Kaiserslautern Arbeitsmarktsituation in der Westpfalz „noch nie so gut wie in diesem Jahr“
„Trotz vieler Verwerfungen, unter anderem wegen Pandemie, Strukturwandel, veränderten Arbeitsbedingungen in der Industrie und der Demografie, stand der Arbeitsmarkt in der Westpfalz noch nie so gut da wie in diesem Jahr“, sagt ein sichtlich gut gelaunter Peter Weißler. Der Leiter der Arbeitsagentur Kaiserslautern-Pirmasens hat am Mittwochvormittag zusammen mit seiner Chefin, Heidrun Schulz von der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland, die Lage am Arbeitsmarkt in Rheinland-Pfalz und der Westpfalz vorgestellt. Seit fünf Jahren steht Weißler jetzt an der Spitze der für die Westpfalz zuständigen Arbeitsagentur – mit den Städten Kaiserslautern, Pirmasens und Zweibrücken sowie den Landkreisen Kaiserslautern, Südwestpfalz, Kusel und Donnersbergkreis.
Rund 16.200 Menschen sind hier ohne Arbeit – Stichtag war Ende Februar. 3000 weniger als noch vor einem Jahr. Weißler wertet das als „beeindruckende Zahlen. Schließlich stecken wir noch in der vierten Welle der Pandemie“. Aber er sagt auch, dass die Arbeitsagentur allen, die das möchten, eine berufliche Perspektive aufzeigen wolle. Weißler: „Die Chancen dafür stehen gut.“ Aktuell sind in der Westpfalz von den Arbeitgebern 6400 offene Stellen gemeldet, und er sei optimistisch, dass auch in den kommenden Monaten weiter ein Bedarf an Arbeitskräften besteht.
Folgen des Ukraine-Konflikts sind noch nicht abzusehen
Allerdings warnen Schulz und Weißler vor zu früher Freude, denn der Krieg in der Ukraine werde sich auch am westpfälzischen Arbeitsmarkt niederschlagen. Wie heftig, das sei derzeit noch nicht abzusehen, sagte Schulz. In den kommenden Tagen und Wochen werde man sich einen Überblick verschaffen, denn auch in rheinland-pfälzischen Unternehmen gibt es zahlreiche Verflechtungen in die Ukraine oder nach Russland.
Ungeachtet dessen sei die Arbeitsmarktlage besonders in Kaiserslautern positiv. Laut Weißler waren im Februar 4388 Männer und Frauen ohne Arbeit – im Vorjahresmonat waren es noch 936 mehr. Der Trend in dem westpfälzischen Oberzentrum werde weiter anhalten, sich noch verstärken. Schulz ergänzt: „Vor Jahren war der Arbeitsmarkt in der Westpfalz noch unser Sorgenkind, doch die Entwicklung hier und eine hohe Bereitschaft zum Pendeln sorgt dafür, dass das über Jahre hinweg typische Ost-West-Gefälle auf dem Arbeitsmarkt bald nicht mehr da ist.“
In fast allen Bereichen werden Mitarbeiter gesucht
Zwar gebe es in der Westpfalz einige vielversprechende Ansiedlungen in der Logistik- und der Automobilbranche in den kommenden Monaten und Jahren, doch der Aufschwung auf dem Arbeitsmarkt lasse sich nicht nur auf diese beiden Zweige zurückführen, betont Schulz: „Wir haben bei den Jobs einen Aufwuchs in allen Bereichen, vom Pflege- und Gesundheitssektor über den Dienstleistungsbereich bis zum verarbeitenden Gewerbe.“ Einzig die Finanzdienstleistungen würden derzeit schrumpfen. Kurzarbeit werde zwar noch als Instrument genutzt, laut Schulz allerdings immer seltener. Waren es im Januar noch 1400 Betriebe, meldeten im Februar in ganz Rheinland-Pfalz noch 700 Kurzarbeit an.