Leiningerland RHEINPFALZ Plus Artikel Wie hoch ist das Defizit bei den Freibädern im Corona-Sommer?

Das Hettenleidelheimer Freibad in diesem Sommer.
Das Hettenleidelheimer Freibad in diesem Sommer.

Das Defizit für die Freibäder in Hettenleidelheim und Altleiningen wird für den Corona-Sommer auf 400.000 bis 425.000 Euro geschätzt. Das ist weniger als befürchtet, aber mehr als in normalen Jahren.

Es war die große Frage, die überall zu anderen Entscheidungen führte: Soll man die Freibäder im Corona-Sommer 2020 öffnen oder nicht? In Eisenberg hat sich der Verbandsgemeinderat relativ früh positioniert – und beschlossen, das Waldschwimmbad nicht aufzumachen. In Altleiningen und Hettenleidelheim hingegen konnte zwischen Ende Juni und Ende August geschwommen werden. Das sorgte in Altleiningen nicht unbedingt für Freude, es gab Kritik an der Öffnung. Im Rat wurde die Befürchtung geäußert, dass das Defizit eine halbe Million Euro betragen könnte. Soweit wird es wohl nicht kommen. Julian Hoffmann von der Verbandsgemeinde kann zwar die Zahlen bis 30. September nennen, allerdings sind zuletzt noch weitere Rechnungen bei ihm eingegangen – vor allem fürs Personal – , so dass er die Endsumme noch nicht parat hat. Im Zwischenbericht – der die Zahlen bis Ende September erfasst – wird ein Defizit von 333.780 Euro prognostiziert.

Durchschnittsdefizit liegt bei 385.000 Euro

Der stellvertretende Werkleiter Julian Hoffmann hat das durchschnittliche Defizit der Freibäder in den Jahren 2009-2019 berechnet: Es liegt bei 385.000 Euro. Die Spanne reicht dabei von einem Defizit von 475.000 Euro (2014) bis zu einem Defizit von „nur“ 330.000 Euro im Jahr 2018. Der Betrieb von öffentlichen Bädern ist nicht nur in Pandemie-Zeiten ein Zuschussgeschäft. Hoffmann geht davon aus, dass das Defizit für den Betrieb der beiden Freibäder im Sommer 2020 bei 400.000 bis 425.000 Euro liegen wird. „Und das, obwohl wir uns im Corona-Jahr befanden“, sagt er und meint das positiv.

Betreiberin der beiden Freibäder ist die Anstalt öffentlichen Rechts (AöR), der die fünf Ortsgemeinden der ehemaligen VG Hettenleidelheim angehören. Die Gemeinden kommen auch für das Defizit auf. Die AöR hat einen Vertrag mit der Verbandsgemeinde, die als „Dienstleisterin“ (Betriebsführerin) das Personal für die Bäder stellt.

Wie viele Besucher waren in den Bädern?

Im Sommer 2020 sind in Hettenleidelheim 8652 Eintrittskarten verkauft worden, in Altleiningen 8489. Damit sind im Corona-Sommer 17.141 Gäste in den Bädern gewesen. Weil es keine Dauerkarten gab, entspricht die Anzahl der verkauften Karten auch der Anzahl der Besucher. 2018 sind 22.180 Karten verkauft worden, 2019 18.596. Allerdings sind unter diesen verkauften Karten jeweils 6500 Dauerkarten. Die Dauerkarten-Besitzer neigen dazu, sich nicht mit einem Bad-Besuch am Tag zu begnügen. Das lässt wiederum die Besuchszahlen in die Höhe schnellen. So hatte man im Jahr 2018 70.000 Badegäste in Hettenleidelheim und 55.000 in Altleiningen gezählt.

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