Fußball
Vor Gastspiel in Worms: Die zwei Gesichter des VfR Grünstadt
Am vergangenen Sonntag unterlag die Elf im wichtigen Heimspiel gegen FSV Offenbach mit 1:2, präsentierte sich sehr schwach, agierte dabei weit unter ihren Möglichkeiten und ist nunmehr mit 24 Punkten (elfter Tabellenrang) gerade mal einen Zähler vom möglichen Abstiegsplatz entfernt. Allerdings: Offenbach, Mitfavorit um die Vizemeisterschaft und den damit verbundenen Aufstiegsspiel zur Verbandsliga Südwest, gehört schon zu den Spitzenteams der Landesliga.
Mentalität schlägt Qualität
Trotz der schwachen Leistung der Rutz-Youngsters war dennoch zumindest ein Punktgewinn für die Gastgeber möglich. Die bewiesen wiederum in einem Testspiel am vergangenen Dienstag im Rudolf-Harbig-Stadion gegen den Oberligisten FC Arminia Ludwigshafen ihre Klasse und bezwangen das Team um den Ex-Grünstadter Mittelfeldregisseur Fabian Herchenhan mit 3:2. Die Tore für den VfR erzielten Christopher Volbers, Andreas Tillschneider und Mo McGhames.
Trainer Rutz verstand da die Welt nicht mehr. „Bayern München schlägt mit einer außergewöhnlichen Überlegenheit und Qualität andere Teams trotz deren Klasse und Mentalität; in unserer Liga schlägt durch letzten Einsatz und Kampf der Akteure die Mentalität oft die Qualität.“ Der Coach wollte dadurch hervorheben, dass er eine klare Leistungssteigerung seines Teams, was Einsatz, Zweikampfverhalten und Kampf betrifft, verlange und er diejenigen, die nicht mitziehen würden, aussortiere. Er wisse zwar, was in seiner Elf stecke und was diese leisten könne, wolle allerdings nichts mehr von diesem Potenzial hören. Rutz: „Ich habe es satt, wenn meine Vorgaben, meine Taktik und Pläne, die bis ins letzte Detail ausgearbeitet sind, nicht eingehalten werden und einige Spieler meinen, wir steigen nicht ab, dafür sind wir technisch zu stark.“
Parallelen zu letzten Saison
Fast ähnlich war es in der letzten Saison. Am 16. Spieltag, am 28. November, unterlag die Rutz-Truppe nach einer erbärmlich schwachen Leistung bei der TSG Bretzenheim mit 1:4. Damals meinte Rutz, „mit meiner Freundlichkeit gegenüber dem Team ist es nun vorbei; da bekommt jeder Spieler von unserem Zeugwart Walter Mannweiler alles nachgetragen und auf dem Tablett serviert, hat bei uns alles, was man sich nur wünschen kann, braucht sich um nichts zu kümmern und bietet dafür solche erbärmlichen Leistungen.“
Rutz („Solange der Vorstand hinter mir steht, werde ich von meiner Linie nicht abweichen“) führte danach gravierende Änderungen durch. Drei Tage später gewann seine Equipe bei der U21 von Wormatia Worms mit einer überragenden Leistung 3:1 und war nicht wiederzuerkennen.
Rutz, stocksauer, wird auch jetzt wieder Änderungen beim Wormatia-Gastspiel vornehmen. Verzichten muss er auf die Langzeitverletzten Florian Frank und Tobias Fath. Das Spiel steht unter der Leitung von Schiedsrichter Rüdiger Stephan (Kirrweiler).