Fußball
Real Madrid Fußballcamp beim TuS Sausenheim
„Bis zum März hatten wir 40 Kinder, die sicher angemeldet worden war, dann kamen wegen der Corona-Krise nur noch vier weitere Anmeldungen“, sagt Markus Dörrenbächer, der Vorsitzende des TuS. „Wir sind zufrieden, zumal Real uns signalisiert hat, dass wir mit 44 Teilnehmern immer noch eins der größeren Camps in Deutschland anbieten.“ Die Temperaturen sind kein Problem, sagt der Vorsitzende, regelmäßige Trinkpausen und Training unterm Rasensprenger bringen den Nachwuchsfußballern Abkühlung. „Unser Ziel ist, dass wir das Camp jetzt jedes Jahr in der letzten Ferienwoche im Sommer anbieten“, sagt der Vorsitzende. Darauf habe der Verein sich mit Real Madrid bereits geeinigt. „Es gibt eine Gebietsschutz für das Camp, in den Herbstferien ist immer Bobenheim-Roxheim dran, auch mit dem SV haben uns deshalb abgesprochen“, sagt Dörrenbecher.
Das Konzept von Real habe den Verein im Vorjahr bei der Premiere des Camps gründlich überzeugt. „Alle Kinder, die hier teilnehmen haben, starten im Herbst optimal in die Saison.“ Rund 20 Teilnehmer kommen aus vom TuS selbst, die anderen aus den umliegenden Vereinen, selbst aus Otterberg bei Kaiserslautern, vom FSV Offenbach bei Landau und von der SG Rhein/Selz Dexheim/Dahlheim kommen junge Kicker zum TuS. Eine große Gruppe stellt zudem der Nachbarverein SV Kirchheim. „Das Interesse ist groß, auch wenn Corona bremst. Ohne die Pandemie wären wir sicher ausgebucht gewesen, denn auf dem TuS-Gelände können maximal 100 Kinder gleichzeitig trainiert werden“, sagt Dörrenbecher.
Im Herbst geht es deshalb auch schon wieder mit den Anmeldungen für das Camp 2021 los. Für die Teilnehmergebühr von 219 Euro bekommen die Kinder und Jugendlichen im Altersbereich von sechs bis 15 Jahren eine Woche lang Fußball satt in allen Variationen. Ein Real-Trikot mit Hosen, Stutzen, Ball, Trinkflasche und Stoffbeutel sind inclusive. „Ich persönlich finde, das ist nicht viel Geld für 30 Stunden Intensivtraining sowie der Verpflegung mit Mittagessen und Elektrolyte-Getränken im gesamten Tagesverlauf“, sagt Dörrenbecher. Was den TuS-Verantwortlichen besonders gefällt, ist der Trainingsplan und die technische Ausstattung, die das Real-Team, das aus drei Trainern besteht, mitbringt. „Das beginnt bei Kleinigkeiten. Beispielsweise bekommt der Tisch, an dem als erstes Ruhe herrscht, zuerst sein Mittagessen. So etwas fördert die Disziplin“, lobt der Vorsitzende. Tabea Liliana (7) bestätigt das. „Klar macht es Spaß hier. Aber es ist heiß, und bei mir ist einer im Team, bei dem läuft es noch nicht, dem helfen wir, wenn er es mal wieder nicht kapiert“, sagt die Siebenjährige, die in der F1-Jugend des TuS Sausenheim spielt.
Unterteilt ist der Tag für die Camp-Teilnehmer in verschiedene Trainingseinheiten. Es geht morgens mit dem Aufwärmen los, gleich nachdem die Kinder und Jugendlichen mit der Real-Hymne ins Sausenheimer Stadien eingelaufen sind. „Die Kinder werden mit GPS getrackt, um ihre Laufwege zu analysieren, ihre Schusskraft wird gemessen, Geschwindigkeit und die Technik werden permanent überwacht“, erklärt Dörrenbächer“. Dabei gehe es bei Weitem nicht nur um die harten Fußball-Fakten, sondern auch um soziales Verhalten. Das alles fließt in eine Gesamtbewertung ein, in die so genannte Score-Card, die am Freitag digital ausgehändigt wird. Auch das ist eine Auswirkung von Corona, dass viele elektronische Medien läuft. Gespielt werden regelmäßig nach Altersklassen gemischte Turniere im gesamten Wochenverlauf, aber auch Ernährungsfragen werden den Kindern altersgerecht vermittelt. Zu all dem kommt das Hygienekonzept, dass streng eingehalten wird und auch für das Real-Camp dieses Jahr besondere Herausforderungen bereit hält.
Nach dem gemeinsamen Mittagessen räumen die Kinder ihr Geschirr ab, eine Einweg-Lösung in diesem Jahr, denn auch das verlangt Corona. Dann geht es zurück zum Tisch, Power-Napping ist angesagt. Da schläft zwar keiner wirklich, aber es geht um Ruhe, die Trainer achten auf die Zappelphilippe, die am liebsten gleich wieder losstürmen würden. Das passiert einige Minuten später, und den Rest der Pause verbringen die Kinder dann sofort wieder mit dem, weswegen sie gekommen sind: Fußballspielen.