Kaiserslautern
125. Jubiläum von Aco Guss: Unternehmen feiert sich und verteilt Bank-Geschenke
Ein unterhaltsamer und informativer Abend war es, zu dem die Geschäftsführung am Freitag ins Kasino und den Cotton Club geladen hatte. So bunt und kurzweilig wie der Abend, so spontan war der Empfang der Gäste, denen Mitarbeiter vor Beginn der Veranstaltung bei strömendem Regen mit Regenschirmen auf dem Parkplatz der Kammgarn entgegenkamen.
Mit festlich eingedeckten und zur Bühne hin schräg gestellten Hochtischen verfolgten die Gäste auf Hochstühlen über 90 Minuten ein Programm, bei dem Menschen im Mittelpunkt standen. Statt Reden gab es Talkrunden mit Repräsentanten der Unternehmensleitung, mit Mitarbeitern und Gästen, mit Kurzfilmen und Musikeinlagen.
Unter der Moderation von Aco-Manager Peter Fröhlich und Geschäftsführer Stefan Weber erinnerten Hans Julius Ahlmann, Geschäftsführender Gesellschafter der Aco-Gruppe, die Geschäftsführer Bernd Gründemann und Matthias Freier sowie die ehemaligen Vertriebsleiter Werner Sebald und Konni Breuer an Höhe- und Tiefpunkte der Unternehmensgeschichte des Gusswerks mit Sitz entlang der Hohenecker Straße.
Von der „Landesliga zur High-End-Gießerei“
Schwere Zeiten wie die Kriegsjahre, die Insolvenz 1997 und die Weiterführung des Guss- und Armaturenwerks unter der Leitung von Hans-Julius Ahlmann in der Aco-Gruppe, einem Familienunternehmen in Rendsburg, kamen zur Sprache. Als Beispiel dafür, dass sich Aco Guss „aus der Landesliga zu einer High-End-Gießerei in die Champions League“ entwickelt habe, verwies Gründemann auf Planetenträgergetriebe als Bauteile in der Autoindustrie. Heute sei das Unternehmen mit seinen Kompetenzfeldern Maschinenformguss, Strangguss und Bauguss ein Vorbild in Sachen CO2-Fußabdruck.
Gunter Heib und Jörg Harz, ehemaliger und aktueller Betriebsrat, betonten die familiäre Atmosphäre im Betrieb sowie den „Kulturwandel“ durch die wechselnden Besitzverhältnisse. Der habe sich vom Morgengruß „Moin, Moin“ des „Nordlichts“ Ahlmann abgeleitet. Adam Zimon und Eduard Reichert, frühere Auszubildende, lobten den Zusammenhalt im Familienunternehmen und die „Kunst, aus einem Blechpaket gescheite Produkte zu machen“.
Entwicklungsmöglichkeiten, die Aco Guss 360 Mitarbeitern aus 29 Nationen bietet, zeigten Klaus Jung und Mehmet Olcay auf. Olcay, der als Leiharbeiter begonnen hat, arbeitet heute als Gießereimechaniker im Schmelzbetrieb. Jung, als Maschinenschlosser tätig, hat seinen Ruhestand um ein paar Monate verschoben, um seine 50 Jahre bei Aco vollzumachen.
Das Jubiläum nehme Aco Guss zum Anlass, der Stadt etwas zurückzugeben, holte Weber Oberbürgermeisterin Beate Kimmel auf die Bühne. Zwischenzeitlich habe sich das Projekt Stadtmöblierung herumgesprochen, erinnerte er an die 80 Bänke, die das Unternehmen der Stadt in Aussicht gestellt hat. Was von Studierenden des Fachbereichs Architektur der RPTU (Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität) am Lehrstuhl von Professor Dirk Bayer im Rahmen eines Wettbewerbs entworfen wurde, sei in der Gießerei umgesetzt worden.
„Das Thema Bänke ist in Kaiserslautern vorbelastet“
Im Beisein von Catharina Ahlmann, Bayer und Benjamin Tirbach, dem Wettbewerbssieger, durfte Kimmel die erste Bank aus Gusseisen, die auch als Fahrradständer nutzbar ist, entgegennehmen. Auch wenn das Thema Bänke in Kaiserslautern vorbelastet sei, sei sie eine Befürworterin von Bänken, so Kimmel. „Die Bank, die als Radständer genutzt werden kann, hat Begeisterung ausgelöst.“ Groß seien die Erwartungen an die künftigen Standorte der Bänke. Um Jungen das Warten auf der Holzbank vor einer Mädchenschule in der Nähe der Mall angenehmer zu machen, könne sie sich diesen Platz zur Aufstellung der ersten Bank gut vorstellen, sagte Kimmel.
Mit einer Sonderedition der Bank in einem Ferrari-Rot wurde die Familie Ahlmann bedacht. Dem Arbeits- und sozialpädagogischen Zentrum signalisierte der Geschäftsführer die Förderung einer Regenwasseranlage zur Bewässerung der Gemeinschaftsgärten in der Galappmühle.
Mit einem Faible für Swing wartete das Saxofonquartett „Famdüsax“ zwischen den Talkrunden auf. Einen Vorgeschmack auf die After-Show-Party im Cotton Club gab Stephan Flesch zusammen mit der Sängerin Donielle Graves und dem Pianisten Kai Werth. Mit Songs wie „An Englishman in New York“ und „Sweet Dreams“ machten sie Lust auf mehr.
Kulinarisch verwöhnte das Geburtstagskind seine Gäste mit edlen Gaumenfreuden im Maschinenraum der Kammgarn. Einmal mehr erwies sich das Kasino des Kulturzentrums neben Konzertdarbietungen als ein idealer Ort für Festveranstaltungen.