Kerzenheim So steht es um die Jugendarbeit der Feuerwehr

In Kerzenheim hat der Tag der offenen Tür der Feuerwehr Volksfestcharakter.
In Kerzenheim hat der Tag der offenen Tür der Feuerwehr Volksfestcharakter.

Es ist wieder Normalität eingekehrt: Nach Corona hat sich die Jugendarbeit bei der Feuerwehr Kerzenheim wieder regeneriert. Eine gute Nachricht, die man beim Tag der offenen Tür der Wehr in Kerzenheim erfuhr.

Regen Zuspruch hat auch in diesem Jahr wieder der Tag der offenen Tür bei der Freiwilligen Feuerwehr in Kerzenheim gehabt. Viele Besucher nutzen den herrlichen Sonnentag, um mit Kind und Kegel bei diesem kleinen Volksfest dabei zu sein. Zur Mittagszeit bildete sich eine lange Warteschlange an den Verpflegungsständen, die Feuerwehr hatte für fast jeden Geschmack etwas gekocht.

Auch Kollegen von anderen Feuerwehren trafen sich hier zum Frühschoppen. Während in den Jahren vor Corona bei deutlich mehr Feuerwehren solche gemütlichen Treffen angesagt waren, sind diese heute seltener geworden. Daher versteht es sich von selbst, dass die Chance an diesem Tag genutzt wurde, um sich mal wieder auszutauschen und zu fachsimpeln.

Neues Feuerwehrauto vorgestellt

Anlass dazu gab es genug an diesem Morgen in Kerzenheim. Die Feuerwehr aus Ebertsheim präsentierte ihr neues Tanklöschfahrzeug mit 3000 Liter Wasser an Bord, das auch über einen Wasserwerfer verfügt. Die Werkfeuerwehr der BASF kam derweil gleich mit einem Wechsellader-Lkw. Dieser Fahrzeugtyp wird zukünftig auch im Donnersbergkreis vermehrt zum Einsatz kommen. Mit diesen Fahrzeugen kann man nämlich im Wechsel verschiedene Aufbauten zur Einsatzstelle bringen. Somit werden hohe finanzielle Mittel, die sonst für ein Spezialfahrzeug ausgegeben werden müssten, in eine moderne und flexible Technik investiert werden.

Im Gepäck hatten die Floriansjünger des Chemieunternehmens einen Spezialaufbau für den Einsatz am Rhein. Mit diesem soll im Fall eines großflächigen Stromausfalls die Möglichkeit bestehen, dennoch benötigtes Löschwasser für den Industriebetrieb in großen Mengen direkt aus dem Rhein zu fördern. Das Herzstück bildet ein mehrere hundert PS starke Dieselmotor, der eine leistungsfähige Pumpe antreibt. Bei einem Schlauchdurchmesser von 300 Millimetern kann somit bis zu 45.000 Liter Löschwasser aus dem Rhein gepumpt werden.

Jugendarbeit lebt wieder auf

Auch für die Kinder wurde diesmal wieder einiges geboten. Im Schulungsraum konnten sie selbst kleine Experimente machen. Sie untersuchten beispielsweise, wie man eine Kerzenflamme durch Entzug von Sauerstoff löschen kann. Auch ein Rätsel gab es, bei dem die Kinder erraten mussten, was in Brand geraten kann und was nicht. Die Kleinkinder unterdessen hatten ihren Spaß an dem Kinderfeuerwehrhaus und den Feuerwehr-Bobby-Cars. Andere stellten ihre Treffsicherheit beim Zielen mit Wasser aus der Kübelspritze auf Holzkeile unter Beweis.

Wehrführer Andreas Brauer ist froh darüber, das wieder Normalität nach Corona eingetreten ist. Gerade die Jugend- und Bambini-Feuerwehr hatte während dieser Zeit sehr stark durch die Begegnungsverbote gelitten. „Wir hatten zum Schluss der Pandemie gerade mal noch drei Kinder bei der Jugendfeuerwehr“, fasst er zusammen. Heute hingegen ist hier wieder eine lebendige Jugendarbeit zu verzeichnen. Insgesamt sind 34 Kinder und Jugendliche aktiv, die ihren erwachsenen Kollegen nacheifern. Das sei auch dringend notwendig, meinte Brauer. Durch Wegzug oder Studium verliert die Wehr immer wieder aktive Mitglieder. Daher sei es wichtig, aus der Jugendarbeit fast jährlich durch den eigenen Nachwuchs neue Kräfte für die aktive Wehr generieren zu können.

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