Kaiserslautern Bereit für die Bundesliga

Auf der Suche nach der sportlichen Normalität starten die FCK Rolling Devils in ihre zweite Saison in der Rollstuhlbasketball-Bundesliga (RBBL). Nach turbulenter Sommerpause empfängt das Team von Clifford Fisher zum Saisonauftakt am Samstag, 3. Oktober, 18 Uhr, Vizemeister Thuringia Bulls in der Sporthalle der Kaiserslauterer Schillerschule.
Der Wunsch von Fisher, den Kader aus dem Vorjahr zusammenzuhalten und punktuell zu verstärken, ließ sich aus finanziellen Gründen nicht realisieren. Neben Kai Frank und Viktor Hammerschmidt, die bereits während der vergangenen Saison nicht mehr zum Kader gehörten, verließen gleich fünf Spieler den Klub. Besonders schmerzen wird der Verlust von Philipp Häfeli. Der Schweizer Nationalspieler, bester Korbschütze der Lauterer in ihrer Premierensaison, verließ die Pfalz Richtung Elbe und heuerte bei Ligakonkurrent Baskets Hamburg an. Mit Markus Gmeinwieser und Paul Nikolaus wechselten zwei Devils-„Urgesteine“ vom FCK Richtung Frankfurt und schlossen sich den Mainhatten Skywheelers an. Pieter Dries, einer der Stützen bei der Zweitligameisterschaft, spielt künftig bei Limburg United in seiner belgischen Heimat, Serdar Antac bei Zweitligist Rhinos Wiesbaden. „Qualitativ haben wir uns nicht verschlechtert“, verweist Fisher auf die Neuzugänge. Die von Häfeli entstandene Lücke soll Kai Möller schließen. Der 24-Jährige, zuletzt zum besten Spieler der RBBL gewählt, kommt von den Rollers aus Zwickau. „Kai verfügt über jede Menge internationaler Erfahrung und wird uns mit seiner Routine gut tun“, lobt Thomas Lorenz, Vorsitzender der rollenden Teufel, den ehemaligen deutschen Nationalspieler. Neben Möller verstärken zwei Amerikaner den Kader der Devils. Jake Williams, seit zwei Jahren fester Bestandteil der Nationalmannschaft, kommt mit der Empfehlung des pan-amerikanischen Titels nach Kaiserslautern. Der 24-Jährige soll vor allem bei den Schüssen aus der Halbdistanz punkten. Ryan Wright von den Denver Rolling Nuggets fand über die Vermittlung seines Mitspielers Taz Capasso den Weg in die Barbarossastadt. Zudem soll Robin Rittersbacher aus der zweiten Mannschaft an die Bundesliga herangeführt werden. Gerüchten um eine Abmeldung der Devils aus der Liga widerspricht Lorenz. „Unser Etat ist zu einem Drittel gedeckt, bis Dezember sind alle Ausgaben gedeckt.“ Gemeinsam mit dem Stammverein und anderen namhaften Unterstützern arbeitet die Devils-Vorstandschaft aktuell an einem tragfähigen Zukunftskonzept für den Lauterer Rollstuhlsport. Die Vertragsverlängerungen mit Mark Beissert (bis 2019) und dem EM-Dritten Matthias Heimbach (bis 2020) sollen ein Signal für die Zukunft sein. Platz fünf bis sieben sei angepeilt, vorausgesetzt, der dünne Kader bleibt von Verletzungen verschont. „Lahn-Dill, Thüringen, Zwickau, Hamburg und München“ sieht Lorenz in der Favoritenrolle. „Dahinter ist alles möglich.“ Vorher gelte es aber, die noch ausstehenden Aufgaben zu bewältigen, damit es auch 2016 Bundesligasport in Kaiserslautern gibt.