Dirmstein
Soll der Dirmsteiner Jahrmarkt abgesagt werden?
Da hat Ratsmitglied Theo Halama (FWG) dem Dirmsteiner Ortsbürgermeister Bernd Eberle (FWG) ein Schnippchen geschlagen, und ein Thema aus dem nicht-öffentlichen Teil der Ratssitzung in den öffentlichen geholt – nicht ganz ohne Widerworte aus dem Gremium. „Wir sollten darüber sprechen, das Fest muss schließlich vororganisiert werden“, argumentierte Halama in der Sitzung und wollte ein erstes Stimmungsbild seiner Kollegen einfangen: Jahrmarkt vom 11. bis 14. September: Absagen oder Abwarten?
Eine endgültige Aussage dazu treffen wollte der Erste Beigeordnete Hans Scherer (CDU), zuständig auch für den Geschäftsbereich Kultur, Sport und Fremdenverkehr, dazu nicht. „Selbst in Berlin weiß man nicht, was im September ist. da will und kann ich keine Vorgaben machen, nach dem Motto: Bei so und sovielen Infektionen findet das Fest statt.“ Auch Eberle meinte: „Zum jetzigen Zeitpunkt kann niemand eine Aussage treffen.“
Das Für und Wider wurde in der Sitzung in der Festhalle am Kellergarten dann trotzdem schon einmal abgewogen. Jörg Jökisch von der SPD-Fraktion äußerte etwa Bedenken zu den möglichen Auflagen und deren Kontrollierbarkeit. „Bis 31. August sind Großveranstaltungen tabu, es könnte also sein, dass wir das erste große Fest nach den Lockerungen ausrichten“, gab er zu bedenken. Unter Umständen könnten viel mehr Besucher als erwartet kommen und die Situation sowohl für die Ordner als auch für die Ehrenamtlichen nicht zu händeln sein. „Und macht das denn Spaß, wenn die Auflagen so hoch sind?“ Denn dass es im September ein Fest ganz ohne Auflagen geben sollte, bezweifle er sehr.
Wolfram Bartz (CDU) brachte einen weiteren Aspekt ins Spiel: „Die Verträge mit den Bands und dem Zeltverleih sind gemacht.“ Das sei schon im Januar passiert. Auflösen und damit letztlich nicht auf den Kosten sitzen bleiben könne die Gemeinde die Verträge voraussichtlich nur, wenn sie „höhere Gewalt“ geltend machen könnte, sprich: eine Absage von höherer Stelle. Ob die von der Gemeindeverwaltung selbst oder der Verbandsgemeindeverwaltung kommen muss, blieb am Mittwoch offen. Eberle wolle das bei der VG „schnellstmöglich“ in Erfahrung bringen.
Einwurf
Es sind noch knapp 14 Wochen bis zum geplanten Termin des Dirmsteiner Jahrmarkts – ein Wimpernschlag für all diejenigen, die sich um die Organisation kümmern. Es ist nur richtig, jetzt die Diskussion um eine mögliche Absage zu führen. Auch wenn niemand weiß, wie sich die Pandemie entwickelt. Das Fest wie geplant im September veranstalten zu wollen, ist ein Risiko – für die Gesundheit und die Kassen. Selbst wenn es stattfinden kann – wer sagt, dass die Bürger kommen? Oder das Dorf nicht sogar überrant wird? Wer garantiert, dass die Hygieneauflagen eingehalten werden? Einen Corona-Hotspot will niemand. Auch auf Würstchen sitzenbleiben soll kein Verein. Es braucht eine schnelle und einheitliche Entscheidung. Die muss aus dem VG-Rathaus in Grünstadt kommen.