Grünstadt Umlagen fressen Einnahmen auf

Eigentlich gehört Bissersheim zu den glücklicheren Orten, die weitgehend schuldenfrei und ohne große Haushaltsdefizite dastehen. Doch in der kleinen Weinstraßengemeinde droht der Stillstand, denn Umlagen für Kreis und Verbandsgemeinde fressen in den nächsten Jahren die Steuereinnahmen so weit auf, dass sie handlungsunfähig zu werden droht, wie Ortsbürgermeister Heinrich Krauß (parteilos) in der jüngsten Ratssitzung während der Haushaltsdebatte erläuterte.
Der Gemeinde seien 2016 nach Abzug von 88 Prozent aller Einnahmen für Umlagen wenigstens zwölf Prozent für eigene Aufgaben geblieben – was damals auch bereits kaum ausreichte, wie Krauß betonte. 2019 muss Bissersheim 96 Prozent wieder abgeben „2016 hatten wir wenigstens 49.000 Euro zur Verfügung, um im Ort etwas zu bewegen, 2018 war es noch 41.000 Euro, für dieses Jahr bleiben gerade 15.000 Euro“, beklagte der Ortsbürgermeister. Die negative Entwicklung in Bissersheim zeigt auch die Planung für die Neuaufnahme von Krediten. 9128 Euro Schulden hatte Bissersheim zum Jahresende 2018, 103.435 Euro werden es wohl Ende 2019 sein, Ende 2020 steigen die Investitionskredite dann schon auf 362.197 Euro. Dabei sind nicht alle Zahlen ein Desaster. Zwar fehlen 2019 im Haushalt 85.680 Euro, dafür kalkuliert die Verbandsgemeindeverwaltung Leiningerland für 2020 mit einem Überschuss von 56.870 Euro . 30.000 Euro muss Bissersheim in diesem Jahr für den Unterhalt der Kindertagesstätte in Kirchheim bezahlen, 2020 sollen es 32.000 Euro werden. Diese Zahlen berechnen sich nach der Anzahl der Bissersheimer Kinder, die die Kita in Kirchheim besuchen. 60.000 Euro will die Gemeinde in den Erhalt ihrer Straßen stecken: davon 45.000 für die Sanierung des Südrings und der Luitpoldstraße, 3000 Euro für die Untersuchung zweier Brücken, 10.000 Euro für die Untersuchung der Straße Hinter der Kirche. Für den Friedhof wurden für 2019 5000 Euro Unterhaltskosten im Haushalt eingestellt, für 2020 sind es 3000 Euro . Während 2019 die Investitionen nur 30.000 Euro ausmachen, sollen 2020 für die Erschließung „Am Schild“ 200.000 Euro aufgewendet werden, was den Kreditbedarf der Gemeinde erklärt. 2020 sind außerdem 50.000 Euro für die Erneuerung der Straße Hinter der Kirche vorgesehen. Schon dieses Jahr will die Gemeinde für ihre kleinsten Bürger investieren, sie sollen für 2000 Euro ein Spielhaus auf dem Kinderspielplatz bekommen. Ansonsten gibt die Gemeinde 2019 nur Geld für Planungen der für 2020 vorgesehenen größeren Projekte aus.