Kaiserslautern
Als das Aus des Fackelrondell-Brunnens drohte
Unser historisches Bild aus dem Stadtarchiv zeigt links die Brunnenbaustelle im März 1939 und rechts eine Ansichtskarte des Fackelrondells im Jahr 1942. Das noch bestehende Haus Hexenbäcker ist eine Orientierungshilfe. Anhand des Stadtplans 1942 und mit Google Earth war es möglich, für unser aktuelles Foto den nur einige Meter abweichenden Standort in Bezug auf die historischen Aufnahmen herauszufinden. Bei der Stadt gab es 1975 Überlegungen, den Brunnen nicht wieder aufzubauen. Als diese Absicht bekannt wurde, organisierten sich „Brunnenfreunde“. Ihren Aktivitäten und ihrer Zusammenarbeit mit der ebenfalls engagierten RHEINPFALZ ist es zu verdanken, dass der Brunnen erhalten blieb und wieder aufgebaut wurde. An Ostern 1975 lief er zum letzten Mal an seinem alten Standort.
Ab Mai 1975 ließ die Stadt die ersten Brunnenteile abbauen. Sie wurden nummeriert und eingelagert. Es gab Diskussionen wegen eines neuen Standorts. Der Fackelwoog-Brunnen sollte unbedingt in der Nähe seines alten Standorts wieder sprudeln. Im Oktober 1975 begann der Wiederaufbau auf der Ostseite des 1999 abgerissenen Protestantenhauses. Das ist heute das Areal des Shopping-Centers „K in Lautern“. „Er läuft wieder“, schrieb die RHEINPFALZ ein Jahr später, an Ostern 1976. Mit dem Standort in Gesellschaft mit der alten Stadtplatane vor der Rathaus- und Burgkulisse waren alle einverstanden.
Der Bildhauer Fritz Korter hat die drei Brunnenschalen aus Obersulzbacher Sandstein gemeißelt. Spaltenweise beschrieb die Pfälzische Presse schon seit Anfang April 1939 die Schönheit des entstehenden „Korter-Brunnens“ am Fackelrondell. Niemand hatte bis dahin ein Bild oder ein Modell gesehen. Die Baustelle wurde jedoch eifrig beobachtet. Vor den ersten Probeläufen und bevor die wasserspeienden Fische an den Brunnenschalen angebracht wurden, schuf die Stadt ein „Verpackungs-Kunstwerk“: Sie verhüllte die Sicht auf den Brunnen mit einem Vorhang. Der Brunnen sollte eine Überraschung werden.
Bei dem ersten offiziellen Lauf am 30. April 1939 erhielt der Brunnen den Namen „Fackelwoog-Brunnen“ in dieser Schreibweise. Es wurde darauf hingewiesen, dass er „selbstverständlich mit roten und grünen Unterwasserstrahlern“ beleuchtet werden kann. In der Instandhaltungs- und Betriebsanleitung lassen sich die technischen Daten nachlesen. Die drei Schalen haben einen Durchmesser von 12,50, 8,20 und 3,69 Meter. Zwei Kreiselpumpen mit 30 beziehungsweise 20 PS pressen das Wasser in die Rohre mit dem Hauptstrahl zwölf Meter hoch.