Kaiserslautern 500 Rennen auf dem Buckel
„Radsport ist meine Leidenschaft. Ich versuche, ihn so gut wie möglich zu unterstützen.“ Das sagt Carsten Siegel aus Lingenfeld, mit 18 Jahren einer der jüngsten deutschen Rennkommissäre dieser Sportart. Für seine Leidenschaft fährt der junge Mann dem Wortsinn nach zweispurig – als Sportler und als Funktionär.
Noch ist er als Kommissär weniger häufig im Einsatz. Als Sportler fuhr er im ersten Dreivierteljahr 2016 an die 40 Rennen, „vielleicht 500 insgesamt, seit ich als Neunjähriger damit angefangen habe“. Einige Sechstagerennen (der Nachwuchs fährt lediglich zwei oder drei Tage) bestritt er ebenfalls. Nach einem weiteren Ende September im schweizerischen Aigle, dem Sitz des Radsport-Weltverbandes UCI, wollte Carsten Siegel „etwas langsamer“ machen. Schließlich steht im kommenden Frühjahr das Abitur an. Er wohnt im Internat des Kaiserslauterer Heinrich-Heine-Gymnasiums, eines von mehreren Sportgymnasien in Deutschland, kommt am Wochenende aber nach Hause, manchmal nur für kurze Zeit, so wie neulich. Da „bretterte“ er in der Nacht von der Deutschen Bahn-Meisterschaft in Cottbus, wo er dreimal startete, nach Lingenfeld. Um beim Straßenrennen im Dorf zu fahren, der alljährlichen Großveranstaltung des RV Viktoria Lingenfeld. Zum Radsport und zu dessen Rennkommissären fand Carsten Siegel über seinen Vater Bernd, Vorsitzender und Bahnfachwart des Radsport-Bezirks Südpfalz. Den Sohn reizt es, „darauf zu achten, dass die Regularien eingehalten werden, damit die Rennen fair verlaufen“. Noch tut er das nur innerhalb des Radsport-Verbandes Rheinland-Pfalz, nach Prüfungen später vielleicht auch bei Bahn- und Straßenrennen in ganz Deutschland. Radsport-Kommissäre leiten den Rennablauf einschließlich des Start-Anschießens, kümmern sich um die unzähligen Regularien und zeichnen auch für die Ergebnisse verantwortlich. Darüber hinaus stehen sie als Ansprechpartner für Sportler und Betreuer bei Fragen zum Regelwerk sowie dessen korrekter Befolgung zur Verfügung. 20 bis 25 Rennkommissäre gibt es im Radsportbezirk Südpfalz, vielleicht 100 in Rheinland-Pfalz. Ohne sie gäbe es keine Straßen-, Bahn- und Crossrennen. Carsten Siegel und die ebenfalls 18-jährige Rülzheimerin Saskia Dudenhöffer sind die Jüngsten. Aushängeschild ist der Offenbacher Andreas Gensheimer, einer von sechs Kommissären des Bundes Deutscher Radfahrer für nationale und internationale Straßen-Rennveranstaltungen unter dem Patronat der UCI. Für Bahnwettbewerbe sind es vier. |wk