Landleben
Beim Mobilen Arbeiten ein Kälbchen auf die Welt gebracht
Homeoffice auf dem Land, das hat schon was! Statt wie in der Redaktion auf Betonwände zu schauen, schweift mein Blick hier über das Glantal. Statt auf Asphalt und Klinker-Mauer blicke ich auf eine Weide mit den meist friedlich grasenden Kühen meines Vaters, eines Landwirts. Ein deutlicher Pluspunkt fürs mobile Arbeiten. Gleichzeitig aber auch ein bisschen Arbeit, etwa wenn wieder ein Kälbchen unter dem Weidezaun hindurchschlüpft und zurückgetrieben werden muss.
Eher selten kommt’s dagegen vor, dass man beim Telefonieren sieht, dass eine der trächtigen Kühe gerade am Kalben ist – also endete ein Telefonat mit Kollegin Julia Luttenberger am Freitag recht unvermittelt: „Wir kriegen ein Kalb, melde mich später.“ Die Eltern angerufen, die „Schaffhosen“ angezogen und ab auf die Weide. Weil die Fruchtblase schon geplatzt ist, die Vorderfüßchen und das Maul samt rosafarbener Zunge schon zu sehen sind, muss es schnell gehen.
Name für das Kälbchen gesucht
Mit einem Strick wird Mutterkuh Hilde auf der Weide von mir festgehalten, damit sie nicht weiter unruhig umhertippelt, während Landwirt Kurt die Geburtsstricke an den Klauen befestigt. Nach kurzem Ziehen mit Bäuerin Isolde flutscht das Kalb geradezu auf die Weide. Nicht immer ist es so einfach. Doch das Kalb atmet, und Hilde beginnt, wie sich das gehört, mit dem Abschlecken. Per Whatsapp eine kurze Nachricht an die Kollegen in der Redaktion: „Homeoffice auf dem Land:“ – mit dem Foto oben.
Schon kurz nach der Geburt steht das Kälbchen übrigens auf seinen eigenen vier Beinen – und wird sich wenig später bei Mutter Hilde am Euter bedienen. In ein, zwei Tagen kann es dann schon mit den einige Wochen älteren Kumpels seine Runden auf der Wiese drehen.
Übrigens werden die Kühe auf dem Ginkelschen Hof immer alphabetisch durchbenannt. Los geht’s Jahrgang für Jahrgang mit – Überraschung – „A“. Bei dem am Freitagnachmittag geborenen Kalb sind wir bei „U“ angekommen. Falls Sie, liebe Leserinnen und Leser, eine Namensidee haben, schreiben Sie mir an: benjamin.ginkel@rheinpfalz.de. Ulla, Uschi und Ursula sind allerdings schon raus – so hießen in der jüngeren Vergangenheit schon Kälber.
Jetzt soll nochmal jemand sagen, dass man sich bei der Arbeit Zuhause einen faulen Lenz macht ...