Kaiserslautern Aus für Coca Cola in Lautern

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Die Nachricht traf gestern die Belegschaft wie ein Blitz aus heiterem Himmel. „Wir waren völlig überrascht, vor allem aber schockiert und tief enttäuscht“, berichtete Betriebsratsvorsitzender Joachim Reidenbach von der Mitarbeiterversammlung am gestrigen Vormittag. Die Geschäftsleiterin der Coca Cola Südwest, Kathrin Mihalus-Dianovski, überbrachte die Hiobsbotschaft. Demzufolge sollen die beiden Coca Cola-Vertriebsstandorte Saarbrücken und Kaiserslautern dicht gemacht werden. Beide Niederlassungen würden an einem neuen Standort im Raum Saar-Pfalz zusammengelegt, teilte die Geschäftsleiterin mit. An welchem Ort das sein wird, steht nach Auskunft Reidenbachs noch nicht fest. Sicher sei aber, dass mit dem Ortswechsel auch ein Verlust an Arbeitsplätzen verbunden sei. Denn die Firma wolle Kosten sparen. Ziel sei es, die Belieferung der Kunden in der Region zu vereinfachen, begründete wiederum die Geschäftsleitung den Zusammenschluss des Vertriebs an einem neuen Standort. Die Geschäftsleiterin sagte den Mitarbeitern zu, dass allen „alternative Arbeitsplätze“ im Unternehmen angeboten würden. Auch wolle Coca Cola den Beschäftigten den Ortswechsel erleichtern. So sei an Zuschüsse zu den Fahrt- oder Umzugskosten gedacht. Zurzeit arbeiten am Standort Kaiserslautern 135, in Saarbrücken 65 Leute. Nach Auskunft des Betriebsratsvorsitzenden soll die Stellenzahl im Lager halbiert werden, die Zahl der Fahrer werde um ein Drittel verringert, die Verwaltung werde nach Frankfurt-Liederbach verlagert, die Kfz-Werkstatt geschlossen. Der technische und kaufmännische Außendienst wiederum werde anderen Standorten zugeordnet. „Das ist ein Schlag ins Gesicht der Mitarbeiter“, machte der Betriebsratsvorsitzende seinem Unmut Luft. Er erinnerte an die Verlagerung der Produktionsstätte Ende 2009 von Kaiserslautern nach Mannheim. Damals seien 96 Stellen im Betrieb auf dem Einsiedlerhof gestrichen worden. Von den 96 betroffenen Mitarbeitern gingen laut Reidenbach nur 30 zum Produktionsbetrieb nach Mannheim, die anderen hätten gekündigt. Der Betriebsratsvorsitzende fürchtet, dass auch bei der Verlagerung des Vertriebs viele seiner Kollegen ihren Job verlieren werden. „Viele kommen aus Kaiserslautern, müssen als Alleinverdiener eine Familie ernähren und können sich eine weite Fahrt zum Arbeitsplatz schlicht nicht leisten“, gab Reidenbach zu bedenken. Er werde kommende Woche in die Konzernzentrale nach Berlin reisen und um eine Lösung kämpfen, „mit der wir leben können“, kündigte der Arbeitnehmervertreter an. Wichtig sei, dass der neue Vertriebsstandort möglichst nahe bei Kaiserslautern liege. Dass die Belegschaft bis heute nicht wisse, wo die neue Niederlassung stehen wird, bezeichnete Reidenbach als „ein Unding“. Die Stimmung im Betrieb sei „katastrophal“, erzählte Reidenbach. Die Belegschaft, die 2009 vergeblich um den Erhalt des Produktionsstandorts Kaiserslautern gekämpft hatte, habe das Vertrauen in die Unternehmensführung verloren. Damals sei der Belegschaft zugesagt worden, dass der Vertriebsstandort Kaiserslautern erhalten bleibe. Coca Cola habe Bestandsschutz gewährt und eine Beschäftigungsgarantie bis Ende 2012 gegeben. Doch sobald die Frist verstrichen war, seien mehr als 30 Arbeitsplätze abgebaut worden.

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