Grünstadt Unfall an Bahnübergang: Glück im Unglück
„Ich bin froh, dass den Kindern im Zug nichts passiert ist“ – das sagte der Autofahrer, der am Dienstag kurz vor 14 Uhr im Albsheimer Weg in Grünstadt mit einem Zug zusammengestoßen ist. Der Mann (54) aus der Westpfalz war allein im Auto, er kannte den unbeschrankten Bahnübergang am Stadtrand nicht, ist ihn zum ersten Mal gefahren. Im Regionalzug waren 21 Personen, darunter viele Schulkinder, sie alle blieben glücklicherweise unverletzt. Gleiches gilt für den Autofahrer und den Zugführer.
Die Insassen der Bahn mussten einige Zeit im stehenden Zug warten, ehe sie gerettet werden konnten: Denn die Grünstadter Wehrleute, die zum Unfallort gerufen worden waren, durften erst tätig werden, als ein Bahn-Mitarbeiter die Erlaubnis zur Rettung gegeben hatte. Wehrleiter Jens Michel war froh, dass nicht mehr passiert ist – die Meldung, dass ein Auto mit einem Zug kollidiert ist, löse erstmal einen Schrecken aus.
Auto wird am Kotflügel erwischt
Der Autofahrer war mit einem Anhänger unterwegs, er wollte den Übergang in Richtung Stadt überqueren. Es habe geregnet, er habe den Zug nicht bemerkt, als er auf den Übergang fuhr. „Die Einsicht ist schlecht“, sagt er an der Unfallstelle. Der Zug, der aus Ramsen kommend in Richtung Freinsheim unterwegs war, hat das Auto vorne am rechten Kotflügel erwischt: „Er hat mich vorne rumgeschoben“, berichtete der Fahrer, der mit seinem Wagen parallel zum Zug zum Stehen kam.
Die Grünstadter Polizei hat die Ermittlungen an die Kollegen der Bundespolizei Neustadt abgegeben, die für Bahn-Einsätze zuständig sind, berichtet Inspektionsleiter Thomas Jung. Ihm sei nicht bekannt, dass sich bei diesem Übergang die Unfälle häuften. Der Vorfall wurde von der Bundespolizei zunächst als gefährlicher Eingriff in den Bahnverkehr aufgenommen.
Ein Anwohner, der an der Unfallstelle vorbeikam, machte angesichts des Unfalls aus seinem Wunsch kein Geheimnis: „Hoffentlich kommt da mal eine Schranke hin.“
Die Zugstrecke Grünstadt-Ramsen ist derzeit in beide Richtungen gesperrt.