Kaiserslautern
Am Dienstag Kundgebung für GKN-Belegschaft vor der Opel-Hauptpforte

Seit es am Freitagmorgen die Gewissheit gibt, dass GKN Driveline sein Werk in Kaiserslautern schließt, war der Betriebsrat nicht untätig. Schon in dieser Woche stehen etliche Gespräche an, für Dienstag ist eine Solidaritätskundgebung an der Hauptpforte vor dem Opelwerk geplant.
„Wir haben heute noch einmal ein Schreiben unseres obersten Geschäftsführers bekommen“, berichtet GKN-Betriebsratsvorsitzender Markus Becker, der die Interessen der rund 320 bei GKN arbeitenden Beschäftigten vertritt. In dem Schreiben sei noch einmal deutlich gemacht worden, dass es für das defizitäre Kaiserslauterer Werk keine andere Option als eine Schließung gebe. Becker sieht das anders: „Aber das hebe ich mir für morgen auf.“ Denn am Dienstag beteiligt sich der GKN-Betriebsrat an einer Kundgebung der IG Metall vor dem Opelwerk, auf dessen Gelände GKN ansässig ist.
Am Montag wurden bei GKN Driveline die neuen Auszubildenden begrüßt, wie Becker auf Anfrage sagte: „Die hatten ihren ersten Tag.“ Man habe direkt alle Auszubildenden zusammengeholt und über die Situation informiert. Nach wie vor sei der Stand, dass für die acht jungen Menschen nach Möglichkeiten gesucht wird, in anderen Betrieben ihre Ausbildung abschließen zu können. Becker: „Es gibt von der Geschäftsführung die Aussage, dass man die Auszubildenden nicht im Regen stehen lasse.“
Arbeitsministerium bei Betriebsversammlung dabei
Für Dienstag ruft die Gewerkschaft IG Metall zu einer gemeinsamen Demonstration von Gewerkschaftsmitgliedern und Öffentlichkeit auf, um den Mitarbeitern bei GKN Driveline solidarisch zur Seite zu stehen. Unter dem Motto „Ihr seid nicht alleine! Solidarität mit den Beschäftigten von GKN!“ lädt die IG Metall alle Interessierten ab 13.15 Uhr zum Opel-Hauptportal, um ihre Solidarität mit der Belegschaft von GKN zu zeigen. Zu den Sprechern gehören neben Becker auch Alexander Ulrich und Bernd Löffler von der IG Metall. Im Anschluss an die öffentliche Veranstaltung ziehe sich der Betriebsrat mit Vertretern des IG-Metall-Bezirks Mitte zu Beratungen zurück.
Am Freitag, verrät Becker, steht zudem eine außerordentliche Betriebsversammlung auf dem Programm, in der es unter anderem um die Frage „Was heißt Sozialplan?“ gehen soll. Dafür habe sich ein Vertreter des rheinland-pfälzischen Arbeitsministeriums angekündigt.
Die Situation bei Opel und GKN sei nicht vergleichbar
„Wir wollen zeigen, dass die Schließung hier über den Betrieb hinaus ausstrahlt“, sagt der zweite Bevollmächtigte der IG Metall, Alexander Ulrich, „und deswegen für Dienstag möglichst viele Menschen mobilisieren.“ Bei GKN sei es eine andere Situation als bei Opel, betont Ulrich: „Dort gehen die Beschäftigten freiwillig, bei GKN nicht.“ Hier müssten alle gehen – auch die, die eigentlich gerne weiterarbeiten wollten.