Wattenheim RHEINPFALZ Plus Artikel Tag der offenen Gartentür: Marion Böhnert freut sich auf Besuch

Marion Böhnert in ihrem Pflanzenparadies.
Marion Böhnert in ihrem Pflanzenparadies.

Marion Böhnert hat ein Paradies geschaffen – nicht nur für sich, sondern auch für Insekten, viele weitere Tiere und Pflanzen. In ihrem Garten steht Artenvielfalt an erster Stelle. Besucher können am Sonntag bei ihr vorbeikommen und sich auch über Wildbienen informieren.

Im Garten von Marion Böhnert gibt es viel zu bestaunen. Auf dem rund 6400 Quadratmeter großen terrassenartig angelegten Gelände der Wattenheimerin dürfen sich viele seltene und sehr spezielle Pflanzen ausbreiten, die Nahrungsquelle für bestimmte Tiere sind. „Die Wollbiene braucht als Pflanze den Wollziest. So ist das mit mehreren Pflanzen, die besonders von Wildbienen benötigt werden“, erklärt die 55-Jährige, die sich dem Schutz der Wildbienen verschrieben hat.

Für ihr großes Engagement ist die Ergotherapeutin 2017 von der Pfalzakademie für Artenvielfalt prämiert worden. In ihrem Naturgarten gibt es Wasserläufe, Teiche und beruhigte Gewässer, mehrere Mini-Biotope für Amphibien und Libellen, Totholz für Insekten, Reisighaufen für Igel, Nisthilfen für Vögel, Wildblumen, Stauden, Heil- und Wildkräuter und noch einiges mehr.

Als Böhnert einzog, blühte im Garten noch nichts

Als Böhnert im Jahr 2010 das Haus mit dem großen Garten und einem angrenzenden Waldstück kaufte, habe es noch ganz anders ausgesehen, berichtet sie. „Mir ist aufgefallen, dass hier nichts blüht. Es waren auch keine Terrassen oder Ebenen gestaltet“, erzählt die Therapeutin für Ayurveda, die sich bewusst vor mehr als 30 Jahren für das naturnahe Gärtnern entschieden hat. Bereits zum dritten Mal in Folge öffnet sie nun ihr Gartentor für Besucher.

Dieses Mal werde es aber wegen der Corona-Maßnahmen etwas anders sein. „Führungen biete ich nicht an“, sagt sie. „Die Besucher dürfen allein den Garten entdecken.“ Auch das Bauen eines Wildbienen- oder Insektenhotels unter Anleitung sei nicht möglich. Dafür lege sie ausreichend Infomaterial zum Mitnehmen aus, versichert Böhnert, die dieses Jahr auch auf die Ausgabe von Speisen und Getränke verzichtet.

Besucher sind diesmal auf sich gestellt

„Der Garten ist so groß, dass sich die Besucher verteilen können. Ich achte auch darauf, dass es sich am Eingang nicht staut“, sagt die Naturschützerin, die sich viel mehr blühende Flächen, also insektenfreundliche Randstreifen entlang der Straßen, wünscht. Böhnert selbst hat nicht nur kleine Blumen- und Pflanzeninseln in ihrem Garten angelegt, sondern auch eine große Wiese mit Wildblumen. Es duftet herrlich und das Spektrum der Farben mit vielen kleinen Nuancen ist sehr facettenreich.

Doch auf die Schönheit der Blumen kommt es beim Schutz der Artenvielfalt gar nicht an, sagt Böhnert: „Gefüllte Blumen, also beispielsweise Rosen, dienen nicht als Futterquelle. Die Pflanzen müssen ungefüllt sein, so dass die Insekten direkt an den Nektar kommen.“ Ihr Garten ziele auch nicht darauf ab, einen Ertrag zu erbringen. Vielmehr gehe es darum, die Natur in Einklang zu bringen, verlorene Lebensräume wieder zu schaffen und damit Tieren ein Zuhause zu schenken.

Der Garten als Herzensangelegenheit

Dass gelinge, indem man besondere Pflanzen habe, die bestimmte Arten für ihr Leben brauchen. So schaffe man Raum für Nützlinge, erklärt Böhnert. Und die bekämpften auf natürlichem Wege Schädlinge. Wobei die Naturschützerin den Begriff „Schädling“ eher ungern benutzt. In ihrem Garten sind beispielsweise Mauswiesel beheimatet, die sich von Wühlmäusen ernähren. „Für mich ist der Garten eine Herzensangelegenheit“, sagt Böhnert, die die unzähligen Stunden, die sie darin verbringt, nicht als Arbeit bezeichnet. Es sei ein Ausgleich zur beruflichen Arbeit und ihr Ruhepol, erklärt sie.

Die Wattenheimerin hofft, dass mit der Corona-Pandemie bei vielen Menschen ein Umdenken stattgefunden hat und der Erhalt der Natur wieder eine größere Rolle spielt. In dem Naturgarten in Wattenheim ist noch lange nicht alles fertig. Böhnert wirkt hier auch künstlerisch und lässt sich dabei von ihrer Fantasie inspirieren. „Ideen entstehen in meinen Kopf. Ich sehe ein innerliches Bild vor mir und setze es dann um“, erzählt sie.

Mehrere Hochbeete aus Glasflaschen und Beton bilden zentrale Orte im Garten, ebenfalls mit Natursteinen oder Mosaiken verlegte Plätze. Zeit zum Genießen nimmt sich Böhnert laut eigener Aussage aber auch noch: „Besonders am Morgen genieße ich das Zwitschern der Vögel, wenn der Wald erwacht.“

Termin

  • Der Tag der offenen Gartentür in Rheinland-Pfalz findet am Sonntag statt. Der Garten von Marion Böhnert, Heidbuckel 26, Wattenheim, Telefon 06356/962270, ist von 10 bis 18 Uhr geöffnet.
  • Laut Ankündigung ist im Donnersbergkreis der Garten von Annerose und Fritz Bär, Wiesenstraße 12, Ramsen, Telefon 06351/42449, geöffnet.
Kunst im Garten.
Kunst im Garten.
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