Kaiserslautern
Auszeichnung für Reiner Mährlein: Hineindenken, hineinsehen
„Kunst braucht Förderer“. Hinter dieser Prämisse initiierten die beiden Lions Club-Mitglieder Jörg Heieck und Tobias Wiebelt eben diesen Art Award gezielt zugunsten Künstlern der westpfälzischen Region. Der mit 2000 Euro dotierte Preis ergibt sich durch den Ankauf dreier Arbeiten, die als Schenkung in den Bestand des mpk eingehen. Die Wahl fiel auf drei Druckgraphiken auf Büttenpapier, die trotz verschiedener Techniken ein harmonisierendes Farb- und Form-Trio bilden. Namentlich wurden „Empreinte 12/02“ (2012, Rostmonotypie, Granitprägung), „Recoin V“ (2019, Rostmonotypie, Tiefdruck) sowie „Lune Bouleversée“ (2020, Rostprägung, Tiefdruck) übereignet.
Museum mit „Ewigkeitscharakter“
Die Übergabezeremonie eröffnete mpk-Direktor Steffen Egle. Er zeigte sich erfreut über den „tollen Anlass“, auch als „einen Baustein“ seines Amtsverständnisses, mit dem er zugunsten der Kunstszene im verorteten Land angetreten sei. Ebenso positiv reagierte Sören Fischer, der Leiter der Grafischen Sammlung, weil sie nun wachse und das Museum dem ihr eigenen „Ewigkeitscharakter“ mit jeweils zeitgenössischen Werken für spätere Zeiten bewahre. In einem Künstlergespräch erfragte Fischer detaillierte Hintergründe zum Werk Mährleins. Beispielsweise die Idee, wie ein Bildhauer zu zweidimensionalem Arbeiten komme. In seiner Antwort verriet der 1959 geborene Lauterer, dass er ursprünglich selbst dachte, nie etwas anderes als skulpturale Figuren erschaffen zu können. Bis sein „Hineindenken und Hineinsehen“ in architektonische Formen sowie in die Geheimnisse der Materialität hinzugekommen sei, wobei er seinem Gestein mit dessen prägenden Oberflächen und dem Stahl mit dessen farbigem Rost den Materialien seiner Plastiken treu bleibe.
Die Übersetzung einer Idee
Ein zweites Beispiel betrifft die französischen Titel. Darin sieht der Urheber der Werke, der in Paris studierte, den analogen Vorgang zum Übersetzen einer Idee in eine künstlerische Form. Am Ende des Gedankenaustausches bedankte sich Mährlein für die Würdigung und freute sich nach „langen Jahren im mpk ausgestellt“ zu sein. Und gerichtet an den Lions Club Lutra fügte der Geehrte an: „Weil er es möglich machte, hoffe ich, dass dieser jährlich vergebene Art Award zugunsten der westpfälzischen Kunstszene noch lange so weitergeht.“
INFO:
Die Ausstellung der drei Blätter von Reiner Mährlein verbleibt für einige Wochen im Flur des mittleren Foyers.