Grünstadt RHEINPFALZ Plus Artikel Tennisclub will von Corona-Hilfe Pavillon bauen

Für den Park-Tennisclub war es ein herausforderndes Jahr.
Für den Park-Tennisclub war es ein herausforderndes Jahr.

Von einem „spannenden Jahr 2020 mit großen Herausforderungen“ hat der Vorsitzende des Park-Tennisclubs Grünstadt, Lutz von Haaren, bei der Generalversammlung am Wochenende berichtet. Trotz Hallenschließungen, Hygieneauflagen, immensen organisatorischen Aufwands und Einnahmeausfällen ist der 1962 gegründete Verein aber insgesamt recht gut durch die Corona-Krise gekommen

.„Wir haben 2020 nur 1,5 Prozent und damit unterdurchschnittlich wenige Mitglieder verloren“, sagte der Vorsitzende. Statt 578 im Vorjahr hatte der PTC nur noch 570 Beitragszahler. Wie sein Sohn Felix später mitteilte, hat sich die Anzahl seither aber deutlich erhöht. Am Tag der Versammlung gehörten dem Club 614 Personen an, der höchste Stand seit 2014, als Lutz von Haaren die Vereinsführung übernahm. Allerdings seien im Oktober erfahrungsgemäß einige Austritte zu erwarten. Wesentliche Beiträge zu dieser positiven Entwicklung hätten die kostenlosen Schnupperkurse und die Trainingscamps geleistet, sagte Felix von Haaren. Sehr groß ist nach wie vor der Jugendbereich mit mehr als 200 Jungen und Mädchen. Starke Zuwächse sind seit 2018 im Segment Breitensport zu verzeichnen. Aktuell sind dort rund 40 Leute aktiv.

Besonders erfreulich: Auch der Standort ist die nächsten 42 Jahre gesichert. Mit der Stadt wurde der Erbbaurechtsvertrag für die zehn Tennisplätze, der 2023 ausgelaufen wäre, bis 2063 verlängert, wie Lutz von Haaren erzählte. Der Erbbauzins betrage 0,51 Euro pro Jahr. Wie gut die Spielfelder genutzt werden, zeigen die Reservierungen. Seit Freischaltung des Online-Platzbuchungssystems im Juni 2021 wurde auf den Plätzen 6492,5 Stunden lang gespielt.

Ein Pachtvertrag für eine Tennishalle habe jedoch nicht realisiert werden können. „Der Betrieb der Anlage inklusive Gastronomie hätte für uns ein jährliches Verlustrisiko von 15.000 bis 20.000 Euro bedeutet. Alternativ wäre über eine eigene Halle nachzudenken“, so von Haaren. Er verwies auf ein entsprechendes leerstehendes Gebäude in Carlsberg, wo ein Investor mit seinen Plänen, dieses zu einer Garage umzufunktionieren, gescheitert ist.

Nachfolge für Gaststätte

Unter keinem guten Stern habe die Nachfolge für die Familie Hertinger gestanden, die den Fliegenden Italiener in der Vereinsgaststätte betrieben hatte. Der PTC hat sie vorzeitig aus dem bis Jahresende 2021 laufenden Vertrag gelassen, nachdem ein neuer Pächter unterschrieben hatte. „Doch 14 Tage später ist er wieder abgesprungen“, berichtete von Haaren. Nun fehlten dem Club Einnahmen. Auch der Sportbetrieb brachte nicht die Zuflüsse wie üblich, da er nur teilweise und unter erheblich erschwerten Bedingungen aufrecht erhalten werden konnte. Durch gezieltes Nutzen von Einspar- und Zuschussmöglichkeiten ist es aber gelungen, mit einem kleinen Plus von 3770 Euro aus dem Jahr 2020 zu gehen.

Für 2021 konnte Schatzmeister Ingolf Meschke sogar einen Überschuss von 27.600 Euro ankündigen. Das sei vor allem 19.000 Euro an staatlichen Dezember-Hilfen zu verdanken. „Wir hatten keine Einnahmen für Wintertraining, aber dass wir auch weniger Ausgaben hatten, interessierte bei dem Antrag nicht“, erläuterte der Kassenwart einen offensichtlichen „Schnellschuss der Regierung“. Insofern sei es dem PTC nun möglich, etwas beiseite zu legen für den Bau des Kommunikationszentrums, für das die Stiftung der Stadt Grünstadt 500 Euro gespendet habe. Gemeint ist damit der schon länger geplante Glas-Pavillon.

Da es gegenwärtig Lieferengpässe beim Material gebe und dieses momentan auch sehr teuer sei, wird laut Lutz von Haaren mit der Errichtung noch nicht im Oktober begonnen. Mit dem Neubau, für den ursprünglich 75.000 Euro kalkuliert waren, der inzwischen aber in einer abgespeckten Version verwirklicht werden soll, will man mehr überdachten Platz für Turniere schaffen und das Aufstellen von Zelten überflüssig machen.

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