Kaiserslautern Auf den Flügeln der Eagles

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Zehn Mannen eroberten am Samstagabend die Bühne im Congress Center Ramstein. The Eagles Project breitete seine musikalischen Flügel aus und bot mehr als zwei Stunden sanften oder auch stampfenden Country-Rock ihrer Vorbilder vor einem begeisterten, voll besetzten Auditorium. Es war „One Of These Nights“ – in der Tat eine dieser Nächte zum nostalgischen Erinnern an eine musikalische Legende und an eine der erfolgreichsten Country-Rock-Bands.

Klar, ist das nicht irgendeine Band. Die Eagles, das sind 40 Jahre Bandgeschichte, sechs Nummer-eins-Alben, sechs Grammys, 40 Radio-Singles, und mit Don Henley und Glen Frey zwei Songwriter, die in der Hall of Fame gewürdigt wurden. Beeindruckend ist auch der Bühnenaufbau. Er lässt schon ein musikalisches Kraftpaket erwarten. Allein die zehn aufgereihten Gitarren wecken Erwartungen. Das selbstgesteckte Ziel des Projektes ist es, der gesamten Ära der Idole musikalisch zu huldigen. Und als Tribute-Band hat man sich die musikalische Latte hochgelegt: nicht einfach nachspielen, sondern die Musikstücke originalgetreu wiedergeben. Die Vokal-Arrangements der Eagles machen den hohen Wiedererkennungswert aus. Daher stehen an diesem Abend zuallererst die Gesangssolisten im Focus: Matthias Kinder, Bernd Loch und Michael Weickenmeier, unterstützt vom Backgroundgesang von Peter Stein. Kinder hat seine Stärken in den Balladen, Loch zeichnet für die hohen Tonlagen verantwortlich, und Weickenmeier zeigt seine Leidenschaft für rockige Nummern. Nach einem Start mit angezogener Handbremse liefern sie über das gesamte Konzert doch eine bemerkenswerte Leistung ab. Die vier Gesangsstimmen starten mit gut intoniertem „Take It Easy“, während vier Gitarren in unterschiedlicher Tiefe vor den Männern hängen. Leider kam schon hier die Sologitarre mit ihren markanten Country-Licks zu leise rüber. Den klaren Sound von bis zu fünf Gitarren sauber heraus zu definieren, ist harte Arbeit für den Tonmann und gelang streckenweise nicht so deutlich – obschon der Gesamtklang fulminant war. Bereits bei seinem ersten Mikroeinsatz des Abends („Witchy Woman“) empfiehlt sich der Keyboarder /Gitarrist Michael Weickenmeier als guter Solosänger und später auch als versierter Gitarrist. Das sollte sich im Lauf des Konzertes durch mehr Lässigkeit und eine stilechte Attitude noch steigern. Eine Bluesharp kündigt einen staubigen Westerntitel an: Die „Doolin Dalton“-Bande ist in der Stadt. Sologesang und gleichzeitige Sologitarre sind kein leichtes Unterfangen, was bei „Peaceful Easy Feeling“ leider zu unsauberem Spiel führt. Aber dann sind die Jungs warm gespielt – erstes Aufmerken bei „New Kid In Town“: Bei dieser Ballade ist der Gesang wunderbar nah am Original. Jetzt lassen sie nicht mehr locker. Und wieder ist es die Stimme von Weickenmeier, die bei „Part Of Me, Part Of You“ glänzt und getragen wird von dem vollen Sound sechs- und zwölfsaitiger Akustikgitarren. Vor der Pause wird das Gaspedal nochmal durchgetreten, und vier E-Gitarren rocken das Geschehen („In The City“, „Boys Of Summer“), garniert mit Akzenten der Slideguitar. Super abgeliefert! Im zweiten Set folgen Hits, die Glen Frey und Don Henley damals zu erfolgreichen Solokünstlern machten. Ab und an werden launige Ansagen eingestreut wie beim Kreditkarten-Song „Take It To The Limit“. Neben wichtigen Akzenten haben auch Saxophon (Volker Kaufmann) und Trompete (Michael Immetsberger) ihre gefeierten Solopassagen. Insgesamt kommt der zweite Teil von der gesamten Band sehr viel lässiger rüber. Besonders der profunde, ruhende Pol an der exakt gespielten Bassgitarre (Martin Müller) macht Eindruck. Es überzeugt ein tolles Zusammenspiel mit der variantenreichen Drumarbeit von Nils Sievers. Ein Gitarren-Gewitter lässt jetzt Partystimmung aufkommen („Walk Away“, „The Heat Is On“, „The Long Run“). Der Saal steht, tanzt und singt. Kurz Luftholen und dann kündigt die Doppelhals-Gitarre (Marco Bauer) den Super-Mega-Song „Hotel California“ an. Die Nummer gelingt, trotz gerissener Saite des Solisten (Thomas Geib), der noch rechtzeitig die Gitarre wechselt. Hut ab! Nach 25 Titeln und zwei Zugaben verabschiedet sich die Band, stehende Ovationen sind ihr Lohn.

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