Grünstadt Wieder ein schwieriges Jahr vorbei

GRÜNSTADT. „Wieder ist ein schwieriges Jahr vorbei, und es liegen noch anderthalb Jahre ohne Schwimmbad vor uns“, resümiert der Sportliche Leiter des Grünstadter Schwimmclubs Delphin, Michael Dietz, zum Saisonende.
Mit Blick auf den kontinuierlichen Mitgliederschwund kann er noch keine Prognose darüber abgeben, mit welcher Substanz der Verein im ersten Quartal 2017 im neuen Allwetterbad wieder durchstarten kann. Der SC holt sich jetzt extern Hilfe. Als einziger Club im Leiningerland erhält er Unterstützung über das von der BASF initiierte Projekt Sportverein 2020, an dem unter anderem auch die Firmen SAP und Südzucker beteiligt sind. Unter dem Motto „Perspektiven entwickeln – Zukunft sichern“ geht es um Strategien, um trotz des demografischen Wandels den Bestand von Vereinen zu sichern. „Die Ursachen für unsere Probleme liegen zwar woanders, aber die Auswirkungen sind ähnlich“, erläutert Pressewartin Birgit Schmitz. Die Unternehmen, die sich bei der BASF-Initiative engagieren, hätten natürlich ein großes Eigeninteresse daran, dass das breite Sportangebot in der Region erhalten bleibt, meint sie. Schließlich bräuchten sie Nachwuchs an fitten und gesunden jungen Menschen. Die Delphine haben den Vorteil, dass ihnen eine externe Analyse die betriebsblinden Augen öffne. Im Spätjahr 2014 haben sie sich um Aufnahme in das Programm beworben. „Wir sehen das Projekt als eine Fortführung unseres Vereins-Management-Konzepts, das wir 2010 mit dem Workshop ,Schwimmclub erhalten – Zukunft gestalten′ gestartet haben“, so der Vorsitzende Helmut Schmitz. Kein Verein habe das Problem des SC: ohne Sportstätte auskommen zu müssen. In dreieinhalb Jahren hat der Club 130 Aktive verloren. „Da die Anzahl der Mitglieder seit der Badschließung ständig sinkt, wollen wir uns damit beschäftigen, den Schwund zu stoppen und die verbliebenen Vereinsangehörigen so gut wie möglich an uns zu binden“, erklärt der Vorsitzende. Ein „Trockensport-Angebot“ soll die Kinder halten, die im Bewegungsbad des Kreiskrankenhauses Grünstadt ihr Seepferdchen erwerben. Früher blieben alljährlich viele Jungen und Mädchen – zumindest vorübergehend – bei den Delphinen hängen. „Die Eltern sind jedoch derzeit nicht bereit, zur anschließenden Grundausbildung nach Worms und Bad Dürkheim zu fahren“, schildert Birgit Schmitz das Dilemma. „Wir wollen die Kleinen einmal wöchentlich zu Bewegungsspielen und Gymnastik in unser Vereinsheim einladen. Das Clubhaus ist neben unseren engagierten Übungsleitern das Pfund, mit dem wir wuchern können“, sagt Dietz. Das Turnen bei den Delphinen, das im Übrigen auch anderen Kindern offen stehen soll, müsse dabei so attraktiv sein wie das Turnen bei der TSG. Ein Flyer werde darüber informieren. Als Perspektive stellt der Sportliche Leiter den kleinen Teilnehmern in Aussicht, dass sie im Frühjahr 2017 die ersten bei der Grundausbildung sind. Trockenübungen beim SC seien nichts Ungewöhnliches, verweist Birgit Schmitz darauf, dass die Seepferdchen-Absolventen nach Schließung des Lehrschwimmbeckens am Leininger-Gymnasium auch turnen gegangen seien. Bis zum 1. November muss das Konzept vorgelegt werden. Bis dahin wird der SC-Vorstand noch mindestens einen Sportverein-2020-Workshop beim Unternehmensberater Actori absolviert haben. Drei Seminare haben schon stattgefunden. Ein Angebot für Senioren soll auch ausgearbeitet werden. Entwickelt wird laut Helmut Schmitz auch eine Strategie zur Imageverbesserung des Clubs. „Wir müssen unter anderem kommunizieren, was für eine gute Jugendarbeit wir machen“, sagt Birgit Schmitz. Dietz: „Alles steht und fällt aber damit, ob wir, wie versprochen, ausreichend Trainingszeiten im Allwetterbad bekommen.“ (abf)