Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Am Mittwoch Präsidenten-Wahl an der Technischen Universität Kaiserslautern

An der Technischen Universität sind aktuell 14.640 Studenten eingeschrieben.
An der Technischen Universität sind aktuell 14.640 Studenten eingeschrieben. Foto: VIEW

An der Technischen Universität steht am Mittwoch eine richtungsweisende Abstimmung an. In nicht öffentlicher Sitzung wird die Nachfolge für Helmut Schmidt im Amt des Uni-Präsidenten entschieden. Sechs Bewerber, darunter drei auswärtige, treten zur Wahl an.

Der Hochschulrat hat für die Wahl sechs der ursprünglich zehn Kandidaten vorgeschlagen, so viele wie nie zuvor. Sie hatten sich im November im Audimax präsentiert, Gäste von außerhalb der Universität mussten damals draußen bleiben. Beworben haben sich für das hohe Amt aus der TU heraus der amtierende Vizepräsident Arnd Poetzsch-Heffter, Professor für Informatik und seit fünf Jahren für Forschung und Technologie an der TU zuständig. Die beiden anderen internen Bewerber sind Oliver Kornadt, der an der TU im Fachbereich Bauingenieurwesen das Fachgebiet Bauphysik/Energetische Gebäudeoptimierung leitet, sowie Gereon Niedner-Schatteburg, Professor für Physikalische Chemie am Fachbereich Chemie. Externe Bewerber sind Professor Arno Ehresmann, an der Universität Kassel Vizepräsident für Forschungsförderung, Professorin Angela Ittel, an der TU Berlin Vizepräsidentin für Strategische Entwicklung, Nachwuchs und Lehrkräftebildung sowie Professorin Manuela Pietraß, Professorin für Erziehungswissenschaft mit Schwerpunkt Medienbildung an der Universität der Bundeswehr in München.

Der Senat trifft die Entscheidung

Gewählt wird die neue Uni-Leitung vom 23-köpfigen Senat der Universität, in dem zwölf Professoren, vier Studierende, vier wissenschaftliche Mitarbeiter und zwei nicht-wissenschaftliche Mitarbeiter vertreten sind. Auch der Präsident der TU ist stimmberechtigt. Spannung verspricht die Wahl deshalb, weil in den ersten beiden Wahlgängen die absolute Stimmenmehrheit erforderlich ist. Eine Rolle dürfte bei der Entscheidung auch die anstehende Fusion der TU mit dem Universitätsstandort Landau im Jahr 2023 spielen, die die Landesregierung verfügt hat. Wenn die kommt, muss das Präsidentenamt neu besetzt werden.

Amtszeit von Schmidt endet am 30. Juni 2020

Der 66-jährige Helmut Schmidt ist seit 18 Jahren im Amt, so lange wie keiner seiner Vorgänger. Seine Amtszeit endet am 30. Juni 2020, im Jahr des 50. Bestehens der Universität. Schmidt hatte 2002 die Nachfolge von Günter Warnecke angetreten. In der Amtszeit von Schmidt hat sich die Anzahl der Studierenden mehr als verdoppelt, auf heute 14.640, darunter 4202 Fernstudenten. Die Universität mit zwölf Fachbereichen gehört mit 2539 Mitarbeitern (darunter 214 Professoren, zu den größten Arbeitgebern in der Stadt. Vor allem ihre Forschungsstärke konnte die TU in den letzten Jahren ausbauen. Dafür stehen sechs Sonderforschungsbereiche, auf dem Campus wird gerade für 40 Millionen Euro ein Forschungsneubau hochgezogen, ein zweiter Neubau ist in Planung. Auf dem Campus wurden in der Amtszeit von Schmidt ein Max-Planck-Institut angesiedelt, das Felix-Klein-Zentrum für Mathematik, entstanden sind die Forschungsbauten an der Trippstadter Straße.

Forschungsstärke ausgebaut

Unter seiner Regie wurden der Hochschulsport und Lehramtsstudiengänge ausgebaut, das Tagungszentrum Villa Denis in Frankenstein eingeweiht. Auch die Science Alliance, gegründet als ein Zusammenschluss renommierter Forschungsinstitute und der TU Kaiserslautern, ging an den Start. Die TU Kaiserslautern ist die einzige Technische Universität in Rheinland-Pfalz. Im Vorjahr wurden dort 70,6 Millionen Euro an Drittmitteln eingeworben.

Der Biologie-Professor Schmidt war im Jahr 2015 vom Deutschen Hochschulverband zum Präsidenten des Jahres gewählt worden. Ausgezeichnet wurde er für seinen Führungsstil, für sein politisches Verhandlungsgeschick und für seine Kommunikationsfähigkeit. Er sei ein Präsident „ohne Fakultätsbrille“, nehme Studierende und Mitglieder seiner Universität ernst, hieß es damals.

Ist seit 2002 im Amt: Helmut Schmidt.
Ist seit 2002 im Amt: Helmut Schmidt. Foto: VIEW
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