Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel A-capella-Späße mit Instrumentalbegleitung in der Kammgarn

Statt A-capella-Gesänge jetzt Späße zur Klavierbegleitung: Tobi Hebbelmann, Marc Sahr und Eddi Hüneke in der Kammgarn.
Statt A-capella-Gesänge jetzt Späße zur Klavierbegleitung: Tobi Hebbelmann, Marc Sahr und Eddi Hüneke in der Kammgarn.

Tri, Tra, Trio-Abend mit zwei „Ex“ und einem Neuen. Die beiden ehemaligen „Wise-Guys“-Jungs Eddi und Sari bereisen ab sofort mit Neuzugang Tobi im Live-Trio die A-capella-Bühnen – und das auch noch mit Instrumenten.

Bevor die zwei Ex-„Wise-Guys“ und der Frischling Tobi am Donnerstag im Lauterer Kammgarn-Kasino losfetzten, kam ein ulkiger Geselle auf die Bühne und stimmte die Gitarre. „Ich bin Ludger Banane“, stellte er sich vor. „Ich bin der Roadie. Vorher war isch der Järtner vom Sari.“ Nachdem er jahrelang das Unkraut jätete und den Rasenmäher ,,stimmte“, dachte sich Sari: „Der könnte auch sicher auf der Bühne das Publikum einstimmen.“ Dem Stimmungsbarometer nach hat er gute Arbeit geleistet.

Aber die größte Stimmung erzeugte der Tasten-,,Guy“ Tobias Hebbelmann, als er die Ankunft seiner beiden Kollegen anmoderierte. „Holt schon mal euer Konfetti. Alles paletti? Seid ihr ready? Dann ruft den...“ - Natürlich Eddi Hüneke. Zum guten Trio-Abschluss kam dann auch der letzte Mann: Sari alias Marc Sahr.

Gute Laune ist ansteckend

Die drei Acapellisten wissen, wie man sich ins Herz der Fans groovt: mit Schmeicheleien in perfekter Harmonie: „Wir streamen seit zwei Jahren und sind online interaktiv./ Doch ihr in Kaiserslautern seid besonders attraktiv.“ Ah, direkte Punktlandung.

Die gute Laune war aktiviert: „Wir sind heute alle drei recht positiv./ Nicht positiv getestet, sondern fröhlich und aktiv./ Wir sind geimpft, geduscht, gewaschen, gut gefrühstückt und gelöst,/ denn gute Laune, finden wir, ist hoch infektiös.“ Und dann hätten sie's fast vermasselt: „Hallo Karlsruhe, seid ihr gut drauf?“, pfefferte Sari in den Raum. War natürlich nur ein Scherz. Vor lauter Streaming am gleichen Ort kann man sich auch mal verirren.

Garanten für Mitsing-Chöre

Nach Auflösung der A-capella-Clique „Wise Guys“ hatte sich Sari 2017 komplett von der Bühne zurückgezogen und als Verwaltungsangestellter die Zeit vertrieben. Eddi blieb der Bühne treu und war ständig auf Solotour, meistens mit Pianist Tobi.

Zum Glück hatte Sari irgendwann dann doch wieder Lust auf Bühnenluft. 2019 war es dann soweit: Premiere in der gemeinsamen Wahlheimat Hürth. Dass zu dritt bei den alten „Wise-Guys“-Fans gut ankommen würden, war natürlich abzusehen. Seitdem ist jedes Live-Konzert ein Garant für Schunkelrunden und Mitsing-Chöre.

Ein Koffer voller Reime

Sie verpacken lustige Diagnosen in Songs („Daumenpause“), singen jazzige Nummern über Freundschaft und Typen in blauen T-Shirts und warnen vor gefährlichen „Spieleabenden“.

Für die zweite Hälfte hatten sich die Jungs etwas Besonderes ausgedacht: Die Gäste durften spontan eigene Reim-Kreationen auf einen Zettel schreiben und in den bereitgestellten Ukulelen-Koffer werfen. Was auch immer auf den Zetteln stand, wollten die drei Freunde zu Songs verarbeiten. Mutig. Und was kam raus? Zu den Beats von „Trotzdem geht’s mir gut“ wurden dichterische Glanzleistungen geboten wie ,,Mir fällt kein Reim heut’ ein./ mein Hirn ist viel zu klein.“ Oder: „Kunden sind mir einerlei./ Darum stellt mein Chef mich frei.“

Und dann gab's da noch ganz viele Zungenbrecher und verrückte Reim-Paare. Noch verrückter waren nur der tragische Liebessong „Lebkuchen-Samba“ sowie Tobis und Saris quietschrosafarbene Schnorchelmasken und Flamingo-Rettungsringe zu Eddis Solo-Urlaubsständchen.

Zu dritt so schön wie einst zu fünft

Zwischen kleinen, feinen und ironisch flockigen Unterhaltungen, Sticheleien und Kommentaren untereinander, bissigen Witzen über den Kölner Karneval und schönen Covern wie Jason Mraz’ „I'm yours“ und dem Ed Sheeran Schmankerl „Thinking out loud“ war es nach zwei Stunden auch schon vorbei mit dem Reime-Spaß.

Nach einem herzlichen Dank an die eigene Tour-Crew sowie die Kammgarn-Techniker und Veranstalter, ging es mit „Ab durch die Mitte“, ,,Komm’ mit mir nach Sansibar“ und einem Gutenachtlied in ein zünftiges Zugaben-Set, bis es „an der Zeit“ war, zu gehen. Fazit: „Die Klänge top, die Reime fit,/ so schön wie einst zu fünft und das zu dritt.“

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