Kleinkarlbach RHEINPFALZ Plus Artikel Tage des Grundschulstandorts sind höchstwahrscheinlich gezählt

Der Grundschulstandort Kleinkarlbach.
Der Grundschulstandort Kleinkarlbach.

Kleinkarlbach will bis zu Entscheidung im Verbandsgemeinderat Ende September weiter für seinen Schulstandort kämpfen – obwohl die Würfel wohl schon für einen Neubau in Kirchheim gefallen sind. Bürgermeister Frank Rüttger bekräftigte das am Dienstagabend im Rat.

Sollte die Schule in Kleinkarlbach, die derzeit mit der in Kirchheim als eine gemeinsame Grundschule an zwei Standorten betrieben wird, geschlossen werden, verliert die kleine Weinbaugemeinde ihr letztes Stück kommunaler Infrastruktur. „Wir wären im Fall einer Schulschließung die einzige der 21 Gemeinden in der Verbandsgemeinde Leiningerland, die weder über ein Feuerwehrgerätehaus noch über einen Kindergarten oder eine Grundschule verfügt“, sagt Ortsbürgermeister Daniel Krauß (SPD) zum Beginn eines Sachstandsberichts in der Gemeinderatssitzung.

Den weitaus größeren Teil des Berichts lieferte allerdings Verbandsbürgermeister Frank Rüttger (CDU). Detailliert stellte er die zeitlichen Abläufe des bisherigen Verfahrens und die ermittelten Kosten für Sanierungen oder Neubauten an den beiden Schulstandorten vor. Alle Rechenbeispiele, die von der Verbandsgemeinde Leiningerland mit dem Bildungsministerium in Mainz besprochen wurden, ergeben, dass ein Neubau in Kirchheim günstiger ausfallen wird als die Sanierung der bereits bestehenden Gebäude.

Neubau in Kirchheim die günstigste Variante

Der Erhalt des Schulstandorts in Kleinkarlbach wäre von den Kosten her nicht vertretbar, sagte Rüttger. Die Sanierung beider Standorte würde 7,27 Millionen Euro erfordern – davon würden in Kleinkarlbach für das bestehende Gebäude 3,42 Millionen Euro anfallen. Würde der Standort in Kirchheim ganz aufgegeben und dafür in Kleinkarlbach die Grundschule erweitert, kostete das zwischen 5,7 und 6,2 Millionen Euro, während der zentrale Neubau in Kirchheim am Sportplatz in Fahrtrichtung Weisenheim am Berg mit 4,3 bis maximal 5,23 Millionen Euro zu Buche schlagen würde.

Hinzu käme, dass die Verbandsgemeinde die Fördergelder verlieren würde, wenn sie eines der teureren Projekte angehe, erklärte Rüttger. Das Gleiche gelte auch, wenn die Gemeinde Kleinkarlbach mit eigenen Mitteln in die Bresche springen würde. „Geld, das die Gemeinde als freiwillige Leistung zum Schulerhalt beisteuern würde, bekäme die Verbandsgemeinde sofort von den Landeszuschüssen abgezogen“, so Rüttger. Problematisch sei zudem, dass die neue Schule einen Flächenbedarf von 1750 Quadratmetern habe, bei einer Erweiterung des Kleinkarlbacher Gebäudes also zu den bestehenden 1060 Quadratmetern weitere 923 Quadratmeter gebaut werden müssten.

Die meisten Schüler kommen aus Kirchheim

„Wir haben mit dem Ministerium alle möglichen Varianten durchgerechnet, auch die Auftrennung der gemeinsamen Grundschule in zwei Einheiten, die wieder selbstständig wären“, sagte Rüttger. „Wir können es drehen und wenden wie wir wollen, es gelingt uns nicht, Kleinkarlbach als machbaren Standort darzustellen.“ Hinzu komme, dass Kirchheim auch die größere Bevölkerung und Schüleranzahl habe, bereits jetzt die Mehrheit der Kinder aus Kirchheim kämen, während aus Neuleiningen, Kleinkarlbach, Battenberg und Bissersheim immer nur weniger Schüler stammten. Auch mit Blick auf den Schülertransport müsse daher Kirchheim favorisiert werden.

Kleinkarlbachs Nachbargemeinde wird in der Raumordnung darüber hinaus als Entwicklungsstandort gesehen, bekommt künftig also deutlich größere Möglichkeiten, Neubaugebiete auszuweisen, als andere Gemeinden. Wegen all dieser Argumente erscheine auch ein Neubau – beispielsweise auf dem Sportplatz in Kleinkarlbach – nicht sinnvoll, sagte der Bürgermeister.

Sporthalle soll weiter betrieben werden

Die zahlreichen Argumente für eine Grundschule in Kleinkarlbach konnte er durchaus nachvollziehen, betonte aber, dass die Entscheidungen letztlich aus Mainz vorgegeben werden und er selbst als Behördenleiter nicht gegen Wirtschaftlichkeitsgrundsätze verstoßen dürfe.

In der Sitzung wurde überdies diskutiert, wie es mit der Schule weitergehen könnte. Die VG wird der Gemeinde Kleinkarlbach das Gebäude und das Gelände zur Rücknahme anbieten. Denkbar wären eine Nutzung durch die Gemeinde oder ein Abriss und die Ausweisung eines Neubaugebiets. Die Sporthalle soll jedenfalls erhalten bleiben und als Sportstätte der Verbandsgemeinde weiterbetrieben werden, wie Rüttger versicherte.

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