GRÜNSTADT RHEINPFALZ Plus Artikel Zupacken statt zuschauen: Gymnasiasten helfen Ukrainern

Comedian Sven Hieronymus (Mitte neben Lehrer Ingo Hammann) nimmt am LG eine Spende von 10.000 Euro für die Ukraine entgegen, lin
Comedian Sven Hieronymus (Mitte neben Lehrer Ingo Hammann) nimmt am LG eine Spende von 10.000 Euro für die Ukraine entgegen, links: Oberstudiendirektorin Cornelia Diehl.

Schüler am Leininger-Gymnasium in Grünstadt haben mit Aktionen viel Geld für die Ukraine gesammelt. Der RPR1-Rocker Sven Hieronymus hat es jetzt entgegengenommen – und erklärt, warum im Kriegsgebiet so unglaublich viel Asthma-Spray gebraucht wird.

Mit „Ihr rettet Menschenleben“ drückte Sven Hieronymus am gestrigen Dienstag seine Anerkennung gegenüber den Schülern des Leininger-Gymnasiums (LG) in Grünstadt aus. Der Comedian und „Rocker vom Hocker“ des Radiosenders RPR1, der mit Martin Klein den Verein „Nicht reden. Machen!“ gegründet hat, nahm 10.000 Euro von der Schulgemeinschaft entgegen. Das Geld werde gut angelegt: „Wir schicken jede Woche einen Lkw voller Hilfsgüter in die Ukraine.“ Leider nehme die Spendenbereitschaft deutlich ab: „Die Menschen haben sich an den Krieg gewöhnt.“

Begonnen habe er zusammen mit seinem Freund Martin mit Medikamentenlieferungen in die Ukraine. „Wir haben die Arzneimittel in Mainz gesammelt und sind einfach losgefahren.“ Im Kriegsgebiet werde jede Menge Asthma-Spray gebraucht. „Ich hatte mich gefragt, ob es da so viele Allergiker gibt. Aber die Leute benötigen das Spray wegen des Feinstaubs, der entsteht, wenn Bomben in die Häuser einschlagen“, erläuterte er. Auf dem Weg zurück haben Hieronymus und Klein Flüchtlinge nach Deutschland mitgenommen.

Schon mehr als 160 Flüchtlinge geholt

Das Video, das er davon auf Facebook stellte, sei auf riesige Resonanz gestoßen, erklärte er und berichtete von der Rückreise mit einer Oma und einer Mutter mit ihrem dreijährigen Sohn, bei der es viele bewegende Momente gegeben habe. Inzwischen hätten sie schon mehr als 160 Ukrainer in die Bundesrepublik geholt.

Derweil ist am LG Geld gesammelt worden. „Wir stehen jetzt hier und können verkünden: Wir haben es wirklich geschafft und mehr als 10.000 Euro eingenommen“, sagte Tobias Mombaur aus der Klasse 10a, die sich Anfang des Jahres im Sozialkundeunterricht von Ingo Hammann mit der Ukraine-Krise befasste. „Als am 24. Februar durch den Einmarsch russischer Truppen eines der schrecklichsten Planspiele zur neuen Realität geworden war, haben wir entschieden, dass wir nicht bloß Zuschauer sein dürfen.“

Viele Aktivitäten für den guten Zweck

Neben dem Verkauf von Buttons, deren Erlös in Sachspenden investiert wurde, initiierte die Klasse eine Reihe von Aktivitäten. Bereits am 7. März hatte sich ein Organisationsteam gebildet, und eine Woche später startete die erste Aktion: Bis Juni wurden am Kiosk Getränke gegen Spenden abgegeben. „Dabei sind mehrere Hundert Euro zusammengekommen“, erzählte Fiete Baaden, der mit Mombaur die Projektleitung innehat.

Die mit 8500 Euro größte Summe sei bei einem Spendenlauf gesammelt worden. „Hier danken wir den Sportlehrern, die uns die Unterrichtsstunden dafür zur Verfügung stellten“, so Baaden. Auf dem Carrières-sur-Seine-Platz mieteten sich die Gymnasiasten einen Wochenmarkt-Stand, liehen sich von Alfred Graf Strachwitz eine Drehorgel und warben für Spenden. Zur besseren Koordination sei dann auch eine Ukraine-AG gegründet worden, erläuterten die Zehntklässler. Hieronymus findet das Engagement der Jugendlichen großartig. „Die Ukrainer verteidigen unsere Werte und unsere Freiheit. Wenn Putin deren Land eingesackt hat, wird er nicht aufhören.“

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