BockenheiM
Tempo 30: Hartnäckigkeit hat sich gelohnt
Es sei ein langer Weg gewesen, der viel Geduld und Hartnäckigkeit erfordert habe, bilanziert Elke Schumacher vom Leitungsteam der Bürgerinitiative Tempo 30. Die BI ging erstmals vor zehn Jahren auf die Straße, nachdem sie sich im April 2010 aus 14 Mitstreitern gebildet hatte. Das Leitungsteam waren neben Schumacher Karin Werner, Angela Zitt und Ilona Bejsiuk.
Der Zusammenschluss von Gleichgesinnten setzte sich für Tempo 30 und verkehrsberuhigte Zonen ein sowie für mehr Fußgängerüberwege auf der Weinstraße. Im August desselben Jahres übergab die BI dem Bockenheimer Dorfparlament 512 Unterschriften, die innerhalb kürzester Zeit gesammelt worden waren. Schumacher erinnert sich: „Die Aktion musste verlängert werden, da noch mehr Personen unterzeichnen wollten. Insgesamt kamen weit über 600 Unterschriften zusammen.“ Es folgten Verhandlungen mit politischen Vertretern auf Orts- und Verbandsgemeindeebene, berichtet Schumacher.
Vor zehn Jahren die erste Tempo-30-Zone
Im April 2011 sei eine erste 30er-Zone, unter anderem für den Ried-, den Meisen- und den Sperlingweg beschlossen worden. Ein erstes Etappenziel sei im August 2011 mit der Einweihung einer Tempo-30-Zone im Leininger Ring und danach im Unteren Graben erreicht worden. Die BI kontaktierte Befürworter solcher Geschwindigkeitsbegrenzungen in anderen Ortschaften, die bereits Erfolg hatten. Laut BI gingen Schreiben an die Landesregierung und „immer wieder Anfragen an den Gemeinderat“. Das Dorfparlament versicherte, dass Geschwindigkeitsmessungen veranlasst und Lärmgutachten in Auftrag gegeben worden seien.
2014 habe der Gemeinderat mit großer Mehrheit Tempo 30 für den gesamten Ort beschlossen. Nach Einschätzung Schumachers zog dies eine „mehr als dreijährige Bearbeitung“ durch die Verbandsgemeinde Leiningerland und den Landesbetrieb Mobilität (LBM) nach sich. Die Krux: Auf der durchs Dorf führenden Weinstraße gilt seit 2007 eine 30-km/h-Regelung, allerdings nur für die kurze Teilstrecke zwischen Kellereistraße und General-Kullmer- Straße. Für die übrige Ortsdurchfahrt, die eine Bundesstraße ist (B 271) und für die deswegen der LBM zuständig ist, gilt bis heute Tempo 50. Auch das soll sich laut Gemeinderat noch ändern. Die BI dankte offiziell dem Gemeinderat für den Beschluss am 26. Juni vergangenen Jahres auf allen Ortsstraßen Tempo-30-Zonen zu installieren. Die Initiative werde sich künftig immer wieder über den aktuellen Sachstand der Weinstraße informieren.
VG hat Tempo 30 für weitere Straßen beantragt
Die Verbandsgemeinde Leiningerland – Abteilung Verkehr – informiert, dass für die Abschnitte, für die noch nicht die Maximalgeschwindigkeit von 30 Kilometer pro Stunde gilt, auf Grundlage eines Lärmschutzgutachtens Tempo 30 beim LBM beantragt worden sei. Und zwar durchgehend vom südlichen Ende Bockenheims ab der Abzweigung Obrigheimer Landstraße bis zum Ortsausgang Nord an der Einmündung der Kindenheimer Straße. Gebe der LBM Grünes Licht, könne eine Umsetzung im ersten Quartal des gerade begonnenen Jahres erfolgen, hieß es aus der VG-Verkehrsabteilung.
Von der Polizeiinspektion Grünstadt wird versichert, dass „grundsätzlich bei begründetem Bedarf auch in kleineren Gemeindestraßen“ Geschwindigkeitskontrollen vorgenommen würden. Auch in Tempo-30-Zonen komme das Lasermessgerät zum Einsatz. Wie oft die Polizei das Einhalten der Geschwindigkeitsbeschränkungen überprüfen kann, hänge von der Kapazität des zur Verfügung stehenden Personals ab.