Grünstadt Reisebüros in Grünstadt/Eisenberg verzeichnen steigende Frühbucherzahlen

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Wo geht die Reise hin? Das fragen sich Millionen Deutsche alljährlich, wenn der Urlaub vor der Tür steht.

Der Anteil von Frühbuchern steige seit Jahren, berichtet Michael Wiegand, Inhaber des Grünstadter Reise- und Verkehrsbüros. Mittlerweile habe es sich herumgesprochen, dass man mit langfristigen Reservierungen Preisermäßigungen von 15 bis 35 Prozent erreichen könne. „Reiseveranstalter, Hotels und Fluggesellschaften haben dann Planungssicherheit und belohnen das mit Rabatten“, so Wiegand, der sich im Januar über mehr als 100 Frühbuchungen freuen konnte. Auch im First-Reisebüro in der Fußgängerzone ist das Frühbucher-Geschäft laut Mitarbeiterin Stephanie Rasche bisher sehr gut gewesen. „Im vergangenen Jahr waren Last-Minute-Offerten wegen der Lage in Nordafrika für Europa viel zu teuer beziehungsweise kaum vorhanden“, so die Reiseberaterin. Last minute mache generell nur noch einen Bruchteil des Reisemarktes aus, sagt Wiegand. Durch die Optimierung der Auslastung über Frühbucher-Vergünstigungen seien vier bis sechs Wochen vor Urlaubstermin kaum noch Kapazitäten vorhanden. Im Vergleich zu 2016 betrage der Zuwachs an Frühbuchungen 20 bis 25 Prozent, schätzt Mitbewerberin Brigitte Aerts, die in Eisenberg das Ticket-Reisebüro betreibt. Sie sieht den Grund auch im politischen Bereich. „Im vergangenen Jahr waren die Leute stark verunsichert; das hat sich jetzt gelegt“, analysiert sie. Familien, die wegen des guten Preis-Leistungs-Verhältnisses traditionell in die Türkei gefahren sind, hätten auf die Reise verzichtet, inzwischen aber alternative Ziele gefunden. Die Nachfrage für die Türkei habe ein sehr niedriges Niveau erreicht. Die Flugpreise seien radikal reduziert worden, und es gingen deutlich weniger Maschinen in die Türkei. „Die fliegen jetzt nach Spanien, das immer noch der absolute Renner ist, und Griechenland, das wieder stärker im Fokus der Urlauber steht“, so Aerts. Weitere Topziele in Europa seien Bulgarien, Kroatien und Portugal. Wiegand und Rasche nennen außerdem Italien. Insgesamt sei Mallorca nach wie vor eines der favorisierten Ziele für die schönsten Wochen des Jahres. „Die Insel ist sehr abwechslungsreich und hält für jeden etwas Attraktives bereit: ob Paare, Familien, Ruhesuchende, Naturliebhaber oder Sportbegeisterte“, sagt Wiegand. Durch die Vielfalt liege Spanien generell vorn, auch mit Ibiza, Menorca oder dem Festland. Im Trend seien auch die Kanarischen Inseln. Stark im Kommen sei wieder Griechenland. „Viele Menschen schätzen dort die Verbindung von Erholung und Kulturerlebnis aufgrund der zahlreichen historischen Stätten“, weiß der Reiseverkehrskaufmann. Beliebte Ziele für Städtetouren seien Berlin, Hamburg, Barcelona und Lissabon, auch Paris, Rom, Venedig, Amsterdam und Wien. „Für Istanbul gibt es keine Nachfrage“, sagt Wiegand, und Rasche erklärt: „Das ist den meisten mittlerweile zu gefährlich.“ Fernreisen gingen bevorzugt in die Karibik, in Richtung Indischer Ozean sowie nach Südostasien und seit drei Jahren zunehmend in die USA, so Wiegand. Über eine Verunsicherung von Muslimen wegen Trumps Einreiseverbotes könne er keine Aussage treffen. Rasche zählt neben der Dominikanischen Republik, Kuba, Mauritius, Malediven und Thailand ebenfalls Nordamerika als beliebte entferntere Destination auf. „Einen Rückgang der Nachfrage nach Reisen in die USA können wir bislang nicht feststellen“, sagt sie. „Die Vereinigten Staaten laufen supergut“, berichtet auch Aerts, die überzeugt ist, dass die Touristen wenig davon mitkriegen werden, dass Trump im Weißen Haus regiert. Auf nordafrikanische Länder angesprochen, meint sie: „Tunesien ist ein trauriger Fall; als Reiseziel erholt es sich nach den Anschlägen nur sehr schwer.“ Ägypten mit seinen Taucherparadiesen im Roten Meer komme dagegen schneller wieder auf die Füße. „Seit einigen Monaten wird wieder vermehrt auch Ägypten gebucht“, so Wiegand. Rasche hat beobachtet: „Familien mit Kindern meiden Nordafrika und auch die Türkei“, aber eine gewisse Klientel wie Cluburlauber und Golfer flögen trotz aller politischen Unsicherheiten in diese Staaten. Quasi überallhin lassen sich die Gäste auf Kreuzfahrten schippern. Die Angebote seien inzwischen so breitgefächert, dass sich auch Otto Normalverbraucher solch eine komfortable Tour über die Ozeane leisten könne, heißt es übereinstimmend aus den Reisebüros. Es gebe etliche Stammkunden, die stets ihrer Flotte oder gar einem ganz bestimmten Schiff treu blieben – weil es ihnen vertraut ist. Diese Art zu reisen „ist bequem, man hat sein Bett dabei und trotzdem die Chance, viel zu sehen“, sagt Brigitte Aerts. Wiegand erläutert: „Der Reiz liegt darin, in kurzer Zeit viele Orte kennenzulernen. Fast jeden Tag wird ein anderer Hafen angefahren, sodass man nachts unterwegs ist und morgens an einem neuen Ziel angekommen ist.“

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