Kaiserslautern Atemstark und fingerfertig
Ein Potpourri aus klassischer Musik präsentierten junge Musiker am vergangenen Sonntag im Bürgerhaus Weilerbach. Bei dem traditionellen Neujahrskonzert der Kreismusikschule (KMS) Kaiserslautern dominierten diesmal Klavier und Blasinstrumente.
„Guten Abend, gute Nacht“ heißt es gleich zu Beginn des Neujahrskonzertes der KMS im Weilerbacher Bürgerhaus. Das Gesangsduo Ksenia Petrik und Maikel Gerasimov wird bei dem Wiegenlied von Johannes Brahms von Nicole Gerasimov auf dem Klavier begleitet. Es folgen drei Volkslieder, darunter „Tiritomba“ und „Samba Lele“. Die Choreographie sitzt, und während Maikel das Publikum animiert mitzuklatschen, dreht sich Ksenia wie eine Flamencotänzerin im Kreis und lässt dazu die Kastagnetten im Rhythmus klappern. Mathis Straßer am Violoncello und Clemens Straßer am Klavier bringen anschließend „Falling Leaves“ von Kathy und David Blackwell zu Gehör. Der Protagonist am Cello hat den Blick auf die Noten fixiert und scheint mit seinem Instrument zu verschmelzen. Antonia Molter auf der Trompete, begleitet von Pianistin Valerie Venzke, stellt danach unter Beweis, dass sie einen „langen Atem“ hat. Bei „March, Waltz und Ragtime“ von Marco Pütz nutzt sie die gesamte Bandbreite ihres Instrumentes aus. Das Gleiche gilt auch für Ana Gaedtke, die auf dem Horn die „Lustige Suite“ von Jürgen Runge intoniert. Den Klavierpart übernimmt diesmal Kristina Kappes. Bei der Sonata F-Dur von Giovannino, vorgetragen von Markus Scheuermann auf dem Kontrabass, überwiegen die dunklen, melancholischen Klänge, doch Paul Leineweber kann das Publikum anschließend mit dem „Rondo for Lifey“ von Leonard Bernstein wieder aus seiner Lethargie reißen. „Fantasy“ von James Curnow hat sich Raphael Gaedtke auf der Posaune ausgesucht. Er wird von Finn Johannes Schiebel auf dem Klavier begleitet, und die beiden Instrumente harmonieren perfekt miteinander. Aus melancholischen, weichen Klängen werden fließend voluminöse, die an das Röhren eines Elches erinnern. Etwas filigraner und gediegener geht es nun Eva Bertoluzzi auf der Klarinette an. Sie wird dabei von Marco Bertoluzzi auf dem Klavier begleitet und trägt aus Ralph Vaughn Williams „Six Studies“ vor. Tief Luft holen ist zwischen „Adagio, Andante und Allegro“ notwendig, damit ihr nicht die Puste ausgeht. Den Schluss- und Höhepunkt des zweistündigen Musikmarathons setzt Michael Makunts auf dem Klavier. Von Bach über Haydn und Liszt bis hin zu Prokofiev zieht sich das facettenreiche Repertoire, das er mit viel Gefühl zu Gehör bringt. Zwischen den Nummern geht er, der alles auswendig spielt, in sich und scheint gedanklich das nächste Stück durchzugehen. Zurecht wird sein Vortrag mit frenetischem Beifall belohnt. „Wir sind sehr stolz auf Euch“, lautet dann auch das Resümee von Kristina Schier, der Leiterin der KMS.