Grünstadt VfR Grünstadt zeigt Zähne

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«GRÜNSTADT.»Trotz des Ausfalls von neun Stammakteuren wuchs der VfR Grünstadt am Samstagnachmittag in der Fußball-Landesliga Ost über sich hinaus und besiegte den VfB Bodenheim mit 3:1.

Auf der VfR-Auswechselbank saßen Ersatzkeeper Markus Zengerle von der „Dritten“, Tobias Haffke sowie Nico Müller. Das war es schon. Gegen die Rheinhessen tat sich die Elf von Spielertrainer Fabian Herchenhan in der Vergangenheit ja immer schwer: Von bisher neun Begegnungen konnten gerade drei gewonnen werden, fünf Mal siegten die Rheinhessen und einmal gab es ein Remis. So ist dieser Sieg in dieser prekären Situation bei den Pfälzern hoch einzuschätzen, zumal die Gäste unter ihrem Coach Jürgen Collet im Rudolf-Harbig-Stadion vor 80 Zuschauern bei strömendem Regen als kompakte Truppe auftraten. Dieses Mal zeigten die elf übrig gebliebenen Rasenspieler deutlich, welche technischen und spielerischen Qualitäten in ihnen stecken. Durch den wiedergenesenen Innenverteidiger Dennis Morcinczyk stand die Vierer-Abwehrkette mit Kapitän Uwe Rebholz und den Außenverteidigern Deniz Ali rechts und Leon Lampert links kompakt, richtig stabil und ließ wenig zu. Dadurch konnte sich Regisseur Herchenhan wieder der Belebung des Mittelfeldes annehmen, was auch über 70 Minuten klar an die Gastgeber ging. Denn Fabrizio Moncada beherrschte die rechte Flanke ebenso wie Christopher Lampert links, wobei David Gerner zentral unaufhaltsam, ähnlich wie Moncada, das VfR-Offensivspiel forcierte. Anspielstation in der Spitze war der unberechenbare Tobias Fath, der die rheinhessischen Abwehrstrategen auf sich zog und dadurch seinen Mitspielern Platz verschaffte. Darüber freute sich oft Alexander Simon, der sich als typischer „Sechser“ dennoch einige Male in der Offensive sichtlich wohl fühlte und mannschaftsdienlich agierte. Der Junge verfügt fußballerisch über außergewöhnliches Potenzial. Die Platzherren benötigten anfangs einige Minuten, um sich auf die offensiv und aggressiv agierenden Rheinhessen einzustellen. Ab der 10. Minute jedoch kam Grünstadt besser ins Spiel und Fath scheiterte an Gäste-Keeper Mareck Dörr. Unmittelbar danach sorgte Fath nach einem Eckball unbedrängt per Kopf für die vermeintliche Führung (20.). Doch der Linienrichter signalisierte Abseits, was bei Spielern und Zuschauern für Verwunderung sorgte. „Abseits bei Eckball, des gebt’s doch net“, schimpfte Alt-Kämpe Uli Klotz, der in den Sechzigern für den VfR kickte. Selbst der Unparteiische sprach mit seinem Assistenten, konnte allerdings den Treffer nicht geben, da er zuvor abgepfiffen hatte. Doch die längst überfällige Führung ließ nicht lange auf sich warten. Die erzielte nämlich Moncada mit einem knallharten Flachschuss ins lange Eck (35.). Fast mit dem Pausenpfiff dann der Treffer zum 2:0, den VfR-Keeper Martin Gaspar vorbereitete. Dessen Abstoß über 70 Meter erreichte Fath, der den Ball unhaltbar in die Maschen drosch. Hochverdient war die 2:0-Pausenführung. Nach Wiederanpfiff vergaben die Platzherren durch Gerner (51.) und Fath (53.) Hundertprozentige. Das rächte sich mit dem Anschlusstor der Gäste zum 1:2, das Michael Widera mit einem unhaltbaren Weitschuss gelang (80.). Nun drängten die Rheinhessen auf den Ausgleich, doch die VfR-Abwehr hielt. Die Platzherren lauerten auf Konter. Für die Entscheidung sorgte der überragende Moncada eine Minute vor Schluss, als er auf und davon lief und den 3:1-Endstand besiegelte. VfR-Spielercoach Herchenhan sagte: „Meine Jungs zeigten eine Riesenleistung, agierten aggressiv und verteidigten verbissen mit letztem Einsatz und Kampf. Dieser Sieg gegen einen sehr starken Gegner gibt uns Selbstvertrauen.“ So spielten sie VfR: Gaspar – Ali, Morczinczyk, Rebholz, Leon Lampert – Simon – Moncada, Herchenhan, Gerner (72. Müller), Christopher Lampert (85. Haffke) – Fath.

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