Interview RHEINPFALZ Plus Artikel Alexander Bugera über die FCK-U21: „Mich freut, wie wir die Rückrunde gespielt haben“

Alexander Bugera (links) und sein Co-Trainer Nicola Karl hatten vor allem nach der Winterpause viel Grund, ihren Spielern der U2
Alexander Bugera (links) und sein Co-Trainer Nicola Karl hatten vor allem nach der Winterpause viel Grund, ihren Spielern der U21 des 1. FC Kaiserslautern zu applaudieren.

Die U21 des 1. FC Kaiserslautern hat die Oberliga-Saison als Tabellenvierter beendet. Trainer Alexander Bugera zieht im Gespräch mit RHEINPFALZ-Redakteur Markus Weis Bilanz und erzählt, welche Rolle eine Bratwurst vor einer Liga-Partie spielt.

Herr Bugera, am Ende der Oberliga-Saison steht ein vierter Platz für Ihr Team. Sind Sie damit zufrieden?
Ich habe den Jungs vor der Saison gesagt, man muss als Spieler Ansprüche haben, wenn man irgendwo hinwill. Und das ist am besten, wenn man oben mitspielt. Deswegen war ich in der Hinrunde schon unzufrieden, weil wir da zu viele Gegentore bekommen haben, viele Punkte hergeschenkt haben. Auch durch viele Torwartfehler. Aber das ist dem geschuldet, dass es eben ein Entwicklungsprozess in so einer U21 ist. Da sind ja viele Spieler aus der A-Jugend reingekommen. Was mich einfach freut, ist, wie wir die Rückrunde gespielt haben, wie wir die Liga angenommen haben und wie wir uns entwickelt haben. Der vierte Platz ist, wenn man die Vorrunde sieht, noch sensationell. Insofern ist der Platz schön, aber wenn man in eine Oberliga-Runde reingeht, will man natürlich erst mal mehr.

Gab es für Sie so einen ganz besonderen Moment oder ein besonderes Spiel in dieser Saison?
Da waren einige besondere Spiele dabei. Die beiden Spiele gegen Engers (4:4 und 3:3, Anmerkung der Red.), dann in Diefflen mit der Roten Karte gegen mich. Wir hatten ja auch sehr viele Spiele, die viele Tore gebracht haben – für die Gegner und uns. Dann war da noch der 8:3-Sieg vor kurzem in Ludwigshafen. Wie wir da gespielt haben, war sensationell. Da haben wir den Gegner und den Ball laufen lassen mit wenig Kontakten und schöne Tore rausgespielt. Insgesamt hat es mich einfach gefreut, dass die Jungs die letzten Spiele so angenommen haben, obwohl es ja genau genommen um nichts mehr ging. Das kenne ich auch anders ...

Sie haben gesagt, als Trainer kann man immer dazulernen. Was haben Sie denn in dieser Saison als Trainer dazugelernt?
Vielleicht, dass ich weniger der Heißsporn an der Linie sein muss, dass ich ruhiger werden muss und mich nicht mehr so mit den Schiedsrichtern anlege. Da wurde ich in der Rückrunde auch ruhiger. Das habe ich in der Hinrunde schon noch emotionaler gemacht, weil, das darf man auch nicht vergessen, die Qualität der Schiedsrichter in der Oberliga auch nicht immer die beste ist. Es gelingt mir zwar nicht immer, ruhig zu bleiben, aber ich glaube schon, dass ich da dazugelernt habe.

Nun stellt Ihr Team in Jacob Collmann, der 25 Treffer erzielt hat, auch den Torschützenkönig der Liga. Ist das für Sie und das Team auch was Besonderes?
Absolut. Das sind wir ja im letzten Spiel gegen Bitburg auch so angegangen mit dem Elfmeter. Den wollte eigentlich Irfan Catovic schießen, aber wir haben von außen gesagt, dass Jacob schießen soll. Eben auch im Hinblick auf die Torjägerliste. Denn es ist schon was Besonderes für uns, den Torschützenkönig in der Liga zu haben.

Einige Ihrer Spieler wie Leon Robinson oder Mika Haas haben jetzt Profiverträge bekommen, auch Shawn Blum wird zu den Profis hochgehen. Ist das auch für Sie eine Art Erfolgsbestätigung für Ihre Arbeit?
Wenn ich sehe, dass die Jungs jetzt einen Profivertrag unterschrieben haben, erfüllt es mich auch mit Stolz. Das bestätigt uns als U21 dann auch von der Vereinsseite aus. Wir haben ja immer einen guten Kontakt und Austausch mit Thomas Hengen. Und da freut es mich, wenn man es annimmt, wenn ich sage: Ich traue das den Jungs zu. Aber das ist nicht nur eine Bestätigung für mich, sondern für unser ganzes Trainerteam. Da muss ich auch meinen Co-Trainer Nicola Karl hervorheben. Ich finde es schön, wenn ich junge Trainer auch ausbilde, wenn sie ein bisschen von mir und meiner Art annehmen. Und das hat Nicola letzte Saison in der A-Jugend schon super gemacht. Und diese Saison dann auch, wo ich ja ein paarmal ausgefallen bin und er das eins zu eins übernommen hat. Ich weiß, was ich an ihm habe. Dank John Malanga, unserem Athletiktrainer, haben wir auch kaum Verletzte gehabt. Insgesamt ist das einfach ein schönes Team.

Es wird ja immer im Fußball über Aberglauben und Rituale vor Spielen gesprochen. Haben Sie auch etwas, was Sie vor jedem Spiel gleich machen?
(lacht) Ja, es hat sich dieses Jahr so ein bisschen eingebürgert, dass ich immer eine Bratwurst essen gehe mit unserem Zeugwart Michael Waßner. Wenn da ein Stand ist, wo es Bratwurst gibt, dann holen wir uns vor dem Spiel, während die Jungs sich warm machen, eine Wurst.

Die neue Saison beginnt Anfang August, wann starten Sie in die Vorbereitung?
Am 1. Juli geht es los.

Steht das Team für die neue Saison schon final?
Nein, da steht noch nicht alles. Da sind noch ein paar Fragezeichen. Da sind wir noch in Gesprächen mit Irfan Catovic und Görkem Koca. Görkem will ich schon absolut gerne halten, weil er für mich ein Unterschiedsspieler ist. Ich habe ihn jetzt zwei Jahre begleitet und sehe bei ihm, dass der Weg noch nicht zu Ende ist. Da würde es mich freuen, wenn er noch ein Jahr bleiben würde. Vielleicht dann auch mit der Option, zu den Profis hochzukommen. Aber ich kann ihn auch verstehen, weil er eine Qualität hat, die höher ist als Oberliga.

Nimmt sich der Trainer noch eine Auszeit, bevor es dann am 1. Juli wieder losgeht?
Ja, auf jeden Fall. Das Problem im vergangenen Jahr war ja, dass wir durch die Aufstiegsspiele der A-Jugend und die Übernahme des Oberliga-Teams nur fünf Tage Urlaub hatten. Dieses Jahr ist es ein bisschen länger, was auch mal sehr schön ist und auch guttut. Ich werde auch mal ne Woche wegfliegen – und da freue ich mich schon riesig drauf, da ich die letzten vier Jahre auch nicht mehr irgendwo großartig weg war.

Gekommen, um zu treffen: In Jacob Collmann (Mitte), der sich hier mit Marius Bauer (links) und Irfan Catovic über einen Treffer
Gekommen, um zu treffen: In Jacob Collmann (Mitte), der sich hier mit Marius Bauer (links) und Irfan Catovic über einen Treffer gegen Rot-Weiß Koblenz freut, stellte die U21 des FCK den Torschützenkönig der Oberliga.
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