Tischtennis
TSG Grünstadt öffnet ein Schaufenster für Vereinsarbeit
Das Klacken der Tischtennisbälle hallte stundenlang durch die Halle, Jubelrufe mischten sich mit konzentrierten Blicken auf die grünen Platten. Als am Ende des Tages die letzten Sieger feststanden, war allen Beteiligten klar: Der dritte Erlebnistag der Tischtennisabteilung der TSG Grünstadt war erneut ein voller Erfolg. 80 Teilnehmer aus 15 Vereinen sowie zahlreiche Freizeitspieler waren nach Grünstadt gekommen, um sich in insgesamt elf verschiedenen Klassen zu messen.
Ob Einzel, Doppel oder gemischte Wettbewerbe – in rund 180 Begegnungen wurde um Punkte, Pokale und vor allem um die Freude am Sport gekämpft. „Kreative Ideen, Engagement und Herz treiben uns immer wieder an“, sagt Abteilungsleiter Hans Jürgen Schöpf. Genau diese Mischung scheint das Erfolgsrezept der Veranstaltung zu sein, die sich in den vergangenen Jahren längst zu einem festen Termin im regionalen Tischtenniskalender entwickelt hat. Dabei geht es nicht allein um sportliche Ergebnisse.
Kleine Erfolgsgeschichte
Der Erlebnistag ist zugleich ein Schaufenster für die Vereinsarbeit der TSG. Die Idee, die vor wenigen Jahren entstand, hat sich mittlerweile zu einer kleinen Erfolgsgeschichte entwickelt. Der Ligabetrieb in Grünstadt, der zeitweise kaum noch vorhanden war, hat wieder Fahrt aufgenommen. Mehrere Mannschaften sind inzwischen im Spielbetrieb aktiv, und insbesondere im Jugendbereich blickt die Abteilung wieder optimistisch in die Zukunft. „Wir sehen wieder Licht am Ende des Tunnels“, berichtet Schöpf.
Neue Mitglieder hätten frischen Schwung und neue Ideen eingebracht. Dass Tischtennis auch im Erwachsenenalter noch entdeckt werden kann, zeigt das Beispiel von Serhat Peker. Der 47-Jährige kam vor wenigen Jahren erstmals mit dem Sport in Berührung und fand schnell seinen Platz bei der TSG. Heute gehört er zu den Stammspielern einer Ligamannschaft. Ein besonderes Beispiel für Begeisterung und Ausdauer lieferte Peter Stepp aus Gönnheim. Der 81-Jährige war einer der ältesten Teilnehmer des Tages und stand mit sichtlicher Freude an der Platte. Regelmäßiges Training gehört für ihn selbstverständlich dazu. „Einmal pro Woche reicht nicht aus“, erzählt er schmunzelnd. Deshalb hat er sich in seinem Haus sogar eine eigene Tischtenniswand gebaut, an der er zusätzlich trainiert. Jeder Wettkampf sei für ihn Motivation und Bestätigung zugleich. Dass Tischtennis Menschen unabhängig von Alter, Herkunft oder körperlichen Voraussetzungen zusammenbringen kann, zeigte sich auch an anderer Stelle.
Auch Inklusion im Fokus
Unter den Teilnehmern befanden sich mehrere Menschen mit Einschränkungen. Für Schöpf ist dies ein wichtiger Bestandteil der Vereinsphilosophie. Besonders am Herzen liegt ihm dabei die Inklusionsarbeit mit Kindern der Förder- und Grundschule der Käthe-Kollwitz-Schule in Grünstadt. Im Rahmen einer Arbeitsgemeinschaft lernen die Schülerinnen und Schüler den Umgang mit Schläger und Ball. Einige von ihnen standen beim Erlebnistag ebenfalls an den Tischen und sammelten wertvolle Wettkampferfahrungen. „Das ist eine besondere Herausforderung aber die Entwicklung der Kinder mitzuerleben, ist für mich ein großes Glück“, sagt Schöpf. Über neun Stunden hinweg wurde gespielt, organisiert, gerechnet und koordiniert. Eine logistische Aufgabe, die dem Organisationsteam einiges abverlangte.
„Es war schon eine Herausforderung, alle Spielerinnen und Spieler unter einen Hut zu bringen“, räumt Schöpf ein. „Aber der Einsatz hat sich gelohnt.“ Auch abseits der Tischtennisplatten wurde den Besuchern einiges geboten. Für die jüngsten Gäste stand eine große Spielecke bereit, in der ausgelassen getobt werden konnte. Besonders beliebt war zudem die Tombola, bei der rund 600 Preise auf ihre Gewinner warteten. Viele Unterstützer und Sponsoren hatten die Gewinne zur Verfügung gestellt und sorgten dafür, dass viele Besucher mit einem zusätzlichen Erfolgserlebnis nach Hause gingen. Die positive Resonanz bestätigt die Verantwortlichen in ihrem Kurs. Für die Tischtennisabteilung ist der Erlebnistag längst mehr als nur ein Turnier. Er ist Werbung für den Sport, Treffpunkt für Generationen und Beweis dafür, was ehrenamtliches Engagement bewegen kann. „Wir sind auf dem richtigen Weg“, zieht Schöpf zufrieden Bilanz.
Die Stadtmeister 2026
Bei den Erwachsenen gewannen Thorsten Stumpf und Marco Schalk die Titel. In den Jugendklassen setzten sich Bruno Hauss, Florian Schott, Benjamin Schott sowie Dominik Judat durch. Bei den Senioren standen Karlheinz Hensel, Stefan Roth und Hans Jürgen Schöpf ganz oben auf dem Treppchen. Die Wettbewerbe der Hobbyspieler entschieden Grzegorz Argasinski, Thorsten Barzda, Bernd Judat, Johann Scheuble und Bruno Hauss für sich.