Grünstadt Warten auf das Bücher-Geld
«GRÜNSTADT.» Die Garamond-Buchläden in Grünstadt und Eisenberg sind seit August geschlossen. Noch immer gibt es Kunden, die vor Monaten gegen Vorkasse Schulbücher bestellten und – weil die Geschäfte zu waren – weder Bücher bekamen, noch das Geld zurückbekamen. Beate Fader ist eine von ihnen und hat sich an die RHEINPFALZ gewandt. Die Bockenheimerin, die Ende Juni Lehrbücher für ihre zwei Kinder kaufen wollte, hat inzwischen einen Anwalt eingeschaltet.
Beate Fader war Stammkundin in der Buchhandlung Garamond in der Sausenheimer Straße in Grünstadt, bevor der Laden vor rund einem Jahr von Andrea Lenz-Zwarg aus Wiesbaden übernommen wurde. „Traditionell bin ich zu Garamond gegangen, um die Schulbücher zu bestellen“, erzählt Fader – auch dieses Jahr wieder. Es sei ihr jedoch seltsam vorgekommen, dass sie Vorkasse leisten sollte, in ihrem Fall waren es 300 Euro. Die Bücher konnte sie nie abholen. „In den Ferien bin ich mehrmals hingefahren, dann hieß es, man würde mich anrufen“, erinnert sich Fader. Als sie in der zweiten Augustwoche immer noch nichts gehört hatte und wieder nachfragen wollte, stand sie vor verschlossener Tür. „Ich hab’ mich dann nach Eisenberg gewandt. Dort gab man mir die Telefonnummer von Frau Lenz-Zwarg. Diese sagte zu mir, ich könnte die Bücher am ersten Schultag abholen. Als ich ihr erklärte, dass das nicht ginge, da ich arbeiten müsse, versprach sie mir, jemanden vorbeizuschicken“, berichtet Fader. Erneut folgten keine Taten. Schließlich habe Lenz-Zwarg den Liefertermin auf „Ende der Woche“ erneut verschoben. Beate Fader wollte aber nicht noch länger warten, bestellte die Bücher bei Amazon und verlangte die 300 Euro zurück. „Meine SMS mit den Kontodaten wurde von Frau Lenz-Zwarg bestätigt, aber überwiesen wurde bis heute nichts“, sagt die Bockenheimerin, die noch zweimal mit der Garamond-Geschäftsführerin telefonierte und ihr dann per Einschreiben den Rücktritt vom Kaufvertrag einschließlich der Forderung nach Erstattung der Vorkasse schickte. Fader werde ebenso wie alle anderen Kunden ihr Geld erhalten, versichert Lenz-Zwarg auf RHEINPFALZ-Anfrage. Die meisten hätten es schon, manche in der ganzen Aufregung sogar doppelt. „Mehr als 100 Leute wollten ihre Vorausleistung zurück, acht kriegen jetzt noch etwas“, sagte die Unternehmerin. Es dauere alles seine Zeit, schließlich habe sie Ware für zigtausende von Euro retour senden müssen. „Das mit der Vorkasse war blöd“, sagt sie. Darauf angesprochen, dass sie auch ihren bisherigen Mitarbeitern noch Gehalt schuldet, sagte sie, dass die Kunden vorrangig behandelt würden. Aber die Forderungen der Angestellten, für die sie Schuldanerkenntnisse unterschrieben habe, „werden so schnell wie möglich beglichen“. Sobald alles geregelt sei, wolle sie die beiden Filialen der Garamond-Buchhandlung in Grünstadt und Eisenberg wieder aufmachen.