Kaiserslautern Auf ewig ein Getränk

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Den Mythos, dass nur zwei Menschen auf der Welt das genaue Rezept von Coca Cola kennen und deshalb nie zusammen fliegen dürfen, den kennen Emil Herrmann und seine Kollegen ganz genau. Immerhin haben sie jahrzehntelang für Coca Cola gearbeitet. Sie haben in Kaiserslautern und Pirmasens das weltbekannte Getränk abgefüllt und dafür gesorgt, dass es in der Region zu haben war. „Eine schöne Zeit“, sind sich die 13 Männer einig, die längst im Ruhestand sind.

Dass Coca Cola für sie mehr war als ein Arbeitgeber, dass sie mehr waren als Kollegen, dass sie Freunde sind, das beweisen sie seit gut 30 Jahren jeden Mittwoch. Dann treffen sich die „Coca-Cola-Oldies“, wie sie sich nennen. Sie wandern, kehren ein, trinken was zusammen. Dabei werden sie ihrem früheren Arbeitgeber manchmal untreu: „Wir reden zwar immer über Coca Cola, aber wir trinken auch mal Bier, Wein oder Wasser“, bekennen die Cola-Oldies lachend beim Treffen im Gasthaus „Schwan“ in Waldfischbach-Burgalben. Auch wenn es ausnahmsweise mal nicht auf dem Tisch steht, Coca Cola spielt bei den Treffen immer die Hauptrolle. Immerhin verdanken sie ihrem Ex-Arbeitgeber eine Männerfreundschaft fürs Leben. „Wir waren stolz auf unser Produkt, unseren Job und unsere Firma“, sind sich Emil Herrmann, Herrmann Schneider, Horst Buchelt, Klaus Weber, Werner Lehmann, Werner Buser, Kurt Schneider, Erich Mertel, Max Nowitzki, Günter Hahn, Edwin Palm, Hans Christmann und Hans Leis einig. „Als Hans Leis kennt den keiner, für unsere Kunden war er immer der Jean“, verraten Emil Herrmann und Herrmann Schneider lachend. Im Verkauf war Leis wie viele seiner früheren Kollegen tätig, und für fast alle waren sie einfach: „der Cola-Mann“. Pfälzische Getränke GmbH Kaiserslautern-Pirmasens hieß die Coca-Cola Vertriebsgesellschaft, für die sie arbeiteten. Zunächst wurde in Pirmasens und Kaiserslautern abgefüllt, später nur noch in Lautern, seit 2009 auch dort nicht mehr. Ein Jahr, an das sich die Männer noch gut erinnern. Obwohl im Ruhestand, gingen sie mit den noch arbeitenden Kollegen auf die Straße, kämpften um den Erhalt des Abfüllstandortes. „Es war und ist unser Unternehmen“, sagen sie, auch wenn sich die Strukturen von Coca Cola in Deutschland erheblich verändert haben, Hauptsitz nun Berlin ist. Gekämpft wurde vergeblich. 2014 zog auch der Vertrieb um, von Lautern nach Ramstein-Miesenbach. An die Ramsteiner Airbase haben viele der Oldies gute Erinnerungen. „Wenn dort Tag der offenen Tür war, war das für uns wie Weihnachten und Ostern zusammen“, verraten sie lachend. Unzählige Liter wurden konsumiert. Dass in der Region viele Amerikaner stationiert waren, „war sicher mit ein Grund dafür, warum wir der erfolgreichste Coca-Cola-Vertrieb in Deutschland, zeitweise sogar in Europa waren“, sagt Herrmann stolz. Der andere Grund sei gewesen, „dass sich alle immer für ihren Job zu 100 Prozent eingesetzt haben“. Egal ob Vertriebs- oder Verkaufsleiter, ob Außendienstler, wenn Not am Mann war, Nachschub benötigt wurde, „haben wir immer alle abgefüllt“, erinnern sie sich lachend an freiwillige Nachtschichten in der Produktion. Warum der unbezahlte Einsatz? „Wir wollten ja am nächsten Tag wieder was zum Verkaufen haben“, sagen sie. Aus der Produktion kennen sie zumindest einen Grund für den nahezu identischen Geschmack von Coca Cola weltweit: die Wasseraufbereitung. Egal aus welchem Brunnen das Wasser stamme, „es wird auf einen bestimmten Härtegrad gebracht“, berichten sie. Das Geheimrezept kennen sie übrigens auch nicht. Mit 88 Jahren ist Hans Buchelt der Senior, Werner Lehmann mit 64 „Küken“ der Truppe. Die Zeit bei Cola verbindet. „Unsere Frauen wären froh, wenn jeden Tag Mittwoch wäre“, scherzen die Männer, die gemeinsam Deutschland und Europa erkunden. Die Region haben sie schon durchwandert, aber auch der Rennsteig, Colmar, der Bregenzer Wald und das Allgäu waren Ausflugsziele. Und immer dabei, in Gedanken und Gesprächen, manchmal auch in Dosen und Flaschen: Coca Cola. (add)

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