Kaiserslautern 50 Zeilen Pop: Berlinale-Hits von Wolf Alice bis „Poi E“

„Musik ist wie eine Droge“, sagt Regisseur und Musiker Etienne Comar, der gestern mit dem Berlinale-Eröffnungsfilm über den Sinto-Gitarristen Django Reinhardt den Ton für die 67. Festivalausgabe setzte. Und heute dann gleich wieder „Lust for Life“, in „T2: Trainspotting“, der Fortsetzung des Kultfilms von Danny Boyle. Zwar geht es hier einerseits um Drogenfreaks in Edinburgh, aber doch auch um den Soundtrack einer Generation. Underworld sind wieder dabei, aber statt „Born Slippy“ heißt es nun „Slow Slippy“: Die Schotten Young Fathers sollen die neuen Soundtrack-Heroen werden – und Wolf Alice, denen gar heute der Eröffnungsfilm der Jugendreihe Generation gewidmet ist: „On The Road“ hat Bärengewinner Michael Winterbottom gedreht. Unter Dieter Kosslick sind Musikfilme im Berlinale-Programm populär geworden, widmen sich dieses Jahr aber nicht allzu bekannten Pionieren. Edgar Froese, der 2015 mit 70 verstarb, kann die Premiere von „Revolution of Sound. Tangerine Dream“ im Panorama nicht mehr miterleben: Margarete Kreuzer porträtiert ihn als Wegbereiter der elektronischen Musik. Angekündigt ist ihr Film als „Science-Fiction“. Für Techno interessiert sich Romuald Karmakar. Der Regisseur folgt in „Denk ich an Deutschland in der Nacht“ fünf DJs, die Sonntag auch zur Premiere erwartet werden: Roman Flügel, Ricardo Villalobos, Ata, David Moufang/Move D und Sonja Moonear. Stiller dürfte Heinz Emigholz’ „2+2=22 [The Alphabet]“ werden: Er hat für einen Teil des experimentellen Films die Düsseldorfer Tüftler Kreidler im Studio beobachtet. Um einen veritablen Hit dagegen kreist „Poi E: The Story of Our Song“ (Generation). Gut, „Poi E“ von Dalvanius Prime war nur in Neuseeland ein Hit. 1984. Aber als erstes Stück auf Maori in den Charts, so neben Michael Jackson: Das war eine kleine Revolution, zeigt Tearepa Kahis Doku auf.