artikel Bernhard Vanecek über sein neues Burgorchester

In der ganzen Pfalz bekannt: Das Musikantenland-Preisträger-Brüderpaar Vanecek, Bernhard (links) und Roland.
In der ganzen Pfalz bekannt: Das Musikantenland-Preisträger-Brüderpaar Vanecek, Bernhard (links) und Roland.

Das Burgorchester ist ein neues Projekt von Musikantenlandpreisträger Bernhard Vanecek. Es stellte sich nun mit einem Konzert im Kinett in Kusel vor.

„Das ist ein neues Projekt. Wir reagieren damit auf die rege Nachfrage, ob wir nicht so etwas wie das Ethno Germany Camp für alle Generationen machen könnten“, erzählt Bernhard Vanecek. „Denn das Ethno Camp im Rahmen von Jeunesses Musicales steht nur Jugendlichen und jungen Erwachsenen von 18 bis 30 Jahren offen.“ Jetzt hat er es geschafft, mit 20 Teilnehmern und einem Organisatorenteam von fünf Personen das Burgorchester auf die Beine zu stellen.

„Da Burg Lichtenberg über das lange Fronleichnam-Wochenende belegt war, sind wir für Workshop und Proben auf die Bamberger Hütten in Breitenbach ausgewichen“, erzählt Vanecek. „Wir konnten dort viele Teilnehmer wiedersehen, die bereits bei den Silver Jazz Camps dabei waren.“ Beim Burgorchester kamen ganz unterschiedliche Generationen zum gemeinsamen Musizieren zusammen. „Wir hatten 15-jährige Teilnehmer, 40-Jährige, aber auch Senioren bis 75 Jahre“, freut sich Vanecek. Ehemalige Ingenieure sind dabei, Handwerker, Schüler, Studenten, auch Profimusiker und eine Waldorflehrerin. „Durch die breit gestreute Berufs- und Altersstruktur ergeben sich auch unterschiedliche Perspektiven, die den Raum weiter machen. Die Jungen fühlen sich wertgeschätzt, mit den Älteren auf einer Ebene zu agieren, und die Älteren werden wieder jung.“

Teilnehmer aus der ganzen Welt

Das Projekt Burgorchester spricht Menschen aus der ganzen Welt an, zum Beispiel aus Palästina, Brasilien, Ungarn oder Syrien. „Andere Teilnehmer sind aus Sachsen und dem Kuseler Musikantenland gekommen“, berichtet Vanecek. „Das ist ein Format der Jeunesses musicales Deutschland, Träger ist der Landesverband, Schirmherr der Bundesverband von Jeunesses musicales. Und ein ganz wichtiger Förderer ist die Zukunftsregion Westpfalz.“

Die Teilnehmer des Burgorchesters haben von Donnerstag bis Sonntag ein eng getaktetes Programm absolviert. „Morgens haben wir uns erst mal aufgewärmt, auch etwas Gymnastik gemacht und Body Percussion. Dann haben wir zu Beginn ohne Instrument gesungen, uns in einer Reihe aufgestellt und jeweils dem Vordermann beziehungsweise danach unserem Hintermann Schultern und Rücken massiert“, erzählt Bernhard Vanecek gut gelaunt. An den ersten beiden Camp-Tagen haben sich die Teilnehmer die Lieder, die sie mitgebracht haben, gegenseitig über das Gehör beigebracht, ohne Noten. Das ist eine der Besonderheiten des Burgorchesters wie auch des Ethno Camps Germany. „Derjenige, der das Lied mitgebracht hat, wird dabei von vier Artistic Mentoren unterstützt“, erläuterte Vanecek das Konzept. „Die helfen da, wo’s gebraucht wird.“ Wichtig ist dabei immer der gegenseitige Austausch.

Sessions am Lagerfeuer

„An Tag drei haben wir dann gemeinsam die Stücke arrangiert. „Da ist jeder von uns kreativ gefordert und bringt sich ein.“ Über die Stückauswahl entscheidet nicht zuletzt auch die Besetzung, die sie erfordern. „Das hängt von den Instrumenten ab, die die Leute mitbringen, und davon, wie viele Sänger da sind. Wir nehmen Stücke, die sich für die vorhandene Besetzung gut eignen. Es gibt keine geschriebenen Noten, sondern es ist wie eine nette Unterhaltung, die nicht festgelegt ist, in der alles offen ist. “

Tag vier ist dann der Tag der Generalprobe. „Da machen wir einen großen Durchlauf, nehmen letzte Korrekturen vor und posieren für das endgültige Setting.“ Dann präsentieren die Camp-Teilnehmer ihr Konzert. „Insgesamt haben wir an diesem langen Wochenende zwölf Stunden täglich musiziert, und am Abend gab es am Lagerfeuer noch Jam Sessions, wo wir frei musiziert und uns noch weitere Lieder beigebracht haben. Wir haben teilweise bis Mitternacht gejammt.“

Das nächste Burgorchester steht schon fest: Es wird vom 3. bis 7. Juni 2026 stattfinden. Das diesjährige Ethno Camp Germany auf Burg Lichtenberg dauert vom 10. bis 17. August mit einem Konzert am 16. August in der Fritz Wunderlich Halle.

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