Kaiserslautern Aktionswoche Alkohol macht auf Gefahren aufmerksam

Björn Schmitt wagt sich im Selbsttest an den Alkoholbrillen-Parcours. Melanie Abel schaut zu und passt auf, dass er nicht hinfäl
Björn Schmitt wagt sich im Selbsttest an den Alkoholbrillen-Parcours. Melanie Abel schaut zu und passt auf, dass er nicht hinfällt.

Wie wirkt sich Alkohol- und Drogenkonsum auf mein Sichtfeld aus? Was kann Alkoholgenuss in der Schwangerschaft für das Ungeborne bedeuten? Um derartige Fragen geht es bei der Aktionswoche „Alkohol? Weniger ist besser!“.

Mit einer Auftaktveranstaltung am Martinsbrunnen wurde die Aktionswoche „Alkohol? Weniger ist besser!“ am Freitag eröffnet. Die Abteilung Jugendarbeit und Jugendsozialarbeit der Stadtverwaltung Kaiserslautern, die Drogenberatungsstelle „Release“, das Polizeipräsidium Westpfalz, das Jugendparlament Kaiserslautern und der Bund gegen Alkohol und Drogen im Straßenverkehr (BADS) klärten über die Gefahren von Alkohol auf. Von 16 bis 20 Uhr konnten sich Interessierte im Fahrsimulator und in einem Rauschbrillen-Parcours testen, Quizfragen lösen und viele Informationen über Alkoholkonsum und seine Folgen erhalten. Dabei standen nicht nur die Gefahren für sich selbst im Vordergrund. Auch die Auswirkungen, die der Konsum auf andere Menschen haben kann, wurden aufgezeigt – beispielsweise im Fahrsimulator.

Brille mit Promille

Noch bevor die Infostände vollständig aufgebaut waren, kamen bereits die ersten Besucher und wollten den Parcours mit aufgezogener Alkoholbrille bewältigen. Die Alkoholbrillen simulieren die visuelle Beeinträchtigung, die der Alkoholkonsum mit sich bringt – und damit auch Einfluss auf die Motorik des Körpers hat. Dabei gab es unterschiedliche Promillewerte für die Brillen – beispielsweise zwischen 0,6 und 1,0 Promille, aber auch deutlich darüber. Der Parcours bestand aus Slalomlaufen zwischen Pylonen, einer Linie folgen, Überqueren eines Hindernisses und zum Schluss die Königsdisziplin: das Aufschließen einer Tür mit einem Schlüssel.

Zudem wurde von „Release“ über die Folgen von Alkohol in der Schwangerschaft informiert und anhand einer Babypuppe gezeigt, wie sich dies auf das Kind auswirkt. „Das fetale Alkoholsyndrom kann bei Neugeborenen bereits nach nur einmaligem Alkoholkonsum während der Schwangerschaft entstehen“, erklärt Melanie Abel. Sie arbeitet in der Abteilung Jugendarbeit und Jugendsozialarbeit der Stadtverwaltung, Fachstelle für erzieherischen Kinder- und Jugendschutz, und kümmert sich dort auch um verschiedene Präventionsthemen.

Auf Trunkenheitsfahrt

Das Polizeipräsidium Westpfalz informierte über die Vorteile von „Pfalz BOB“ und warnte vor den Gefahren, die Alkohol im Straßenverkehr mit sich bringen kann. Einige Passanten stellten sich der Herausforderung, ihre Reaktionszeit ohne und mit Alkohol zu testen. Dabei hat jeder Teilnehmer deutlich gemerkt, dass die Reaktionszeit sehr stark nachlässt, wenn das Sichtfeld durch den Alkoholkonsum beeinträchtigt ist. Zudem stellten das Polizeipräsidium und der BADS einen Fahrsimulator auf, bei dem man Schlange stehen musste, um eine simulierte Trunkenheitsfahrt zu machen. Eines wurde schnell klar: Alkohol kann besonders im Straßenverkehr zu einer großen Gefahr für sich selbst und für andere werden. „Pfalz BOB“ ist eine dauerhafte Aktion des BADS in Partnerschaft mit verschiedenen Gastronomiebetrieben in der Westpfalz und hat sich bereits etabliert. Beim Vorzeigen eines Schlüsselanhängers mit der Aufschrift „Pfalz BOB“ bekommen Autofahrer bei ausgewählten Partnergastronomien ein alkoholfreies Freigetränk. Damit wollen Polizei und BADS den Fahrer-Job an einem Partyabend fördern und somit gleichzeitig verhindern, dass Autofahrer zu alkoholischen Getränken greifen.

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