Grünstadt „Ultrasport ist auch egoistisch“

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Herr Kelly, was sagen Sie eigentlich Leuten, die nach ihrem Beruf fragen?

Ich sage in der Regel, dass ich Unternehmer bin. Ich bin selbstständig und habe sechs angestellte Mitarbeiter. Wir arbeiten intensiv mit anderen Firmen zusammen. Zum Beispiel zu den Themen Gesundheit und Mitarbeitermotivation. Es geht aber auch um die Zusammenarbeit mit Medien und um Sportprojekte. Profitieren sie unter den Extremsportlern und Ultramarathonläufern noch von dem Namen Kelly? Ich glaube schon. Ich habe früher ein bisschen Musik gemacht. Durch die Präsenz der Kelly-Family hat man natürlich einen Namen. Ich habe die vergangenen 20 Jahre viel Ausdauersport gemacht. Sie würden wahrscheinlich mit Herrn Müller oder Herrn Meier kein Interview machen über einen Vortrag, der von sinnlosen Wettkämpfen handelt. Die Dürkheimer Salierhalle sollte sich aber schon füllen lassen mit ihrem „No-Limits“-Vortrag. Das weiß ich nicht. Ich schätze mal, dass der Lions Club in Dürkheim ein starkes Netzwerk hat. Klar freue ich mich, wenn viele da sind, aber ich mache es auch, wenn nur zwei da sind. Das ist auch ein Grund, warum ich nicht mehr Musik mache. Weil ich nicht dringend jemandem meine Produkte verkaufen möchte. Auch bei meinem Buch ist mir das wirklich egal, ob jemand das kauft oder nicht. Ich verdiene an dem einzelnen Buch 80 Cent und das muss ich auch noch versteuern. Da geht es nicht ums Geld verdienen, sondern um das Erfassen eines Lebensabschnitts. Ein Lebensabschnitt war die Kelly-Family. Romantische Menschen warten darauf, dass Sie wieder auf Tour gehen. Gibt es ein Comeback? Ich weiß nicht, ob Sie es gesehen haben: Wir geben im Mai drei Konzerte. Mein Bruder Angelo hat mich gefragt, ob ich mit der Familie ein Konzert machen würde in Dortmund in der Westfalenhalle. Ich habe gesagt, dass ich gerne für ein Konzert dabei bin. Die Westfalenhalle war dann nach 17 Minuten ausverkauft. Zwei weitere Tage dort waren auch nach wenigen Stunden ausverkauft. Mit jeweils mehr als 10.000 Menschen. Ich war auch sehr überrascht, aber es ist eine einmalige Geschichte, ansonsten mache ich keine Musik mehr. Man sieht Sie häufig im Fernsehen. Ist das mehr Job oder mehr Hobby? Fernsehen bringt wenig Einkommen. Aber es ist eine gute Plattform, um meine Dinge weiter zu transportieren. Wann haben Sie diese Lust entwickelt, sich mit Sport so intensiv zu befassen und als deutscher „Forest Gump“ durch die Gegend zu laufen? Ich habe das 1996 für mich entdeckt. Für mich war das damals ein optimaler Ausgleich. Laufen als Ventil gegen Stress. Ich durfte unser Familienunternehmen zehn Jahre lang als Geschäftsführer leiten. Eigentlich war es ein Zufall. Ich habe gewettet, dass ich einen Volkstriathlon schaffe. Ich habe damals im Ziel geschworen, dass ich das nie wieder mache, aber einige Tage später festgestellt, dass mir das etwas gebracht hat. Ich habe jetzt gleich einen geschäftlichen Termin und danach gehe ich zweieinhalb Stunden laufen. Ich freue mich darauf. Wie lange kann man das machen, was Sie da tun? Das hat ja auch was von Survival-Training. Man müsste wohl Rüdiger Nehberg fragen. Der Rudi ist jetzt 80. Wenn man fit bleibt, kann man die Survival-Sache lange machen. Ich bin jetzt 44. Was den Ultrasport anbelangt, wäre ich froh, wenn ich noch fünf bis zehn Jahre Wettkämpfe bestreiten darf. Das wäre ein Traum. Was mich später reizen würde, das sind die Berge. Was ist Ihre nächste große Herausforderung in diesem Jahr? Es gibt den Hamburg-Marathon, den Mainzer Marathon, dann mache ich das „Race across America“ im Juni. Das Radrennen habe ich schon dreimal gemacht. Dann absolviere ich im Sommer den Deutschland-Lauf von der Ostsee bis zur Zugspitze. Im Herbst ist Köln-Halbmarathon und dann Frankfurt-Marathon. Dann mache ich im November wie jedes Jahr den 24-Stunden-Spendenlauf. INFO Vortrag „No Limits – Wie schaffe ich mein Ziel?“ am Donnerstag, 12. Januar, 19.30 Uhr, Salierhalle Bad Dürkheim .

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