Grünstadt Schnelle Ladung für E-Mobile
Am Dienstag sind in Kirchheim zwei Elektro-Tankstellen in Betrieb genommen worden: Gegenüber dem Bahnsteig auf den Parkplätzen der Verladestraße steht eine Schnellladesäule für zwei E-Autos, auf der anderen Seite der Gleise eine Station für drei E-Bikes. Das Kooperationsprojekt mit der Ortsgemeinde ist das erste, das die Pfalzwerke in der Verbandsgemeinde Leiningerland verwirklicht haben.
Andreas Memmer, Pfalzwerke-Projektleiter Elektromobilität, zeigte in der Verladestraße die drei Steckertypen der ausschließlich mit Ökostrom gespeisten Säule: „Hier kann jedes Auto auf der Welt angeschlossen werden.“ Während des Tankens ist der Stecker in der Buchse des Fahrzeugs fest verankert. Dabei handelt es sich um eine Schnellladestation mit 50 Kilowatt. So etwas gibt es im näheren Umfeld laut VG-Klimaschutzmanager Pascal Stocké bereits auf dem Rasthof Pfalz in Wattenheim, beim Maxi-Autohof in Kirchheim und bei BMW-Scheller in Grünstadt. „Wie lange dauert es denn, bis die Batterie wieder voll ist?“, wollten die Umstehenden bei der Einweihung wissen. Memmer sagte, dass das davon abhänge, wie leer der Akku und wie groß seine Ladekapazität sei. Innerhalb von 30 Minuten könne er bei manchen Fahrzeugen von 20 auf 80 Prozent aufgefüllt werden. Auf die letzten Prozent bis zur Komplettladung müsse man dann unverhältnismäßig lange warten. Schonend für den Akku sei es aber sowieso, ihn nie ganz voll zu machen. „Damit die Leute die Technik kennenlernen können, bieten wir das Tanken bis Mitte Oktober gratis an“, sagte Memmer. Später wird ein Ladevorgang am Wechselstrom (AC) drei Euro kosten und am Gleichstrom (DC) fünf Euro. „Wir werden ein Terminal für das kontaktlose Bezahlen mit EC- und Kreditkarten einrichten. Außerdem kann über eine spezielle Ladekarte mit App abgerechnet werden oder auch über paypal, wobei ein QR-Code am Smartphone genutzt wird“, erläuterte er. „Bis 2020 wollen die Pfalzwerke rund 350 Ladepunkte für Elektrofahrzeuge in der Region und darüber hinaus errichten“, informierte Pressesprecher Maurice Brass. 2012 hätten die Pfalzwerke mit dem Aufbau eines Ladenetzes mit einer Station vor der Hauptverwaltung in Ludwigshafen begonnen. „Bei der Suche nach geeigneten verkehrsreichen Standorten kooperieren wir mit Gewerbekunden und Kommunen“, so Brass. Kirchheim hat die Flächen für die Ladesäulen gratis zur Verfügung gestellt. Die Pfalzwerke investierten laut Memmer rund 50.000 Euro. Dafür gab es eine 40-Prozent-Förderung vom Bund. Für die E-Bike-Station, an der das Tanken mit mitgebrachtem Kabel und Ladegerät kostenlos ist und bleibt, wurden mehr als 3000 Euro ausgegeben. Bürgermeister Robert Brunner (CDU) freute sich über das Engagement der Pfalzwerke. „Die Begeisterung für umweltfreundliche Technologien bringt eine Verbesserung der Infrastruktur“, sagte er. Da E-Mobile mit ihrer Reichweite und Ladegeschwindigkeit noch Wünsche offen ließen, sei die Schnellladesäule ein wesentlicher Schritt in die richtige Richtung. Klimaschutzmanager Stocké sagte, dass man das neue Angebot auch touristisch nutzen wolle. Die Leute könnten beispielsweise essen gehen oder Wein kaufen und derweil ihr Fahrzeug aufladen. „Unsere Vision ist es, dass in ein, zwei Jahren in jeder unserer 21 Ortsgemeinden eine E-Tankstelle installiert ist“, gab Stocké ein ehrgeiziges Ziel bekannt. Es soll dazu beitragen, dass die Bürger die Elektromobilität stärker nutzen, weil sie keine Angst haben müssen, wegen fehlender Auflademöglichkeiten mit ihrem Fahrzeug liegenzubleiben. Dabei setzt die Verbandsgemeinde, die ihre beiden Rathäuser in Hettenleidelheim und Grünstadt bis Jahresende auch mit E-Ladesäulen ausstatten möchte, nicht nur auf die Pfalzwerke. Es gibt bereits etliche Beispiele für Privatleute und Gewerbetreibende, die E-Ladestationen aufgestellt haben.