Kaiserslautern Auf der Suche nach Farbe und Frühling
Frühlingserwachen sieht anders aus. Für die Aktion „Lautern blüht auf“ der Werbegemeinschaft „Kaiser in Lautern“ zeigte Petrus am Samstag keine Nachsicht. Selbst die farbigen Primeln, die zu Hunderten nur für Augenblicke die Pyramide in der Schillerstraße zierten und wie warme Semmeln nachgefragt wurden, ließen Kaiserslautern nicht aufblühen.
Nass und kühl ist es am späten Vormittag in den Straßen der Innenstadt. Am Altenhof stehen Stände mit kulinarischen Genüssen und Leckereien hochgeklappten Stühlen und geschlossenen Sonnenschirmen leerer Straßencafés gegenüber. Vergeblich versucht ein Händler, Kostproben von Schwarzwälder Schinken einer Landmetzgerei an den Mann zu bringen. Die Fackelstraße zeigt sich nur mäßig frequentiert. Eng wird es zwischen Kreissparkasse und Sparda Bank. Während Nadine Rüh an einem FCK-Stand die Gastronomie in der Nordtribüne bewirbt, lädt der Radiosender RPR1 zum Schätzen und Gewinnen ein. An beiden Ständen grüßt der Lenz mit Primelstöckchen. Berge von Salami wie am Altenhof türmen sich auch in der Fackelstraße. „Ich Italiener, Salami französisch“, so ein junger Mann in gebrochenem Deutsch hinter den Hügeln von Würsten, in den Geschmacksnoten von Esel und Hirsch, Ziege und Wildschwein, Rotwein und Trüffel. Ob es den „Phoenixkrechzer“ aus Ramstein mit ihrer Guggemusik gelingt, die grauen Regenwolken zu vertreiben? So sehr sich die Musiker in ihren farbenfrohen Kostümen auch bemühen und in der Fackelstraße ein schwung- und klangvolles „I am sailing“ dahin schmettern, die Regenschirme bleiben geöffnet. Nach den von der Sonne verwöhnten letzten Tagen tragen die Menschen wieder Mützen und Schals. Ein französischer Markt ist es, der Passanten in der Kerststraße innehalten und Käse, Salami, Nougat, Wein und Landbrote aus diversen Regionen Frankreichs probieren lässt. Weiter führt der Bummel durch die Marktstraße, vorbei an zwei, drei Oldtimern und an einem Märchenkarussell. Und tatsächlich, vor dem Brillengeschäft Panoptikum, blüht etwas. Mit Osterglocken und roten Primeln ist der Eingang herausgeputzt. Während im Modehaus Prottung eine Modenschau mit der neuesten Frühjahrs- und Sommer-Kollektion Farbe in das Grau des Samstags bringt, sorgen im Schaufenster des Fachgeschäfts Pallmann für Porzellan, Geschenke und Haushalt Hühner und Hähne in knalligen Farben für Frühlingsfeeling. Und noch immer tröpfelt es und bläst der Wind. Wie schön könnte es jetzt vor der Stiftskirche im Glanz der Frühlingssonne sein, wo es mit südländischer Stimmungsmusik und Antipasti, Pizza und Dolce wie auf einer italienischen Piazza zugeht. Doch Tische und Bänke bleiben um die Mittagszeit leer. Wären da nicht die Rosmarinstöckchen, die mit ihrem frischen Grün an den Frühling erinnern. Die Gunst der Stunde nutzt der Landfrauenverband Pfalz. Am „Equal pay day“ machen die Frauen auf die Lohnlücke zwischen der Bezahlung von Frauen und Männern bei gleicher Arbeit aufmerksam. Dazu serviert Sonja Diehl Passanten kleine Biskuit-Teilchen mit der Aufschrift „22 Prozent“. Die Höhe der durchschnittlichen Lohndifferenz für Frauen. Bei Kostproben für Männer fehlt dieser Anteil am süßen Teilchen. Hanno Scherer, Chef des Citymanagements, hat gut lachen. Er freut sich über die neuen Räume, mit denen das Citymanagement künftig neben dem Café am Markt vertreten ist. „Klein, aber mitten in der Stadt“, so Scherer. Es wird an drei Tagen die Woche für Bürger geöffnet sein. Und immer wieder begegnet man dem Lauterer Osterhasen, der Kinder mit Süßigkeiten beglückt, schlängelt sich die Bimmelbahn mit Eltern und ihrem Nachwuchs durch die Fußgängerzone, erinnern Primelstöckchen an „Lautern blüht auf“. Auffallend die zahlreichen Händler, die wie beim Altstadtfest ihre Waren feilbieten. International gibt sich Kaiserslautern auf dem Schillerplatz. Dort lockt Streetfood aus verschiedenen Länder.