Grünstadt
Trinkverbot am neuen Trinkwasserbrunnen: Das ist der Grund
Grünstadt hat eine neue Errungenschaft: Am Carrières-sur-Seine-Platz lockt es jetzt ein öffentlicher Trinkwasserbrunnen. Welche Dienstleistung der silbrigglänzende Apparat auf dunkelgrüner Stele dort erbringen soll, deutet sein Name bereits an. Er steht bereit, damit Passanten zwischen der öffentlichen Toilettenanlage und dem Bücherschrank in einer einstigen Telefonzelle kostenlos ihren Durst stillen können.
Trinken ohne Lippenkontakt
Damit es dabei hygienisch zugeht, lässt er das labende Nass in elegantem Bogen in eine Auffangschale sprudeln. Wer trinken will, muss sich nur vorbeugen und den Mund aufsperren. Lippenkontakt zu schon von anderen Lippen kontaktierter Oberfläche bleibt dem Dürstenden mithin erspart. Für Kauf und Einbau des Trinkwasserbrunnens hat die Stadt etwa 16.000 Euro ausgegeben, sie hofft allerdings auf Fördergeld von bis zu 8000 Euro.
Außerdem rechnet sie mit jährlichen Folgekosten im „mittleren dreistelligen Eurobereich“: für Reinigung, Wasserverbrauch, eventuelle Reparaturen und Kontroll-Untersuchungen der Wasserqualität. Schließlich muss so einer Anlage den Vorgaben des Gesundheitsamts zufolge immer wieder von einem Labor bescheinigt werden, dass ihr durstlöschende Gabe frei von allerlei unliebsamen Krankheitserregern ist.
Warum keine Rieslingschorle?
Die Ergebnisse des ersten derartigen Tests stehen noch aus, deshalb gilt am neuen Grünstadter Trinkwasserbrunnen einstweilen ein Trinkverbot. Das allerdings kann wohl schon in den nächsten Tagen aufgehoben werden. Unklar ist nur, ob die Stadt hier Sparpotenzial verschenkt hat: Ein Rieslingschorle-Brunnen würde sich doch wohl automatisch selbst desinfizieren – und in der Pfalz als noch viel größere Errungenschaft gelten.