Grünstadt Zwölf Leute treten aus

Placeholder-Image

Zwölf Mitglieder werden bis Ende Januar aus dem CDU-Ortsverband Kirchheim-Kleinkarlbach austreten, darunter der Beigeordnete und vormalige CDU-Ortsverbandsvorsitzende Kay Kronemayer und Ratsmitglied Frank Kohnle. Das ist die Folge des versuchten „Kirchheimer Königssturzes“ vom 5. November.

Vor einem Monat trat Kay Kronemayer bei der Nominierung des CDU-Bürgermeisterkandidaten gegen Amtsinhaber Robert Brunner an – und verlor. Kronemayer hatte daraufhin angekündigt, die Partei zu verlassen – ihm schließen sich nun elf weitere Mitglieder an. Ob Kronemayer und die anderen, die der CDU den Rücken kehren, zu den Freien Wählern wechseln, wie gegenwärtig kolportiert wird, sei noch nicht entschieden, sagte Kronemayer gestern auf RHEINPFALZ-Anfrage. Ebenso wenig könne er zum jetzigen Zeitpunkt sagen, ob er einen weiteren Versuch starte, 2019 Bürgermeister von Kirchheim zu werden. Die CDU in Kirchheim hatte im Sommer 33 Mitglieder, Anfang November waren es 45. Zu den zwölf Austritten sagte Kronemayer, das seien nur zufällig genauso viele Menschen wie wenige Wochen vor der Wahl in den Ortsverband eingetreten waren. Unter denjenigen, die die Partei wieder verlassen, sei eine Frau, die sich erst in diesem Herbst dem Ortsverband angeschlossen habe. Ihr sei aus dem Brunner-Umfeld bedeutet worden, dass sie nur für die Wahl des Ortsbürgermeisterkandidaten in die CDU eintreten solle: „Mit ihr war vereinbart worden, dass sie nur für die Wahl in der CDU zu bleiben brauche“, sagt der 39-jährige Kronemayer. Von solchen Verabredungen weiß Ortschef Brunner nach eigener Aussage nichts. Auf Nachfrage sagt er zur RHEINPFALZ: „Das ist mir neu. Ich habe mit keiner der kürzlich in die Partei eingetretenen Personen gesprochen.“ Nach Kronemayers Darstellung sei ein Dutzend Bürger vor der Generalversammlung des CDU-Ortsverbands, bei der die Nominierung des Bürgermeisterkandidaten für die Kommunalwahl 2019 auf der Tagesordnung stand, von der Gegenseite zum Eintritt bewegt worden – einfach, um die Wahl zu gewinnen. Im Nachhinein sollen diese Neumitglieder angegangen worden sein, nach dem Motto: „Du bleibst in der Partei, ein Austritt wäre jetzt zu auffällig.“ Brunner weist die Vorwürfe zurück. Solche Drohungen seien ihm nicht zu Ohren gekommen. Er sagt: „Ich weiß auch nicht, wer diese Leute angeworben hat. Im Moment wird hier viel gelogen.“ Kronemayer begründet seinen Austritt mit dem Anwerben von Stimmen, die dem Amtsinhaber gewogen seien. „Angeblich war das eine Reaktion darauf, dass es mir gelungen war, vor zwei Jahren etliche Neumitglieder zu akquirieren.“ Er selbst hatte bei der Versammlung 26 Aufnahmeanträge hochgehalten und erklärt: „Das sind Freunde von mir, die nur wegen mir eintreten würden. Ich habe das abgelehnt.“ CDU-Kreisvorsitzender Markus Wolf und der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Leiningerland, Frank Rüttger (CDU) hätten in mehreren Gesprächen und sehr engagiert versucht, ihn von einem Verbleib in der Partei zu überzeugen, erzählt Kronemayer. „Aber ich hatte meine Entscheidung schon getroffen und möchte meinen eigenen Werten treu bleiben.“

x