Kirchheim RHEINPFALZ Plus Artikel Tim Poschmann begeistert im Weingut Galler

Bei Tim Poschmann ging es an diesem Abend viel um das Thema Beziehung und Sex.
Bei Tim Poschmann ging es an diesem Abend viel um das Thema Beziehung und Sex.

Gleich drei Shows hat das Boulevard-Theater Deidesheim im Weingut Ansgar Galler in den vergangenen Tagen in Kirchheim veranstaltet. Zu sehen war das Stück „Warum heiraten, Leasing tut’s doch auch“ mit Tim Poschmann. Die Zuschauer in den drei ausverkauften Vorstellungen hatten viel zu lachen.

Die Freitagsvorstellung war wetterbedingt auf montags verschoben worden und – um die Worte von Tim Poschmann zu wählen – „Montag ist der neue Freitag – die Hütte ist voll“, es war ausverkauft. Mit „Ach, iss des schää“, begrüßte Poschmann das Publikum und betonte dabei, wie froh er sei, die Gäste mal wieder wirklich zu sehen und live vor ihnen spielen zu können.

Poschmann ging denn auch gleich in die Vollen. Er erzählte die Geschichte von der Trennung von seiner Frau mit allen Klischees, die man sich denken kann. Zunächst betonte er dabei, dass „er ja jetzt wieder auf dem Markt sei“ und versuchte augenzwinkernd mit Ute, einer Zuschauerin, anzubandeln. Dann klagte er sein Leid, dass ihn trotz vieler Vorzüge keine haben wollte, dabei sei er „der beste Zuhörer der Welt“. Er könne auch mehrere Dinge auf einmal machen, beispielsweise fernsehen und zuhören gleichzeitig.

Aus den Jahren seiner Ehe erzählte er eine Anekdote nach der anderen, alles in reinstem Pfälzisch, und zwar unverkennbar mit der Neustadter Aussprache. Da war etwa die Geschichte mit der Maus, die ein wahres Tunnelsystem in den Marmorkuchen fraß oder das Y-Chromosom, das für die unterschiedlichen Auffassungen von Einkaufen verantwortlich sei. „Für Männer ist einkaufen: rein ins Geschäft, zielstrebig zur gewünschten Ware gehen, zugreifen, bezahlen, raus aus dem Geschäft - Frauen rennen von Geschäft zu Geschäft, müssen alles ansehen und anfassen und können sich letztendlich doch nicht entscheiden. Wenn ich mit muss, bleib ich doch lieber in der Umkleidekabine sitzen mit ein paar Flaschen Wein vom Galler und gucke Game of Thrones“, meinte er.

Die Sache mit den Herrenunterhosen

So gar nicht verstehen könne er auch die Beschriftung mancher Herrenunterhosen, beispielsweise die von Calvin Klein. „Das ist doch auch nicht schön für den heutigen Mann, wenn er mit einer Frau ins Bett will, sich auszieht und da steht dann über seinem Schambein ,Klein’ – früher trug man ,Schiesser’ – das war dann schon besser“, betont Poschmann.

Überhaupt ging es bei Poschmann an diesem Abend viel um Sex. „Wie kann es denn sein, dass man sich als Mann auf wenigen Quadratzentimetern so vertun kann, dass es zu Äußerungen kommt, wie weiter links, weiter hoch, weiter rechts – ist mir unerklärlich“, klagt der Comedian. Doch gar kein Sex sei schließlich auch keine Lösung.

Das Publikum brüllte vor Lachen. Die ihm verhassten Spieleabende wurden ebenso aufs Korn genommen wie die Partnersuche via Internet, die rumänische Putzfrau und der Urlaub auf Ibiza. Am Ende meinte er, dass ein Leben rückwärts doch toll wäre. Das beschrieb er so: „Langsam krabbelt man aus der Erde, findet sich im Seniorenheim wieder, dann in Beruf, Schule und Kindergarten und beginnt sein Leben schließlich als Orgasmus.“ Das Publikum war begeistert. In der Zugabe erschien er als „Pälzer Bu“ und betonte, dass WhatsApp ja eine Erfindung aus der Pfalz sei und bei uns „Wäscht was“ hieße. Abschließend wurden die Saarländer nochmals aufs Korn genommen. Nach zwei Stunden war das Publikum mehr als zufrieden, hatte viel gelacht. Poschmann verriet am Ende: „Das war heute das 100. Mal, dass wir dieses Stück gespielt haben.“

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