Grünstadt
Tiefenthal: Chor Gospel goes Pop begeistert in der katholischen Kirche
Gute Laune ist ansteckend, besonders dann, wenn sie musikalisch vermittelt wird: Mit einem stimmgewaltigen Konzert hat der Kirchheimer Chor Gospel goes Pop am Samstagabend in der katholischen Kirche St. Georg in Tiefenthal begeistert. Das zweistündige Programm bot neben Gospelklassikern Filmmusik und aktuelle Hits.
Bis auf den letzten Platz sind alle Bänke kurz vor Beginn des Konzerts belegt. Kein Wunder, denn der seit acht Jahren bestehende Chor aus Kirchheim hat sich in der Region mittlerweile einen Namen gemacht. Die Erwartungen der Zuschauer werden an diesem Abend nicht enttäuscht. Echte Klassiker wie „Amazing Grace“, das sich mittlerweile zum weltweit bekannten Kirchenlied etabliert hat, singen sie. 1972 war der Song in einer Version der Royal Scots Dragon Guards sogar in die britischen Charts aufgestiegen. Die Sänger interpretieren auch „Bless the Lord“, das von Jaques Berthier komponiert wurde und bei vielen Gospelkonzerten zu hören ist.
Frank Aiglstorfer, der den Chor seit knapp drei Jahren leitet, erzählt zu jedem Stück eine kleine Geschichte, bringt das Publikum zum Lachen und animiert es zum Mitsingen und Mitklatschen. Nicht nur die Zuschauer haben ihre Freude an diesem abwechslungsreichen Programm. Auch den 25 Sängern im Alter zwischen 15 und 75 Jahren macht es sichtlich Spaß. Voller Energie präsentieren sie ihr beeindruckendes Stimmvolumen.
Großer Applaus für die Soli von Pia Kern
Großen Applaus erntet Pia Kern für ihr Solo in „Go down Moses“, das unter anderem Paul Robeson bekannt machte. Ihre Alt-Stimme ist kräftig, klar und voluminös – perfekt für Gospel. Es ist eine Freude, ihr zuzuhören – schade, dass sie ihr Talent nur in zwei Stücken beweisen kann.
Neben schwungvollen Stücken hat sich Aiglstorfer, der seinen Chor am Klavier begleitet, auch für sanfte und ruhige Melodien entschieden. „The Rose“ von Bette Midler ist mit dabei. Mitsingen können viele in den Zuschauerreihen bei Ed Sheerans „Perfect“. Die katholische Kirche St. Georg ist dank ihrer tollen Akustik ein perfekter Ort für ein Konzert, das auch mit Filmmusik die Herzen der Zuhörer gewinnt.
Mut beweist der Chor bei „Eye of the Tiger“, das für den Film Rocky III geschrieben wurde. „Wir wollten einfach mal etwas anderes und schauen, wie es ankommt“, verrät der Chorleiter. Die Reaktion nach dem letzten Ton ist eindeutig – Begeisterung und anerkennende und lobende Pfiffe. Mit klassischen Weihnachtsliedern geht es im zweiten Teil weiter. Dabei gleiten die Finger von Aiglstorfer zu Beginn jedes Stücks sanft über die Tasten des Klaviers, um das leise Fallen des Schnees zu imitieren. Passend zum Stück „Little Drummer Boy“, das unter anderem Bing Crosby und David Bowie 1977 im Duett sangen, ertönen auch in Tiefenthal Trommel-Rhythmen. Mara Dinges erzeugt die passenden Töne auf der Cajón, einer Kistentrommel, und rund so den Gesang ab. Selbst nach zwei Stunden geballter Musikpower kann das Publikum von dieser großartigen Leistung nicht genug bekommen. Mehrere Zugaben, die die Zuhörer auswählen, bilden das perfekte Finale.